Artikel veröffentlicht am 28.12.2018 um 18:00 Uhr
Tolle Aktion beim SV Sylbach: Fußballer als Knochenmarkspender
Tolle Idee des SV Sylbach! Bei der Weihnachtsfeier des Kreisligisten setzten die Fußballer der ersten und zweiten Mannschaft, der Alten Herren und der U19 ein deutliches Zeichen. Ein Großteil ließ sich bei der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS) registrieren. Zudem wurden Spenden für die Gesellschaft gesammelt.
Von Marco Heumann
100 Mark aus der Mannschaftskasse! Was sonst für das eine oder andere Kaltgetränk nach den Spielen oder für eine zünftige Brotzeit Verwendung findet, kommt diesmal der guten Sache zu Gute. „Die Fußballer haben das spontan entschieden“, berichtet Alois Brandl, Vorsitzender des SV Sylbach. Bei der Weihnachtsfeier am Samstag vor dem Heiligen Abend öffnete der Kassenwart das Mannschafts-Portemonnaie und setzte damit ein Signal und einer tollen Aktion das i-Tüpfelchen auf.

Zu Weihnachten Aktion für die DKMS

Der traditionelle Jahresabschluss des Kreisligisten stand nämlich anno 2018 unter einem neuen Stern. Bevor mit Essen, Geschenken und dem Besuch des Nikolaus das althergebrachte und traditionelle Programm ablief, wurde erst einmal geleckt und gewedelt. Wattestäbchen wanderten in Münder und danach in einen Plastikhülse. Aus Fußballern wurden Knochenmarkspender. Die Weihnachtsfeier stand nämlich voll und ganz im Zeichen der DKMS. Die 1991 gegründete gemeinnützige Stiftung wirbt seit vielen Jahren in ganz Deutschland für Knochenmarkspender und hat sich dem Kampf gegen Leukämie verschrieben.

40 machten mit: Fußballer des SV Sylbach sind jetzt Knochenmarkspender.
anpfiff.info

Ben Heigls Fall als Aufhänger

„Die Bekannte einer Bekannten“
, berichtet Alois Brandl, habe ihn auf die Organisation aufmerksam gemacht. Aktueller Anlass und Hintergrund war die Geschichte von Ben Heigl. Vor zwei Jahren erkrankte der heute 15 Jährige aus dem thüringischen Greiz an einer akuten myeloischen Leukämie (AML), einer besonders aggressiven Form von Blutkrebs. Im Universitätsklinikum Jena wurde Ben unter anderem mit einer Chemotherapie behandelt. Trotz einer Sepsis hatte der tapfere Junge die Behandlung gut überstanden und galt als geheilt. Als der Fußballer und WingTsun-Sportler sich vor einigen Wochen wegen einer Grippeinfektion untersuchen ließ der große Schock: Die Leukämie war zurück! Um die Krankheit zu besiegen, benötigt Ben, der in Jena vom Team um Professor Gruhn betreut wird, nun die Stammzellen eines passenden Spenders. Noch ist keiner gefunden, aber jeder, der sich bei der DKMS registrieren lässt, erhöht die Chancen von Ben auf einen Treffer, der sein Leben retten würde.

„Die Bekannte wusste, dass ich Lehrer und Vorsitzender eines Sportvereins bin und hat darauf gesetzt, dass ich etwas auf die Beine stellen würde“
, erzählt Alois Brandl. Sie sollte Recht behalten. Der Vorsitzende, von Beruf Grundschullehrer in Burgpreppach, wollte helfen. In einer Ausschusssitzung seines SV Sylbach stellte er die Idee einer Typisierungsaktion vor. „Alle waren sofort begeistert und dabei.“ Als Rahmen wurde die Weihnachtsfeier gewählt. Im Vorfeld wurde auf Facebook und in den örtlichen Medien auf die Veranstaltung hingewiesen. „Wir wollten jedem aus dem Dorf und auch aus dem Umfeld die Möglichkeit geben, zu uns zu kommen.“

Auch Spieler aus der U19 - Mitte Jonas Krauser - ließen sich als Spender registrieren.
anpfiff.info

Junge wie alte Spieler dabei

Am 22. Dezember war es dann soweit. Erst lecken, dann feiern – so könnte man die Szenerie im Gemeinschaftshaus des Haßfurter Stadtteils beschreiben. „Die Fußballer waren einfach klasse“, lobt Alois Brandl seine Jungs. Nach einer kurzen Einweisung griffen nahezu alle zum Stäbchen. „Nur die, die zu alt oder zu jung waren oder aus anderen Gründen nicht als Spender in Frage kommen, haben sich nicht registrieren lassen.“

Gut 15 Minuten dauert das Procedere. Dreimal muss geleckt und die Stäbchen danach getrocknet werden. „Die Jungs haben sich gegenseitig geholfen. Einer hat dem anderen den Ablauf erklärt.“ Am Ende standen immerhin 40 neu registrierte potenzielle Knochenmarkspender und eine Mannschaft und ein Verein, die zu Recht stolz auf sich sein können. Haben sie doch in der Vorweihnachtszeit ein tolles Signal für Menschlichkeit und Miteinander gesetzt. Eines, das auch bei den anderen Gästen der Weihnachtsfeier ankam. Die stockten nämlich die spontan gespendeten 100 Euro aus der Mannschaftskasse auf 300 Euro auf, mit der die Arbeit der DKMS unterstützt werden kann.

Der Kapitän und frisch gebackene Vater geht voran: Christian Rausch (Mitte).
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Über die DKMS

Quelle: www.dkms.de

Unsere Geschichte


Im Jahr 1991 verstirbt Mechtild Harf, die Ehefrau des Gründers Dr. Peter Harf, an den Folgen ihrer Leukämieerkrankung. Peter Harf versprach seiner Frau, sich dafür einzusetzen, für jeden Blutkrebspatienten einen passenden Stammzellspender zu finden. Zu diesem Zeitpunkt waren in Deutschland lediglich 3.000 Menschen als potenzielle Stammzellspender erfasst.

Das Handeln der DKMS ist langfristig ausgerichtet auf die Erfüllung der Vision: Wir besiegen Blutkrebs. Auf dem Weg dahin sind wir seit unserer Gründung im Jahr 1991 schon weit gekommen. Aber noch haben wir den Blutkrebs nicht besiegt. Deshalb arbeiten wir täglich mit Hochdruck daran, immer besser zu werden und noch mehr Patienten zu retten:

Im Jahr 2004 startete die internationale Arbeit der DKMS-Familie, zunächst in den USA, 2009 in Polen, 2013 in UK und 2018 in Chile. Im Zuge der Internationalisierung hat die DKMS auch ihre Mission erweitert. Mit einem umfassenderen Tätigkeitsfeld kommt die Organisation ihrem übergeordneten Ziel näher, den Blutkrebs zu besiegen.

Unsere Vision

DKMS steht für Deutsche Knochenmarkspenderdatei und unsere Vision lautet: Wir besiegen Blutkrebs. Wir wollen für jeden Blutkrebspatienten einen passenden Spender finden oder den Zugang zu Therapien ermöglichen – überall auf der Welt.

Unsere Mission

Wir registrieren Stammzellspender: Wir motivieren Menschen zur Registrierung als Stammzellspender, um Blutkrebspatienten weltweit eine zweite Chance auf Leben zu geben.
Wir ermöglichen Therapien: Wir haben uns das Ziel gesetzt, Blutkrebspatienten notwendige Therapien zu ermöglichen.
Wir unterstützen die Weiterentwicklung von Therapien gegen Blutkrebs: Wir fördern die Weiterentwicklung von allogenen Stammzelltransplantationen.
Wir verbessern das Wohlbefinden von Patienten: Wir kümmern uns um Patienten und stellen Informationen und Programme zur Verfügung, die beim Umgang mit einer lebensbedrohenden Erkrankung helfen.

Unsere Aufgaben


• Wir schaffen Aufmerksamkeit für Blutkrebserkrankungen und deren Behandlung.
• Wir registrieren potenzielle Stammzellspender, um das Leben von Patienten zu retten.
• Wir motivieren die Öffentlichkeit und Unternehmen, Registrierungsaktionen zu organisieren.
• Wir sammeln Spendengelder im Kampf gegen Blutkrebs, um damit zum Beispiel Registrierungskosten finanzieren und Patienten besser unterstützen zu können.
• Wir unterstützen die Weiterentwicklung von Therapien gegen Blutkrebs – durch unsere eigene Forschung und modernste Technologie in unserem Labor.
• Wir pflegen eine nachhaltige Beziehung zu unseren Spendern vom Tag der Registrierung an.

Unsere Finanzierung

Zur DKMS Gruppe gehört neben der DKMS auch die DKMS LIFE und die DKMS Nabelschnurblutbank.
Die Kosten für die Registrierung neuer Spender werden nicht vom Gesundheitssystem übernommen. Im Kampf gegen Blutkrebs zählt jeder Euro, denn allein jede Registrierung eines neuen Spenders kostet die DKMS 35 Euro. Machen auch Sie mit! Wir brauchen Sie!

Die Finanzierung der DKMS stützt sich auf zwei Säulen: Zum einen auf Geldspenden von Privatpersonen und Unternehmen, zum anderen auf Kostenerstattungen der Gesundheitssysteme für die Spenderdateipflege und für die erfolgreiche Vermittlung eines Stammzellspenders an einen suchenden Blutkrebspatienten.

Durch die zweiteilige Finanzierung und ihr effizientes Wirtschaften ist die DKMS ein wirtschaftlich rentables Non-Profit-Unternehmen. Das Unternehmen trägt sich selbst und kann so unabhängig von staatlichen Geldern arbeiten. Für den Ausbau der Datei ist die DKMS jedoch trotz aller Erfolge auf finanzielle Unterstützung durch Geldspender angewiesen.



Spender werden

Überprüfen Sie die Voraussetzungen

Grundsätzlich kann jeder gesunde Mensch, der zwischen 17 und 55 Jahren alt ist und nicht bereits bei der DKMS oder einer anderen Datei registriert ist, Stammzellspender werden.

Hier geht es zur Registrierung.

Daten SV Sylbach

SV Sylbach
Gründung: 1911
Mitglieder: 420
Farben: Rot/grün
Abteilungen: Fussball, Aerobik, Kinderturnen,Zumba

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