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Artikel veröffentlicht am 13.12.2019 um 14:00 Uhr
Werbung für Automatenspiele: Hat Schweinsteigers Werbung der Industrie genutzt?
Dass Prominente und (Ex-)Fußballer Werbung für Glücksspiel machen, ist nichts Neues. Allerdings rief kaum eine Kampagne so viele Kritiker und negative Stimmen auf den Plan wie ein Spot der Deutschen Automatenwirtschaft mit Bastian Schweinsteiger, der im vergangenen Jahr veröffentlicht wurde. Der Clip wurde rund 700 Mal im Kino und TV gezeigt. Parallel dazu gab es 3.500 Plakate. Doch was war eigentlich das Problem?
Von Manni Meisenkaiser
Zwei Personen vor drei beleuchteten Spielautomaten.
Spielautomaten können heutzutage nach wie vor auf klassischem Wege in der Spielothek bespielt werden, aber auch digital im Web.
Pixabay.com

Es war einer der umstrittensten Werbespots in der jüngsten Vergangenheit und ob er letztlich den intendierten Erfolg gebracht hat, erscheint fraglich. Die Rede ist von einem im vergangenen Jahr veröffentlichten Schwarz-Weiß-Spot, in dem der ehemalige deutsche Nationalspieler Bastian Schweinsteiger, der laut sueddeutsche.de seit dem Jahr 2017 für Chicago Fire spielt, für die Deutsche Automatenwirtschaft (DAW) wirbt. In dem Spot ist zunächst zu sehen, wie Schweinsteiger durch die Straßen Chicagos fährt.

Im Folgenden werden fußballerische Szenen aus Schweinsteigers Karriere eingeblendet und gezeigt, wie der Ex-Nationalspieler an einer Spielhalle vorbeifährt. Der gesamte Spot ist mit eingesprochenen Botschaften untermalt. So sagt Schweinsteiger z.B.: „Natürlich geht es immer um gewinnen oder verlieren. Das Allerwichtigste ist aber, sauber zu spielen – egal wo und was Du spielst. (…) Deshalb braucht es legale Spielhallen, die sich an Recht und Gesetz halten.“

Botschaften Schweinsteigers im TV, Kino und auf Plakaten

Der Spot, an dessen Ende das Logo der Deutschen Automatenwirtschaft (DAW) eingeblendet wird, wurde im Fernsehen und Kino 700 Mal geschaltet. Darüber hinaus gab es 3500 Plakate mit Schweinsteigers Gesicht, einem Zitat aus dem Spot und dem Logo der DAW.

Die gesamte Kampagne wurde von vielen Experten als problematisch eingestuft. Heutzutage ist es sehr einfach, den Einstieg ins Glücksspiel zu finden. Wie man Automatenspiele online kostenlos ausprobieren kann, wird z.B. auf Seiten wie automatenspiele.org beschrieben. Demnach offerieren etliche Online Spielotheken nicht nur zahlreiche Gratis-Slots, sondern spendieren ambitionierten Spielern obendrein üppige Boni, die bis in den vierstelligen Bereich hineinreichen. Populär sind dabei vor allem Automaten von Entwicklern wie NetEnt, Microgaming oder Playtech.

Tatsächlicher Werbenutzen kann nicht genau beziffert werden

Kritisiert wurde die Kampagne des bei Groß und Klein beliebten Schweinsteigers vor allem von Suchtexperten, die anführten, dass es sich rein um eine Werbemaßnahme für Geldspielautomaten gehandelt habe, die unter dem Deckmantel einer Aufklärungskampagne stattgefunden hätte. Bezug genommen wurde dabei auf die Zahl von 800.000 Spielsüchtigen, die es alleine in Deutschland gebe.

Stellung genommen hatte damals ebenso die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung im Kontext von Schweinsteigers Vorbildfunktion. Viele junge Fußballfans identifizieren sich mit der lebenden Legende und betrachten sie als Vorbild. Dass der Spot bzw. die gesamte Kampagne der DAW und der Glücksspielbranche insgesamt mehr Nutzen als Schaden eingebracht hat, erscheint ungewiss und aufgrund des starken medialen Echos fragwürdig.

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