TSV Heimbuchenthal 
Bezirksliga Unterfranken West - männlich, Erwachsene - Saison

Beitrag vom 17.06.2017
Meisterportrait TSV Heimbuchenthal: Dreimal Meister in vier Jahren
Der 20. Mai wird den Anhängern des TSV Heimbuchenthal noch länger in bester Erinnerung bleiben. An diesem Nachmittag setzte die Mannschaft ihre sensationelle Erfolgsgeschichte fort und eroberte am letzten Spieltag den ersten Platz. Als Meister der Bezirksliga stiegen die Heimbuchenthaler zum dritten Mal in vier Jahren und nun in die Landesliga auf. Spielertrainer Fabian Thiel stellt bei anpfiff.info den Meister vor.
von Dominik Bathon
HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH ZUR MEISTERSCHAFT!
TSV Heimbuchenthal

Vor vier Jahren übernahm Fabian Thiel den TSV Heimbuchenthal als Spielertrainer. Seine Qualitäten als Spieler hatte der damals erst 23-Jährige bereits eindrucksvoll bei seinen vorherigen Stationen bei Alemannia Haibach, Viktoria Aschaffenburg und Bayern Alzenau unter Beweis gestellt. Den Schritt zurück in eine tiefere Spielklasse wollten nicht alle verstehen. „Als ich den Trainerposten vor vier Jahren übernommen habe, wusste ich natürlich überhaupt nicht, was hier auf mich zukommt. Viele hatten mir davon abgeraten, diesen Schritt schon in diesem Alter zu gehen“, erinnert sich Fabian Thiel an die Reaktionen auf seine Entscheidung. Spätestens vier Jahre später brachte er Zweifler und Kritiker zum Schweigen.

Sportlich und menschlich überragend

„Natürlich bin ich sehr glücklich, dass ich diesen Mut damals hatte. Ich bin der Vereinsführung um Sportvorstand Christof Schreck sowie Veit Schreck und Frank Spatz sehr dankbar für das entgegengebrachte Vertrauen und bin froh, dass ich mit dem Erfolg etwas zurückzahlen konnte“, weiß Thiel bis heute die Chance, die sich ihm damals geboten hatte, zu schätzen. Darüber hinaus genieße er gerade eine wunderschöne Zeit mit einer sportlich sowie menschlich überragenden Mannschaft und in einem tollen Umfeld. So ließen sich die Heimbuchenthaler auch im spannenden Kampf um die vorderen Plätze nicht aus der Ruhe bringen. Denn im Rennen um die Aufstiegsränge befanden sich nach der Winterpause vier Teams.

Die Spieler des TSV Heimbuchenthal stimmen sich auf das bevorstehende Spiel ein.
anpfiff.info

Konstanz entscheidend

Es waren nicht zwingend die direkten Duelle gegen die unmittelbaren Kontrahenten aus Frammersbach, Hösbach-Bahnhof und Lengfeld, die am Ende den Unterschied zur Konkurrenz ausmachten. Vielmehr war es die größere Konstanz, die für den TSV Heimbuchenthal schließlich von entscheidender Bedeutung war. Zwar möchte Thiel keinen bestimmten Meilenstein auf dem Weg zur Meisterschaft nennen, allerdings war sein Team den Konkurrenten eben in einer Sache voraus: „Wichtig war es einfach, konstant zu punkten und gegen die hinteren Mannschaften so wenig wie möglich liegenzulassen. Zusätzlich war dabei sicherlich entscheidend, dass wir die wenigsten Gegentore von allen Mannschaften bekommen haben.“

Denn im Gegensatz zur vergangenen Saison lernte es seine Truppe, ein Spiel ohne große Show mit 1:0 nach Hause zu bringen. Zu den absoluten Stärken zählt für Thiel eindeutig das Kollektiv: „Mentalität und Teamspirit meiner Mannschaft sind für mich die entscheindenden Faktoren, dass wir am Ende doch noch die Meisterschaft geholt haben.“ Selbstverständlich gibt der 27-Jährige auch zu, dass es Höhen und Tiefen während der Saison gab. Zu den Tiefs zählt er die beiden Niederlagen zu Hause gegen Karlstadt und Hain, in denen es seiner Mannschaft nicht gelungen war, „das volle Potenzial abzurufen“. Der Höhepunkt kam zum Schluss. Thiel erinnert sich an die Schlussphase der Partie gegen Schweinheim.

Minute 88, Freistoß Bachmann

Die Hektik der Fans, die selbstverständlich den 1:2-Zwischenstand beim direkten Konkurrenten aus Lengfeld jede Minuten verfolgten, schwappte dabei auch auf die Mannschaft über. „Wir wussten nicht, ob wir das eine Tor noch brauchen oder ob uns eventuell auch ein Unentschieden reichen würde“, vermittelt Thiel Eindrücke von der Unsicherheit auf dem Spielfeld. Heimbuchenthal warf zwar alles nach vorne, doch der Ball wollte einfach nicht ins Tor. Nach einem Foul gab es kurz vor Ende der Partie doch noch einmal Freistoß aus halbrechter Position für die Blauweißen. „Perfekt für unseren Linksfuß Steffen Bachmann, vielleicht etwas zu weit entfernt“, erinnert sich der 27-Jährige an seine Gedanken in diesem Moment.

Es folgte ein passgenauer Schuss Bachmanns und totaler Jubel auf allen Seiten des Sportplatzes. Der Heimbuchenthaler zirkelte den Ball über die Mauer im kurzen Eck direkt ins Tor. „Er rannte sofort in meine Richtung und ich sah, wie ihm dabei die Freudentränen über die Wange liefen. Ein unvergesslicher Moment, den wir alle in bester Erinnerung behalten haben“, erzählt Thiel. Nach Spielende standen dann alle Arm in Arm gemeinsam auf dem Platz und warteten auf eine freudige Nachricht aus Lengfeld. Als von einem Betreuer per Telefon der Endstand in Lengfeld verkündet wurde, kannte der Jubel keine Grenzen mehr: „Es gab einen lauten Schrei über den ganzen Platz und von da an kein Halten mehr.“

Steffen Bachmann (li.) muss sich gegen Lengfelds Sebastian Markert (re.) zur Wehr setzen. 
anpfiff.info

Alle haben Anteil

anpfiff.info stellt die Schlüsselspieler des Meisters vor. Für Spielertrainer Fabian Thiel gibt es allerdings keinen Grund, einen Akteur mehr als den anderen aus dem Kollektiv Heimbuchenthals hervorzuheben: „Ich möchte keinen einzelnen Spieler hervorheben. Jeder hat einen riesigen Anteil an diesem Erfolg. Und der war auch nur möglich, weil sich jeder Spieler in den Dienst der Mannschaft gestellt hat.“

Spielertrainer

Es wurde schon viel zur Erfolgsgeschichte Fabian Thiels gesagt. Innerhalb von vier Jahren dreimal Meister zu werden und dabei den Durchmarsch von der Kreisklasse in die Landesliga zu machen, das dürfte ihm so schnell keiner nachmachen. Als Spielertrainer lieferte er selbst auch auf dem Platz immer Leistung ab und ging lautstark voraus.

Offensivreihe

Steffen Bachmann ist das Herz der Heimbuchenthaler Offensive. Mit elf Toren war er der erfolgreichste Torschütze seines Teames. Darüber hinaus glänzte er in zahlreichen Spielen mit Vorlagen. Zwar befindet sich der Stürmer nicht unter den Toptorschützen der Liga, allerdings bestätigt eben genau das den Heimbuchenthaler Gemeinschaftserfolg.

Nicht zu vergessen: Das entscheidende Tor zum Aufstieg, das Bachmann wohl lange in Erinnerung bleibt. Auch Kevin Bohn hatte mit neun Saisontoren maßgeblichen Anteil am Aufstieg. Er wirkte gelegentlich etwas unscheinbar, allerdings machte ihn das umso gefährlicher für den Gegner. Er beackerte die Außenbahn unermüdlich und war mit seiner Kompaktheit bei Standards ein ständiger Unruheherd. Aufgrund zeitlicher Eingeschränktheit konnte Moritz Kunkel nicht an jedem Training teilnehmen und absolvierte im Vergleich zur vorherigen Saison „nur“ 957 Minuten für den TSV. Nach seinen zahlreichen Einwechslungen sorgte er allerdings stets für Unruhe und steuerte auf diese Weise ebenfalls sechs Tore bei.

Mittelfeldmotoren

Kevin Schmitt
machte als Dauerläufer im Mittelfeld viele Wege und setzte seine Mitspieler gut in Szene. Er war ein wichtiger Baustein im Heimbuchenthaler Aufbau- und Kombinationsspiel, so dass die Mannschaft nur schwierig auf seine Pässe und Ideen verzichten konnte. Die Stärken Tim Ritters liegen nicht zwangsläufig in der Offensive, dafür aber umso mehr in der Bewegung zurück nach hinten. Auf diese Weise hatte er als defensiver Mittelfeldspieler einen entscheidenden Anteil daran, dass seine Mannschaft in der vergangenen Saison die beste Abwehr der Bezirksliga stellte. Aus vielen Zweikämpfen ging Ritter als Sieger hervor, so dass die defensive Viererkette hinter ihm weniger abräumen musste.

Abwehrverbund

Aus dem Verbund, den Fabian Thiel, Thomas Völkl, Andre Spatz, Sebastian Roscher und Philipp Aulbach bilden, lässt sich zurecht keiner für sich herausheben. Sie ergänzten sich im Kollektiv sehr gut und brachten viele Angreifer durch ihr Stellungsspiel zur Verzweiflung. Selbst bei verletzungsbedingten Ausfällen blieb die Abwehrreihe Heimbuchenthals sehr stabil. Dazu gehört auch Stammtorhüter Dominik Stürmer. Er war ein sicherer Rückhalt seiner Mannschaft und zeichnete sich in der Meistersaison mehrfach aus. Nur ein ärgerlicher Platzverweis und einige kleinere Verletzungen sorgten dafür, dass Vertreter Christopher Deltow neunmal einspringen musste. Aber auch er ließ keinen Zweifel an seinen Können.

Unterwegs in Richtung Landesliga: der TSV Heimbuchenthal weiter auf dem Vormarsch. 
anpfiff.info

Feierlaune und Vorfreude

Der größte Erfolg der Vereinsgeschichte wurde am 20. Mai und den folgenden Tagen würdig gefeiert. Mit einem Lkw auf zwei Anhängern fuhr der Meisterexpress durch Heimbuchenthal. Im Sportheim wurde anschließend die Nacht zum Tag gemacht. Die Abschlussfahrt nach Willingen war allerdings schon einige Wochen zuvor geplant worden und findet zwei Wochen vor Beginn der neuen Saison Anfang Juli statt. „Wir haben nicht mit dem Aufstieg gerechnet. Der Zeitpunkt ist natürlich ungünstig mitten in der Vorbereitung. Aber das sei den Jungs gegönnt. Sie haben es sich schließlich verdient“, zieht Thiel die Fahrt trotz bevorstehender Aufgaben durch. Auch deshalb läuft die Vorbereitung schon seit 9. Juni.

Neben großer Euphorie und Vorfreude auf die neue Liga bleibt Heimbuchenthal und vor allem Thiel selbst auf dem Boden: „Wir brauchen uns nichts vormachen. Wir haben vor vier Jahren noch in der Kreisklasse gespielt. Für uns geht es vom ersten Spieltag an um jeden Punkt.“ Dabei wollen die Heimbuchenthaler weiter auf ihr Kollektiv setzen, weshalb das Team enger zusammenrücken müsse. Dabei kann Thiel fünf Neue einsetzen: Benjaming Allig, Gabriel Bachmann und Nico Grimm kommen aus der eigenen Jugend, Lukas Bretorius vom Viktoria Waldaschaff und Peter Heilig von den U19-Junioren von Viktoria Aschaffenburg. Es gilt, sich schnell ans neue Umfeld anzupassen und Punkte für den Klassenerhalt zu sammeln.

Leider wurde uns die Veröffentlichung eines Meisterschaftsfotos durch den zuständigen Sportvorstand des TSV Heimbuchenthal untersagt. Wir bedauern diese Entscheidung sehr; gratulieren der Mannschaft um Spielertrainer Fabian Thiel zur Meisterschaft und wünschen ihr viel Erfolg und alles Gute in der Landesliga!

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Tabellenplatzierung

Pl.
Team
Sp
Tore
Dif.
Pkt
1
30
53
:
26
27
63
2
30
71
:
29
42
61
3
30
61
:
44
17
58
4
30
62
:
44
18
56
5
30
82
:
44
38
55

Tabellenverlauf


Top-Torschützen


Top-Vorlagengeber

Keine Daten vorhanden

Team in Zahlen

Spiele
30
Spiele gewonnen
19
Spiele unentschieden
6
Spiele verloren
5
:0
Zu-Null-Spiele
11
0:
Spiele ohne eigenen Treffer
6
Tore gesamt
53
Verschiedene Torschützen
15
Eigentore
3
Elfmetertore
3
Gelbe Karten
64
Gelb-rote Karten
0
Rote Karten
1
Eingesetzte Spieler
22
Zuschauer
4128
Zuschauerschnitt
275

Torbilanz nach Minuten


Serien

Am längsten ungeschlagen
09.10.2016 - 26.03.2017
11 Sp
27 Pkt
24:9 Tore
Am längsten ohne Sieg
11.09.2016 - 01.10.2016
4 Sp
2 Pkt
0:2 Tore
12.03.2017 - 01.04.2017
4 Sp
3 Pkt
5:7 Tore
Die meisten Siege in Folge
09.10.2016 - 05.03.2017
8 Sp
24 Pkt
19:4 Tore
Die meisten Remis in Folge
12.03.2017 - 26.03.2017
3 Sp
3 Pkt
5:5 Tore
Meiste Niederlagen in Folge
25.09.2016 - 01.10.2016
2 Sp
0 Pkt
0:2 Tore
Zuhause ungeschlagen
09.10.2016 - 19.03.2017
6 Sp
14 Pkt
14:4 Tore
Auswärts ungeschlagen
16.10.2016 - 23.04.2017
7 Sp
19 Pkt
18:8 Tore

Spieler-Bilanz

Spieler
22
1
-
5
11
2
-
-
2,5
28
11
-
2
2
3
-
-
2,5
29
9
-
-
9
10
-
-
1,5
9
-
-
1
-
-
-
-
2,0
28
2
-
2
10
8
-
-
-
15
1
-
9
3
3
-
-
-
1
-
-
1
-
-
-
-
-
15
3
-
4
1
2
-
-
2,8
6
1
-
5
1
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-
-
-
23
6
-
14
6
1
-
-
2,5
1
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-
-
-
1
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-
-
24
-
-
2
2
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-
2,9
27
1
-
2
4
4
-
-
2,4
21
4
-
7
8
1
-
-
2,9
14
-
-
12
1
4
-
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-
28
3
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6
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2,5
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18
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2,0
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3,1
23
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2
4
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-
1,9
Übersicht enthält nur Verbandsspiele.


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