TSV Biebelried 
A-Klasse 3 Würzburg - männlich, Erwachsene - Saison

Artikel veröffentlicht am 26.06.2021 um 15:00 Uhr
Meister A-Klasse 3 Würzburg: Biebelried trotzt dem Umbruch
Souveräner als der TSV Biebelried in der Corona-Saison 2019/21 kann man eine Meisterschaft kaum einfahren. Die Männer vom Autobahnkreuz dominierten in der A-Klasse 3 nach Belieben und landeten so völlig verdient ganz oben. Sportlich über jeden Zweifel erhaben, lieferte der TSV im Frühjahr dieses Jahres in einer Personalie jedoch auch den Beweis, dass Erfolg auf dem Rasen nicht immer Harmonie auf allen Ebenen bedeutet
Von Steffen Forstner
Meister A-Klasse 3 Würzburg: TSV Biebelried

HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH ZUR MEISTERSCHAFT!

Gegen den TSV Biebelried war in der Corona-Abbruch-Saison kein Kraut gewachsen. Mit 51 sammelten die Blau-Weißen nicht nur die meisten Punkte ein. Nein, sie erzielten auch die mit Abstand meisten Tore (84) und landeten in 18 Saisonpartien stolze 17 Siege bei nur einer Niederlage. Lediglich an den ersten beiden Spieltagen standen die Biebelrieder aufgrund des Torverhältnisses nicht ganz oben im Tableau, ansonsten machten sie es sich durchgängig auf dem Platz an der Sonne bequem und hatten am Ende, nach Anwendung der Quotientenregel, mit einem Wert von 2,83 einen deutlichen Vorsprung vor dem nach Quotient ersten "Verfolger" aus Markt Einersheim/Seinsheim-Nenzenheim (Wert: 2,4). Zahlenspiele hin oder her: Die Saison-Performance des TSV Biebelried war, um es auf den Punkt zu bringen, eines Meisters absolut würdig.

Hatte gut lachen: Göhkan Yilmaz führte den TSV Biebelried zurück in die Kreisklasse.
anpfiff.info

Umbruch? Na und!

Findet auch TSV-Fußballabteilungsleiter Claus Hoh, der bekennt: „ Unser Ziel war von Anfang an der direkte Wiederaufstieg. Darauf haben wir Woche für Woche hingearbeitet und das haben die Jungs super gemacht.“ Zu erwarten war diese Biebelrieder Fabelsaison – zumindest für den Außenstehenden – im Sommer 2019 derweil nicht zwingend. Der Verein war schließlich gerade aus der Kreisklasse abgestiegen und hatte einen großen personellen Umbruch mit zahlreichen Neuzugängen zu bewältigen.

Im Fußball nehmen derlei Umstrukturierungen nicht selten einiges an Zeit in Anspruch, weswegen sportliche Ambitionen oftmals zunächst hintenanstehen müssen. Nicht so in Biebelried. Dort schaffte es Trainer Gökhan Yilmaz in Rekordzeit, „eine neu zusammengewürfelte Truppe“ (O-Ton Hoh) zu einer homogenen, funktionierenden Einheit zu formen. „Das hat Gökhan sehr gut gemacht,“ hat Hoh Lob für den inzwischen Ex-Coach übrig. Für die A-Klasse seien aber auch „richtige Kaliber“ an Spielern dabei gewesen, so der Funktionär.

Eines dieser „Kaliber“ war ganz sicher Yunus Emre Özdemir. Mit 27 Saisontreffern hatte der Torjäger einen Löwenanteil an Meisterschaft und Aufstieg. Umso bitterer aus Biebelrieder Sicht, dass der Goalgetter, den Hoh als „Maschine“ bezeichnet, in Zukunft seine Schuhe nicht mehr für Biebelried, sondern wieder für den SC Lindleinsmühle schnüren wird, wohin er bereits im letzten Winter zurückgekehrt war. Nicht der einzige herbe Verlust, den der TSV in diesem Sommer zu verkraften hat. In Spielmacher Tim Schedel, den es in die Kreisliga zur TSG Estenfeld zieht und Metin Yasar (Lindleinsmühle) verlassen schließlich zwei weitere Erfolgsgaranten den Klub. Der 15-fache Torschütze und 20-fache Assistgeber Schedel ist für Claus Hoh gar „der schmerzhafteste Abgang überhaupt.“

Bitterer Abgang: Tim Schedel, der 35 Scorerpunkte sammelte, wechselt nach Estenfeld.
anpfiff.info

Vor der Zukunft nicht bange

Und dennoch: Angst vor der Zukunft hat der Abteilungsleiter keine. Im Gegenteil: Er ist frohen Mutes, trotz des Aderlasses auch in der Kreisklasse eine schlagkräftige Truppe ins Rennen schicken und einen gesicherten Mittelfeldplatz erreichen zu können. Große Hoffnungen setzt Hoh dabei vor allem in David Neumann, der sich Biebelried schon im Frühjahr 2020 anschloss und in Nordrhein-Westfalen bereits höherklassig kickte sowie  den jungen Leon Wiederer, den es von der U 19 der Würzburger Kickers ans Autobahnkreuz zog. Gemeinsam mit dem etablierten Benjamin Gottschalk sollen sie in der neuen Saison ähnlichen Torhunger versprühen wie ihre Vorgänger. Ob eine Marke von 4,6 Treffern im Schnitt pro Partie wie in der Meistersaison aber tatsächlich angreifbar ist …?

Das dürfte freilich eine Etage höher auch nicht der Anspruch des TSV sein. Derart durch die Liga zu fegen wie zuletzt in der A-Klasse erscheint ohnehin Utopie. In der Kreisklasse wird die Mannschaft, unter Anleitung des neuen Coaches Carsten Breunig, deutlich mehr gefordert werden und häufiger ins Schwitzen kommen als in der A-Klasse, wo eigentlich nur die Reserve des SSV Kitzingen in den direkten Duellen zweimal für Schweißtropfen auf der TSV-Stirn sorgte. Im Hinspiel (4:3) fügten die “kleinen Siedler“ den Biebelriedern die erste und einzige Saisonpleite zu, im Rückspiel drehte der Primus dann den Spieß um und revanchierte sich auswärts mit dem exakt gleichen Ergebnis. Nach einem 0:3-Pausenrückstand wohlgemerkt. Für Claus Hoh das Schlüsselspiel auf dem Weg zum Titel. (Dass es pandemiebedingt ohnehin das letzte Saisonspiel sein würde, ahnte zu diesem Zeitpunkt – im Oktober 2020 -  noch niemand). „In der Halbzeit hätte ich keinen Pfifferling mehr auf uns gegeben,“ sagt Hoh. Aber als wir das Spiel noch gedreht haben, wusste ich, dass wir nicht mehr zu stoppen sind.“

Jedenfalls nicht mehr auf dem Platz. Die einzige Gefahr für den TSV lauerte jetzt nur noch in Form einer pandemiebedingten Saisonannullierung. Keine Überraschung also, dass Hoh mit der Entscheidung des Verbandes, die Saison mit Auf-und Absteigern zu werten, gut leben kann. Wenngleich er zugibt, „dass wir im Vergleich zu anderen Vereinen da natürlich leicht reden haben.“  Für das scheinbar nicht immer einer klaren Linie folgende Corona-Krisenmanagement des Verbandes zeigt er einerseits Verständnis. Immerhin sei auch der Verband von den Entscheidungen der Politik abhängig gewesen. Andererseits hätten die Entscheidungsfindungsprozesse in München durchaus etwas schneller vonstattengehen können, findet Hoh auch kritische Worte.

Geht wie Coach Göhkan Yilmaz zum SC Lindleinsmühle: Torjäger Emre Özdemir.
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Meistercoach muss vorzeitig gehen

Solche, wie sie auch – und damit weg von der Sportpolitik und wieder rauf auf den grünen Rasen – wegen einer Personalie, den TSV Biebelried betreffend, durchaus zu hören waren. Die Rede ist natürlich von Meistercoach Gökhan Yilmaz, der trotz sportlichen Erfolges im Februar erst selbst seinen Rückzug zum Saisonende ankündigte und wenig später dann vom Verein, noch vor dem offiziellen Saisonabbruch, den Stuhl vor die Tür gesetzt bekam. Für den geneigten Beobachter ein seltsam anmutender Vorgang. So richtig Licht ins Dunkel mag Claus Hoh in der Angelegenheit nicht bringen, räumt aber immerhin – und dann doch vielsagend - ein, dass dem Verein „natürlich nicht gefallen“ habe, dass mehrere Spieler aus dem Biebelrieder Kader (neben den bereits genannten Özdemir und Yasar auch Andreas Berendt, Sven Schießer und Angelo Koch) sich ihrem Trainer anschlossen und ebenfalls in die Lindleinsmühle wechselten.

Hängen bleibt deshalb laut Hoh im Verhältnis zwischen Verein und Meistercoach aber nichts. Man verstehe sich nach wie vor und werde Yilmaz sicher auch zur noch nachzuholenden Meisterfeier einladen.  Klingt also so, als wäre diese kuriose Corona-Saison für den TSV Biebelried am Ende dann doch eine, ohne jede Einschränkung, runde Sache gewesen.

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Tabellenplatzierung

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28

Tabellenverlauf


Top-Torschützen


Top-Vorlagengeber


Team in Zahlen

Spiele
18
Spiele gewonnen
17
Spiele unentschieden
0
Spiele verloren
1
:0
Zu-Null-Spiele
6
0:
Spiele ohne eigenen Treffer
0
Tore gesamt
84
Verschiedene Torschützen
16
Eigentore
2
Elfmetertore
3
Gelbe Karten
26
Gelb-rote Karten
1
Rote Karten
1
Eingesetzte Spieler
29
Zuschauer
597
Zuschauerschnitt
66

Torbilanz nach Minuten


Serien

Am längsten ungeschlagen
seit 29.09.2019
11 Sp
33 Pkt
58:9 Tore
Die meisten Siege in Folge
seit 29.09.2019
11 Sp
33 Pkt
58:9 Tore
Zuhause ungeschlagen
seit 06.10.2019
5 Sp
15 Pkt
26:2 Tore
Auswärts ungeschlagen
seit 18.08.2019
9 Sp
27 Pkt
39:11 Tore

Spieler-Bilanz

Spieler
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Übersicht enthält nur Verbandsspiele.



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