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Artikel veröffentlicht am 01.03.2017 um 16:00 Uhr
Einwurf – die Fußball-Glosse: „Am Aschermittwoch ist alles vorbei“
Naja, „alles“ ist dann doch ein wenig übertrieben. Die Erde dreht sich schließlich noch. Dennoch, mit dem Aschermittwoch endet das närrische Treiben und viele legen eine 40-tägige Fastenzeit ein. Der Name Aschermittwoch kommt übrigens aus dem Ruhrgebiet, wo häufig noch auf Asche gespielt wird. Manchmal eben auch mittwochs.
Von Markus Schütz
Und wenn dann während eines solchen Mittwochsspiels auf Asche der Stürmer im vollen Lauf vom Verteidiger gefoult wird, auf den Rücken knallt und dann wieder aufsteht, dann hat er das berühmte Aschekreuz... Das aber nur am Rande als kleiner Exkurs. Rechtzeitig zum Ende der Faschingszeit beginnt der Ernst des Fußballerlebens wieder, die Punkterunde. "Grimmetaten erwachet. Auf zu Zorn, auf zu Verderben und blutig Morgen! Bei allem, was euch teuer ist auf dieser Welt, sage ich: Haltet Stand!", würde König Théoden aus Herr der Ringe vor dem ersten Punktspiel nach dem Winter sagen. Wenn er Fußballtrainer wäre. So sagen wir ganz einfach: Raus aus den Prinzessinnen-Kostümen, Krönchen ablegen – und rein ins Trikot, es geht wieder los, liebe Fußballer! 

Wie Fußballer Verzicht üben können

Doch zurück zur Fastenzeit! Die meisten Menschen lassen Süßigkeiten, Zigaretten oder Alkohol weg! Der Alkohol scheidet bei Fußballern allerdings aus. Ihn wegzulassen würde leistungsmindernd wirken, wie schon Max Merkel, ein aus Wien stammender Folterknecht auf der Trainerbank, wissenschaftlich belegte. Denn er ließ einst die Alkoholiker gegen die Nichtalkoholiker in seinem Team in einem Trainingsspiel gegeneinander antreten. Als die Alkoholiker 7:1 gewannen, sagte er: "Sauft's weiter...!" Dem ist nichts mehr hinzuzufügen! 

Aber ganz egal, was es ist, auf das man verzichtet, der Verzicht muss spürbar, er muss ein echtes Opfer sein. Wenn Reiner Calmund am Tag zwei Wiener Schnitzel weglässt oder die Bayern ihre Tore nach der 90. Minute, dann ist das zwar auch ein Verzicht, aber es ist irgendwie schwer vorstellbar, dass es ihnen so richtig wehtut...

Hier deshalb eine unvollständige Liste, auf was Fußballer während der nun beginnenden Fastenzeit verzichten können oder sollten...!!

Auf die Auflaufprämie

Da es selbst mittlerweile in den untersten Spielklassen Geld fürs Fußballspielen gibt, wäre es doch eine schöne Sache, wenn mancher Kreisklassenkicker von jetzt an bis Ostern auf seine Auflaufprämie verzichten würde. Denn ein solcher Fußballer hat es doch sowieso weit gebracht: Er bekommt – zwar nicht viel, aber doch ein wenig – Geld für etwas, das er zwar nicht allzu gut, aber doch verdammt gerne macht... Fast wie die männlichen Darsteller in Amateurpornos...!

Auf Fastfood

Es ist kein Geheimnis, dass viele unterklassige Fußballer ein paar Kilo zu viel auf den Rippen haben. Sicher nicht ganz so schlimm, wie der der englische Torwart William Henry Foulke, genannt Fatty. Er spielte um 1900 herum, also zu einer Zeit, als die Tore noch aus Holz und die Zuschauer mit Handschlag begrüßt und nicht von oben bis unten abgetastet wurden. Seine Fäuste ließen Torlatten zerbrechen, er tunkte Stürmer mit dem Kopf in den Schlamm und setzte sich auf sie, wenn sie ihn ärgerten. Und das war kein Spaß, denn er wog bei einer Größe von 1,88 Metern satte 140 Kilogramm. Solche Exemplare sind natürlich eher selten auf unseren Fußballplätzen, aber dennoch sollte mancher Kicker die Gelegenheit nutzen, um für 40 Tage beispielsweise auf Fastfood zu verzichten. Wer kennt sie nicht, die Stopps bei McDonalds ober bei BurgerKing, auf der Heimfahrt von der Auswärtsniederlage. Weglassen! Denn einer Studie des Bayerischen Fußballverbandes zufolge, können 80 Prozent der 28- bis 40-jährigen Amateurfußballer zwar die Sachen, die sie vor zehn Jahren getragen habe, heute noch tragen – allerdings nur in einer Tüte...

Auf Haargel, Creme etc.

Spieler sollten grundsätzlich darauf verzichten, sich vor dem Spiel noch einmal die Haare zu gelen, Creme aufzulegen, das Stirnband richten und was man sonst nicht alles vor dem Kabinenspiegel tut, um gut auszusehen. Denn dieser Verzicht wäre tatsächlich leistungssteigernd, wie Soziologie-Professor Ulrich Rosar in seiner Studie "Physische Attraktivität und individuelles Leistungsverhalten" 2012 herausfand. Als er nämlich die Attraktivität von 483 Bundesligaprofis verglich, stellte er als Ergebnis fest: "Wer gut aussieht, muss nicht so viel tun, um positiv wahrgenommen zu werden. Deshalb strengen sich Gutaussehende beim Fußball weniger an." Selbstverständlich gibt es immer auch Ausnahmen bei solchen Regeln. Nämlich Mats Hummels... und mich: Optisch gesehen dürfte er keinen Ball treffen - und ich hätte der Studie zufolge das Zeug zum Profi gehabt! Jedenfalls sollten sie sich vor dem nächsten Spiel ihren Gegenspieler genau ansehen. Wenn es Sie dabei graust, dann warten wohl 90 Minuten Schwerstarbeit auf Sie...

Auf blähende Lebensmittel

Die gelb-rote Karte feierte im vergangenen Jahr ihr 25. Jubiläum. Eine der wohl kuriosesten Gelb-Roten gab es im Jubiläumsjahr in Schweden, als ein Amateurfußballer wegen eines Furzes vom Feld gestellt wurde. Quasi "Wir spielen zuerst gegen den Wind..." mal ganz anders. Endlich wollen nun auch die deutschen Schiedsrichter rigoros gegen derartige Stinkstiefel vorgehen. Wenn also demnächst ein Schri vor einem Akteur steht und sagt: "Wenn ich noch einen Ton von Ihnen höre...!", dann muss der Spieler nicht unbedingt etwas gesagt haben davor! Diese Regel gilt allerdings nur für den Herren-Fußball, denn wie wir alle wissen, furzen Frauen ja nicht. Trotzdem und damit zurück zum schwedischen Stinkstiefel: Gelb-Rot klingt im ersten Moment als Strafe vielleicht etwas übertrieben. Aber mancher von Ihnen hatte es sicher schon mit Gegenspielern zu tun, die hätten für das gleiche Vergehen sicher glattrot verdient gehabt - und mindestens 40 Tage Sperre. Damit die eigene Mannschaft durch einen so entstandenen Platzverweis nicht geschwächt wird, empfiehlt es sich, neben dem unvermeidlichen Eisspray immer auch eine Packung Flatulini im Medizinkoffer mitzuführen...

Auf Ausreden/Absagen

Was für ein heroischer, schmerzhaft spürbarer Verzicht wäre es für viele Spieler, wenn sie 40 Tage lang auf Ausreden verzichten und immer (!) beim Training oder Spiel da sein würden... Außer natürlich, es handelt sich bei der Absenz um einen absoluten Notfall. So, wie bei Emile Mpenza, als er in der Saison 2008/09 für Plymouth in England spielte. Sein damaliger Trainer Paul Sturrock wird zitiert: "Mir wurde komplett ernst versichert, dass Emile Mpenza am Vorabend Viagra eingenommen und noch immer eine Erektion hätte. Deshalb könne er nicht am Training teilnehmen!" Sind wir ehrlich: Selbstverständlich (!) ist das ein triftiger Grund, das Training aufgrund der Verletzungsgefahr ausfallen zu lassen, ein anständiger Flugkopfball ist in diesem Zustand nahezu undenkbar... beim Lattenschießen danach hätte er allerdings dann schon teilnehmen können.

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