Jahreshauptversammlung FCL: Eine Million Stunden Fußballfamilie - anpfiff.info
Artikel veröffentlicht am 19.10.2020 um 06:00 Uhr
Jahreshauptversammlung FCL: Eine Million Stunden Fußballfamilie
Äußerst harmonisch ging es zu auf der Jahreshauptversammlung des Landesligisten 1. FC Lichtenfels, bei der der langjährige Präsident Bernd Legal sein Amt zur Verfügung stellte und Nachfolger Frank Herzog in Selbiges gehoben wurde. Neben der emotionalen Übergabe der Amtsgeschäfte warf die Führungsriege vor allem einen Blick in die Zukunft, die weitreichende Veränderungen bringen wird.
Von Bernd Riemke

Walter Schäffler (1958 – 1961). Karl Fleschutz (1961 – 1970). Dr. Günther Hauptmann (1970 – 1994). Hans Schlessing (1994 – 1998). Vier Präsidenten lenkten vor Bernd Legal die Geschicke des ruhmreichen Traditionsvereins am Maindamm. Nach über 22 Jahren im Amt eröffnete der 75-Jährige letztmals eine Jahreshauptversammlung des 1. FCLichtenfels, die aufgrund der aktuell geltenden Bestimmungen aus dem Sportheim in die benachbarte Stadthalle verlagert wurde. Knapp 100 der insgesamt 418 Mitglieder – von denen etwa ein Drittel der Jugendabteilung angehört – wohnten einer Veranstaltung bei, die nachhaltig all das zum Ausdruck brachte, wofür der 1. FC Lichtenfels in seinen Werten steht: freundschaftliches Miteinander, ehrlicher Diskurs und offene Transparenz gegenüber der Fußballfamilie.

Entlastung des Schatzmeisters

Auch Stellvertretende Bürgermeisterin Sabine Rießner lobte in ihrem Grußwort den unermüdlichen ehrenamtlichen Einsatz Vieler und versprach hinsichtlich der bevorstehenden baulichen Projekte, „das umzusetzen, was im Ermessen der Stadt Lichtenfels liegt und sie zu leisten im Stande ist“. Bevor jedoch das Zukunftsteam FCL 2030 das Wort ergreifen durfte, legte Schatzmeister Helmut Scharnagl den überaus erfreulichen Kassenbericht dar. So konnte der 1. FC Lichtenfels das abgeschlossene Geschäftsjahr trotz der coronabedingten Ausfälle mit einem positiven Gewinn abschließen, was vor allem auf das finanziell lohnenswerte Gastspiel des 1. FC Nürnberg im vergangenen Sommer zurückzuführen ist. Der Schuldenstand konnte in den vergangenen fünf Jahren nahezu halbiert werden, so dass der Verein mit Verbindlichkeiten im nur noch mittleren fünfstelligen Bereich positiv in die Zukunft blicken kann, was folgerichtig zu einer einstimmigen Entlastung des Schatzmeisters durch die Mitgliederversammlung führte.

1. Vorsitzender Thomas Neckermann führte durch die Jahreshauptversammlung.
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Berichte aus den Abteilungen

Ebenso erfreulich verliefen die Berichte aus den einzelnen Abteilungen. Der Sportliche Leiter Christopher Fischer hob nicht nur die auszeichnete Kameradschaft unter allen Aktiven hervor, sondern wusste darüber hinaus von sportlich erfolgreichen Zeiten zu berichten, in denen vor allem die Damen-Mannschaft, die in einer Spielgemeinschaft mit dem TSV Staffelstein an den Start geht, mit der Meisterschaft in der Kreisliga Nord sowie dem Gewinn des Kreispokals Glanzlichter setzen konnte. Nicht weniger erfreulich verlief die Dokumentation der Nachwuchsmannschaften durch Jugendleiter Michael Robisch. Er berichtete von leicht steigenden Zahlen an aktiven Kindern und Jugendlichen und zeigte sich dabei zuversichtlich, die entstandene Lücke im A-Junioren-Bereich in den kommenden Jahren wieder schließen zu können. In der in einigen Jahrgängen seit 2017 bestehenden Spielgemeinschaft mit dem TSV Staffelstein und dem Schwabthaler SV begegne man sich auf Augenhöhe, was wiederum den Grundpfeiler für die reibungslose Zusammenarbeit der drei Vereine darstellt.

Standing ovation für den scheidenden Präsidenten

Ehe Wahlleiter Martin Gernlein nach der Entlastung der bisherigen Vorstandschaft zu den Neuwahlen schreiten konnte, grätschte Bernd Legal schmunzelnd in die Tagesordnung. „Noch habe ich hier etwas zu sagen“, gab der 75- Jährige zum Besten und dankte in einer bewegenden Abschiedsrede seinen langjährigen Wegbegleitern, mit denen er das „FCL-Schiff auch in schwerer See immer wieder gemeinsam flott bekommen“ hat. In Anlehnung an die Hochrechnung des Vorsitzenden Thomas Neckermann, der verkündete, dass der 1. FC Lichtenfels in etwa eine Million Stunden alt sei, bekräftigte Legal, dass er über 22 Jahre und damit knapp ein Fünftel des Bestehens des gesamten Vereines an dessen Spitze gestanden habe. Legal prägte eine Ära, in der er sich stets als Teamplayer verstand. Fachliche Ratschläge nahm er ebenso gerne dankend an, wie tatkräftige Unterstützung. Die so oft gepriesene Kameradschaft im Verein lebte er seinen Mitgliedern nicht nur bei geselligen Bier- oder Schafkopfabenden nachhaltig vor. Demütig stellte er sich in den Dienst des Vereines und wurde im Rahmen seiner Rede nicht müde, zahlreichen Freunden zu danken. Mit Tränen erstickter Stimme würdigte er die Leistungen all jener, die ihrem 1. FC Lichtenfels in guten wie in schlechten Zeiten die Treue gehalten haben und bewies damit eindrucksvoll, dass selbst der Präsident als erster Mann an Bord nur eines von vielen kleinen Rädchen ist, die ineinander greifend für das Wohl aller verantwortlich zeichnen.

Voller Stolz übergab Bernd Legal (re.) die Geschicke des Präsidentenamtes an seinen Nachfolger Frank Herzog.
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„Fußball lieb ich einfach“

Bernd Legal hinterlässt mit seiner Persönlichkeit große Fußspuren“, begann im Anschluss der einstimmig gewählte neue Präsident Frank Herzog seine Antrittsrede. Als Herzog V. Präsident in der Historie des 1. FC Lichtenfels tritt er ein großes Erbe an und kann sich dabei der Unterstützung der Vorstandschaft sicher sein. Ihm als „Neigschmeckten“, imponierte in den vergangenen Jahren nicht nur die vorbildliche, beeindruckende Ausübung des verantwortungsvollen Amtes durch seinen Vorgänger Bernd Legal, sondern im Gesamten die „Bodenständigkeit, Ehrlichkeit, die Treue zum Verein und das freiwillige Engagement vieler Ehrenamtlicher“. Herzog, als Unternehmer ein sachlicher, zielstrebiger und klar strukturierter Geschäftsmann „warnte“ die Anwesenden vor seinem zweiten, dem „irrationalen Fußballgesicht“, das von Emotionalität und Leidenschaft für die Jagd nach dem runden Leder geprägt ist. Wie sehr ihn die ruhmreiche Vergangenheit packte und gleichsam dazu antrieb eine blühende Zukunft mitzugestalten, untermalte er verbal mit den Eindrücken, die er gewann als er das Sportheim zum ersten Mal betrat: „Als ich so vor den Wimpeln und Fotografien stand, atmete ich eine besondere Aura ein. Der FCL ist eben ein Traditionsverein“, so Herzog, der im gleichen Atemzug einen Appell an die Mitglieder richtete, dass es das „Engagement der Vielen“ bedürfe, um die Ziele und Herausforderungen zu Zukunft zu erreichen und Visionen umzusetzen..

Popper statt GPS

Eine beziehungsweise die große Vision am Maindamm ist das Projekt FCL 2030, in dem sich ein 15-köpfiges Zukunftsteam unterschiedlicher Themen angenommen hat. Dabei gilt es unter anderem die Jugendarbeit als tragende Säule des Vereins weiter zu stärken, die Eltern vermehrt mit ins Boot zu holen und den Kindern weit mehr zu bieten, als nur die Möglichkeit im Verein Fußball zu spielen. Über die geplanten umfangreichen baulichen Maßnahmen der Liegenschaften berichtete anpfiff.info bereits im Vorfeld, wenngleich der scheidende 2. Vorsitzende Roland Göhring der zu großen Technisierung in den Gesprächen augenzwinkernd einen Riegel vorschob. Solange er als ausgemachter Fachmann auf dem Traktor sitzt, bedarf es keines „GPS-gesteuerten Rasenmähers“ waren sich schließlich alle Beteiligten einig. Neben voranschreitender IT-Maßnahmen, um die interne Kommunikation zu verbessern sollen auch Sponsoring und Marketing langfristig mit einem lokalen Sponsorenpool aufgebaut werden. Über all dem steht jedoch das Credo des 1. FC Lichtenfels von 1906, das sich in der lebendigen Vereinskultur niederschlägt: „Kämpfe mit Leidenschaft, Siege mit Stolz, verliere mit Respekt – aber gib niemals auf!

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Die Wahlergebnisse

Präsident: Frank Herzog

1. Vorsitzender: Thomas Neckermann

2. Vorsitzender: Christian Reuder

3. Vorsitzende: Annette Rübensaal

Schatzmeister
: Helmut Scharnagl und Erhard Geiger

Schriftführer: Ferdinand Müller und Annette Rübensaal

Rechnungsprüfer: Stefan Gummerum und Denise Reuder

sowie ein 15-köpfiger Vereinsausschuss wurden für die kommenden zwei Jahre einstimmig gewählt.


Daten FC Lichtenfels

1. FC von 1906 Lichtenfels e.V.
Gründung: 1906
Mitglieder: 420
Farben: rot-weiß
Abteilungen: Fußball, Kegeln

Erfolge FC Lichtenfels

2019
1. M.: Frauen werden Meister der Kreisliga Nord
2019
1. M.: Frauen feiern Kreispokalsieg
2018
2. M.: Reserve steigt in die Kreisliga auf
2016
1. M.: Meister der Bezirksliga Oberfranken/West
2010
2. M.: Meister der Kreisklasse 2
2006
1. M.: Damen steigen in Bezirksoberliga auf
2006
1. M.: Aufstieg in die Bezirksliga Oberfranken/West
2003
1. M.: Damen werden Kreisliga-Meister
1996
1. M.: Damen steigen in die Bezirksliga auf
1994
1. M.: Meister der Bezirksoberliga Oberfranken
1993
2. M.: Meister der B-Klasse
1991
1. M.: Aufstieg in die Landesliga Nord
1988
1. M.: Oberfränkischer Pokalsieger
1988
2. M.: Meister der B-Klasse
1983
2. M.: Meister der C-Klasse
1982
1. M.: Meister der Bezirksliga Oberfranken/West
1974
1. U19: A-Jugend wird Oberfränkischer Meister
1970
1. M.: Vizemeister der Bayernliga und Teilnahme an den Spielen um die Deutsche Amateurmeisterschaft
1966
1. M.: Oberfränkischer Pokalsieger
1965
1. M.: Oberfränkischer Pokalsieger
1964
1. M.: Oberfränkischer Pokalsieger
1960
1. M.: Nordbayerischer Amateurmeister
1960
1. M.: Teilnahme am DFB Pokal
1960
1. M.: Aufstiegsrunde zur Vertragsspieler-Liga
1958
1. U19: Finalespiele um die Bayerische A-Jugendmeisterschaft
1954
1. M.: Teilnahme an der Deutschen Amateurmeisterschaft
1950
1. M.: Bayerischer Pokalmeister
1946
1. M.: Aufstieg in die Landesliga Bayern-Nord

Kontakt FC Lichtenfels

Postfach 1225
96202 Lichtenfels

EMail: kontakt@fclichtenfels.de


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