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Artikel veröffentlicht am 30.06.2020 um 18:35 Uhr
Vom Failsberg an den Valznerweiher: Nadja Burkard wechselt in die Regionalliga
Im zentralen Mittelfeld ist Nadja Burkard in den vergangenen eineinhalb Jahren zu einer prägenden Figur geworden, die ein Spiel zu lesen und entscheidende Akzente zu setzen vermag. Nicht zuletzt diese Fähig- und Fertigkeiten gaben nun den Ausschlag für ihren Transfer zum 1. FC Nürnberg, der in der Regionalliga ambitionierte Ziele verfolgt.
Von Bernd Riemke
„Wir freuen uns sehr, dass Nadja uns verstärkt. Sie ist eine extrem dynamische und spielstarke Mittelfeldspielerin, die eine ausgeprägte Technik und eine gute Abschlussstärke mitbringt. Wir sind davon überzeugt, dass sie in unserem Spielsystem zu einem entscheidenden Mehrwert werden kann.“ FCN-Kaderplaner Christian Goebel spart nicht mir Vorschusslorbeeren für seine Neuverpflichtung im zentralen Mittelfeld.

Die lange Leidenszeit

Dabei könnte der Werdegang der Nadja Burkard in den vergangenen Jahren kaum rasanter gewesen sein. Über den ASV Herrnsdorf/Schlüsselau und den TSV Hirschaid gelangte sie zu den Junioren des FC Eintracht Bamberg, wo sie im Nachwuchsbereich bis zur U15-Altersklasse stets in Jungs-Mannschaften zum Einsatz kam. „Dann nahm das Drama seinen Lauf“, schildert die 20-Jährige ihre schier unfassbare Schreckensbilanz von drei Kreuzbandrissen inklusive fünf Operationen im linken Knie, die sie bis zum ihrem 19. Lebensjahr kein Fußballspiel mehr bestreiten ließen. „Das hat sich ewig hingezogen und ich hatte ehrlich gesagt zwischendurch die Lust verloren“, gewährt Nadja Burkard ehrliche Einblicke in ihre Gefühlswelt. Hubert Richter, der sie bereits in der U15 beim FC Eintracht Bamberg trainierte, holte sich zum SV Frensdorf, gab ihr den nötigen Rückhalt und führte sie behutsam an die Herausforderung Frauen-Bayernliga heran.

Erstes Spiel, erstes Tor! Mit einem Paukenschlag betrat die jubelnde Nadja Burkard im März 2019 die Szene des Frauenfußballs.
anpfiff.info

Von 0 auf 100

Ihr Einstand hätte furioser nicht sein können. Am 31. März 2019 debütierte sie im Heimspiel gegen SV Thenried und steuerte zum 4:0-Erfolg prompt zwei eigene Treffer bei. Bis zum heutigen Tage stehen sieben Tore in 23 Bayernligapartien für den SV Frensdorf in ihrer persönlichen Statistik zu Buche. Eine Bilanz, die nicht zuletzt den 1. FC Nürnberg wieder auf den Plan rief. Die Verantwortlichen am Valznerweiher beobachteten das Balljuwel schon in jungen Jahren, verloren die begnadete Technikerin nie aus den Augen und holten Nadja Burkard zur Saison 2020/21 zum ambitionierten Regionalligisten, der die abgebrochene Spielzeit 2019/20 aufgrund der Quotientenregel auf dem 4. Platz beendete. anpfiff.info bat die Senkrechtstarterin zum Gespräch.

Frau Burkard, was hat für Sie letztlich den Ausschlag gegeben, zum Club nach Nürnberg zu wechseln?
Nadja Burkard: Ich war letztes Jahr schon einmal zum Probetraining dort und habe wesentliche Unterschiede in der Trainingsarbeit bemerkt. Das hat mir richtig Spaß gemacht. Außerdem bin ich früher mit einigen Spielerinnen wie Rebecca Leinberger oder Hanna Sauer gemeinsam zur Schule gegangen. Der größte Faktor war allerdings, dass ich es noch einmal probieren möchte, höherklassig zu spielen, nachdem ich so lange verletzt war.

Sind diese schwerwiegenden Verletzungen denn ganz abzuschalten, wenn Sie auf dem Platz stehen?
Nadja Burkard: Ganz wegkriegen werden ich das wohl nicht. Die Verletzungen sind schon immer noch in meinem Kopf, aber wenn ich auf dem Platz stehe, denke ich nicht daran. Das muss auch so sein, weil sonst ständig die Angst mitspielen würde, dass wieder etwas passieren kann.

Von den Qualitäten ihrer neuen Mitspielerin durften sich die Club-Frauen beim Pokalspiel im Oktober 2019 am Failsberg selbst überzeugen als Nadja Burkard (gelb) ihre Stärken eindrucksvoll unter Beweis stellte.
anpfiff.info

Sie sprachen von den Unterschieden in der Trainingsarbeit. Woran war das vordergründig festzumachen?
Nadja Burkard: Vor allem an der Geschwindigkeit, aber auch am Passspiel. Hinzu kommt, dass die Zweikämpfe insgesamt robuster geführt werden.

Welche Erwartungen hegen Sie für sich persönlich nach Ihrem Transfer?
Nadja Burkard: Ich gehe schon nach Nürnberg, weil ich spielen will. Ich werde mich richtig reinhängen, um Einsatzzeiten von Beginn an zu bekommen und möchte noch mehr aus meinem Potenzial herausholen.

In welcher Rolle sehen Sie sich denn selbst gerne?
Nadja Burkard: Trainer Osman Cankaya sieht mich wohl als offensiven Sechser, also eine Art Achter. Ich denke, dass mir grundsätzlich die Rolle im zentralen Mittelfeld am besten liegt.

Welche Stärken bringen Sie denn nach Ihrer eigenen Einschätzung in das Spiel ein?
Nadja Burkard: Ich bin im offensiven eins gegen eins ganz gut, weil ich auch recht schnell bin und über eine gute Ballbeherrschung verfüge. Außerdem verfüge ich über eine gute Übersicht und spiele gern die Bälle in die Tiefe in die Schnittstellen der gegnerischen Abwehr. Insgesamt möchte ich – wie gesagt – aus meinem Potenzial noch mehr herausholen.

Aus den Ambitionen eines Aufstiegs in die 2. Liga macht man am Valznerweiher gar keinen Hehl. Ist eben jene 2. Liga für Sie auch das angestrebte Fernziel?
Nadja Burkard: Ich will mich zunächst einmal in Nürnberg durchsetzen und mich darauf konzentrieren. Für die Zukunft schmiede ich noch keine Pläne. Für mich persönlich bin ich sogar froh, dass der Club vorerst noch in der Regionalliga spielt. Der Sprung für mich von der Bayern- direkt in die 2. Liga wäre vielleicht im Moment noch zu groß gewesen.

Sie haben beim SV Frensdorf in jedem Fall Spuren hinterlassen. Was bleibt für Sie von Ihrer Zeit am Failsberg hängen?
Nadja Burkard: Ich habe in jedem Fall sehr gute Freunde kennengelernt und darüber bin ich außerordentlich froh. Darüber hinaus durfte ich viele gute Erfahrungen sammeln und werde sicher so oft es geht bei Spielen zum Zuschauen oder auch zu der ein oder anderen Feier kommen… (schmunzelt).

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Leser-Kommentare


Steckbrief N. Burkard

Nadja Burkard
Alter
20
Geburtsort
Bamberg
Wohnort
Herzogenaurach
Familie
ledig
Nation
Deutschland
Größe
172 cm
Beruf
Werkzeugmechanikerin
Hobbies
Motorrad fahren, Basketball, Sport, Freunde treffen
Starker Fuß
Rechtsfuß
Lieb.-Position
zentrales Mittelfeld ("10er")


Entweder...oder

Valznerweiher oder Failsberg
Allein von der Spielstätte her entscheide ich mich für den Valznerweiher (lacht), aber die Atmosphäre bei den Heimspielen in Frensdorf war für mich immer etwas ganz besonderes.
Tore schießen oder Tore vorbereiten
Ich lege natürlich gerne auf und freue mich mit den anderen, aber wenn ich selber ein Tor schieße ist das schon nochmal etwas anderes (lacht).
Regionalligameister oder Bayerischer Hallenmeister
Beides! Der Gewinn der Bayerischen Meisterschaft war für mich auf jeden Fall das Highlight schlechthin in Frensdorf. In meinen Träumen sind wir irgendwann mit dem FCN Regionalliga-Meister (grinst).
Lebkuchen oder Drei im Weckla
Drei im Weckla. Ich bin eher herzhaft als süß (lacht).

Auf ein Wort...

Wenn ich ein Tier wäre, wäre ich ein Löwe. Das ist auch mein Sternzeichen und die Merkmale eines Löwen wie Durchsetzungskraft oder Kreativität kann man auch durchaus auf mich übertragen.

Niemals verzichten möchte ich auf Musik. Überall wo ich bin, höre ich Musik. Am liebsten Hip Hop oder Deutsch Rap.

Wenn ich mit einem Fußballer zusammenspielen dürfte, wäre es Kylian Mbappé. Er ist mein absoluter Lieblingsspieler. Ich finde es einfach krass, wie er spielt. Die Geschwindigkeit in seinen Dribblings fasziniert mich.

Meine Rückennummer ist die 23. Ich konnte zwischen ein paar Nummern wählen und da fand ich Michael Air Jordan, der die 23 getragen hat, ziemlich cool.

Wenn ich 1 Million im Lotto gewinnen würde, würde ich mir ein neues Auto kaufen und eine Weltreise machen. Auf jeden Fall dahin, wo es warm ist: Kuba, Mexica oder Südafrika würde mich reizen.

Karriere in Zahlen N. Burkard

Spiele
23
Spiele gewonnen
12
Spiele unentschieden
5
Spiele verloren
6
Tore gesamt
7
Vereine
2
Aufstiege
0
Abstiege
0

Hintergründe & Fakten

Personendaten


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