TSV Mönchröden 
Bezirksliga Oberfranken West - männlich, Erwachsene - Saison

Artikel veröffentlicht am 18.06.2022 um 06:00 Uhr
Meisterporträt TSV Mönchröden: Der Dino sagt Bye Bye!
Neun Spielzeiten lang zählte der TSV Mönchröden zum festen Inventar der Bezirksliga. Neun zum Teil unliebsame Jahre, denn die Sehnsucht nach Höherem war groß am Wildpark. Eine zehnte Saison in Folge wird es nicht geben, denn die Mönche kürten sich selbst zum Meister und Aufsteiger in die Landesliga – und das in letztlich überlegener Manier!
Von Bernd Riemke
So seh'n Sieger aus: Das Team des TSV Mönchröden.

HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH ZUR MEISTERSCHAFT!

Das erste dicke Ausrufezeichen setzte der als Frühstarter bekannte TSV bereits am 1. Spieltag. Der ebenfalls ambitionierte FC Oberhaid gastierte zum Saisonauftakt im Wildpark und wurde mit sage und schreibe 8:1 abgekanzelt. Nachhaltigen Eindruck hinterließ dabei Louis Göhring. Der Neuzugang aus dem thüringischen Sonneberg stellte sich der Liga mit einem astreinen Fünferpack vor. Einem Kunststück, das bis dato noch keinem anderen Spieler in der Bezirksliga gelang. Der 24-Jährige Knippser sollte diese „Einmaligkeit“ beim 8:0-Kantersieg über den SV Coburg/Ketschendorf sogar noch einmal wiederholen, so dass sich Göhring am Saisonende folgerichtig mit insgesamt 30 Treffern auch ligaweit die Torjägerkanone sicherte. Seit 2006 ist der Goalgetter damit überhaupt erst der vierte Akteur, dem dreißig Tore in einer einzigen Spielzeit gelangen – und das in einer Saison mit nur 15 Teams. Neben seinen vier Hattricks gelang ihm siebenmal das ebenso wichtige wie richtungsweisende 1:0, womit der pfeilschnelle Angreifer auf beeindruckende Art und Weise seinen Anteil am Erfolg des Meisters untermauerte.

Das Trainerteam Christian Holzmann, Thomas Hüttl und Marcel Pavel (v.li.n.re.) stößt auf die Meisterschaft an.
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Jugend siegt

Trotz aller individueller Klasse ist auch Louis Göhring nur ein Rädchen im Getriebe des Ligaprimus, das über weite Strecken reibungslos funktionierte. Neben Kapitän Niklas Ehrlich glänzte auch Leonhard Scheler als Torvorbereiter – nicht nur bei ruhenden Bällen. Beide legten beinahe 40% aller Mönche-Treffer auf, wobei sie nicht nur ihren Torjäger Nummer 1 fütterten. Insgesamt trugen sich beim Spitzenreiter nicht weniger als 14 von 23 eingesetzten Spieler in die Torschützenliste ein. Der Kader, aus dessen Stamm fast ein Viertel aller Spieler in die Kategorie U21 zählt, hat ein Durchschnittsalter von 23,5 Jahren und im 29-jährigen Scheler sowie dem 27-jährigen Dauerbrenner Jannik Späth schon die „Opas“ auf dem Trainingsgelände.

Neuer Schwung

Der Dino – kein anderes aktuelles Team gehörte länger als der TSV der Bezirksliga an – verfügte folglich über ein eingespieltes und gewachsenes Gefüge, das vor und während der Serie auf den richtigen Positionen ergänzt und verstärkt wurde. Florian Schubert kam zu Saisonbeginn aus der Kreisklasse, fügte sich neben Leitfigur Marius Stammberger hervorragend in die defensive Viererkette ein und ließ in seinem Eifer auch nicht nach, als ihn zur Winterpause mit Domenic Lauerbach ein neuer Leader ins zweite Glied verdrängte. Genau darin lag zweifelsohne die Stärke des Meisters: ein klassisches „zweites Glied“ gab es nicht. Zwar waren Florian Biemann, Moritz Emig oder Neuzugang Paul Pleiner die teaminternen Einwechselkönige, doch als solche belebten sie den Konkurrenzkampf und sorgten mit ihrer Qualität dafür, dass beim TSV auch nach einem Spielertausch kein Leistungsabfall zu verzeichnen war. Von den Sommer-Neuzugängen standen Tim Holzheid, der im defensiven Zentrum nicht selten den spielstarken Abräumer gab und Kreativkraft Daniel Puff Raum und Zeit verschaffte mit seinen Anspielen Chancen zu kreieren, sowie Timo Salaske in jedem ihrer Einsätze in der Startformation. Diese beiden sammelten im fairsten Team der Liga, das ohne einen einzigen Feldverweis auskam, im Übrigen auch die meisten gelben Verwarnungskarten. Neben Holzheid zählt der ebenfalls erst 20-jährige Nick Beichel zu den Jüngsten im Team, was ihn jedoch nicht davon abhielt, sich mit zehn direkten Torbeteiligung häufiger ins Rampenlicht zu spielen.

Marius Stammberger (li.) war einer der Garanten für den Erfolg. Der Innenverteidiger spielte eine konstant sehr gute Saison.
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Defense wins Championships


Dass der TSV also mit 85 erzielten Toren die treffsicherste Mannschaft der Liga war, ist die eine Seite der Medaille. Dem stehen jedoch gerade einmal 16 Gegentreffer gegenüber. Genauso oft – 16 Mal – stand die defensive Null. All dies sind Ligabestwerte, die eng mit Jonas Köhn verknüpft sind. Der 21-Jährige hielt zwischenzeitlich nicht nur 369 Minuten am Stück seinen Kasten sauber (ligaweit der drittbeste Wert), sondern sorgte mit starken Paraden auf der Linie wie im Eins gegen Eins dafür, dass Mönchröden nach einer Führung meist auch als Sieger vom Platz ging. Von den 23 Saisonsiegen gab es lediglich drei mit nur einem Tor Unterschied. In allen anderen Partien schoss der TSV frühzeitig einen beruhigenden Vorsprung heraus. Dass der Meister dennoch fast vierzig Tore in der letzten halben Stunde eines Spiels erzielte, bekräftigt einzig die Überlegenheit, die die Hüttl-Elf nicht selten ausstrahlte. Sechsmal gelangen der Tormaschinerie mindestens fünf eigene Treffer. Zehn davon steuerte auch Heimkehrer Lukas Köhn bei, der erst in der Winterpause in den Wildpark zurückkam und sich als letztes Mosaiksteinchen nahtlos in die Meistermannschaft einfügte.

Superlative

Eine Mannschaft, die sich von Beginn an in der Spitzengruppe festsetzte und nie mehr als maximal drei Punkte hinter dem Platz an der Sonne rangierte, den sie 17 Mal selbst innehatte. Das Team von Chefcoach Thomas Hüttl, seinem Co Marcel Pavel sowie Torwarttrainer Christian Holzmann beendete die Serie als bestes Heim- und bestes Auswärtsteam. Der Herbstmeister stellte auch in der zweiten Saisonhälfte die punktbeste Mannschaft und ging am Ende mit sieben Zählern Vorsprung über die Ziellinie. Nicht zuletzt die direkten Duelle an der Tabellenspitze gaben den Ausschlag. Zwar gelang es dem SV Merkendorf dem Meister gleich zwei Niederlagen zuzufügen (1:2 / 0:1), doch der FC Oberhaid (8:1 / 3:1) sowie der TSV Schammelsdorf (3:2 / 1:0) wurden beide Male besiegt und mit dem Vize TSV Burgebrach teilte sich Mönchröden zweimal die Punkte (0:0 / 1:1). Im gesamten Saisonverlauf blieben Ehrlich & Co nur zweimal ohne eigenen Treffer. Dies geschah in der Hinrunde in den aufeinanderfolgenden Duellen mit Burgebrach und Merkendorf. Daran schloss sich jedoch bei beeindruckende Serie von elf Siegen in Folge an, die auch der Konkurrenz in bestechender Weise zeigte, dass am TSV Mönchröden in seiner Konstanz kein Weg vorbeiführen würde. Am 23. Spieltag sprang die Hüttl-Elf endgültig und letztmalig auf den 1. Platz und sollte diesen bis zum Schluss verteidigen. Drei Spieltage vor Schluss war Mönchröden zwar schon einmal für 27 Minuten Meister, vergab seinen ersten Matchball jedoch noch durch eine 1:2-Heimniederlage im Derby gegen TSV Meeder. Das folgende 1:0 in Schammelsdorf sollte indes alle Zweifel ausräumen. Nach über zehn Jahren (zuletzt 2010) kehrt Mönchröden, das seine brillante Saison mit dem Sieg im Kreispokal (4:1 gegen Neukenroth) krönte, in die Landesliga zurück.

anpfiff.info gratuliert dem TSV Mönchröden auf das Herzlichste zur Meisterschaft in der Bezirksliga Oberfranken/West 2021/22.

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Tabellenplatzierung

Pl.
 
Team
Sp
Tore
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72:28
64
4
28
79:47
59
5
28
57:34
55

Tabellenverlauf


Top-Torschützen


Top-Vorlagengeber


Team in Zahlen

Spiele
28
Spiele gewonnen
23
Spiele unentschieden
2
Spiele verloren
3
:0
Zu-Null-Spiele
16
0:
Spiele ohne eigenen Treffer
2
Tore gesamt
85
Verschiedene Torschützen
15
Eigentore
2
Elfmetertore
7
Gelbe Karten
46
Gelb-rote Karten
0
Rote Karten
0
Eingesetzte Spieler
23
Zuschauer
2451
Zuschauerschnitt
175

Torbilanz nach Minuten


Serien

Am längsten ungeschlagen
28.08.2021 - 12.03.2022
12 Sp
34 Pkt
39:7 Tore
Am längsten ohne Sieg
12.03.2022 - 20.03.2022
2 Sp
1 Pkt
2:3 Tore
14.08.2021 - 22.08.2021
2 Sp
1 Pkt
0:1 Tore
Die meisten Siege in Folge
28.08.2021 - 20.11.2021
11 Sp
33 Pkt
38:6 Tore
Zuhause ungeschlagen
24.07.2021 - 20.11.2021
8 Sp
22 Pkt
27:3 Tore
Auswärts ungeschlagen
seit 04.09.2021
12 Sp
34 Pkt
34:6 Tore

Spieler-Bilanz

Spieler
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Übersicht enthält nur Verbandsspiele.



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