Artikel veröffentlicht am 30.10.2020 um 11:00 Uhr
Runder Tisch: Kunstrasen war ein heißes Thema
Auch wenn die Hallenstadtmeisterschaft nicht wie gewohnt stattfinden kann, trafen sich die Vertreter der Bayreuther Fußballvereine im Oberpreuschwitzer Sportheim, um sich über wichtige Themen abzustimmen. Ganz oben stand dabei die Nutzung des Kunstrasens. Hier wurde ein neues Großprojekt zumindest angedacht.  
Von Hans-Jürgen Wunder
Trotz hoher Coronazahlen ließen es sich die Vertreter der Bayreuther Fußballvereine - unter Wahrung des Mindestabstandes und der Maskenpflicht - nicht nehmen, am Runden Tisch teilzunehmen, zu dem der Stadtsportverband (SSV) lud. Eher zufällig war Stadtrat Stephan Müller anwesend, der zugleich dem Sportausschuss angehört und so manches interessante Detail zu berichten wusste. Und auch Henrik Schödel, der neue Leiter des Nachwuchszentrums, stattete seinen Antrittsbesuch ab. Zunächst einmal ging der SSV-Vorsitzende Wolfgang Lüdtke noch auf die abgesagte - oder auch nur aufgeschobene - Stadtmeisterschaft im Hallenfußball ein und meinte. "Ich habe natürlich Verständnis, dass die Turniere in der heißen Phase der Pandemie nicht stattfinden können. Aber vielleicht entspannt sich die Situation ja, so dass wir sie im Februar oder März nachholen können. Denn wir sollten die Tradition in jedem Fall aufrecht erhalten, sofern das möglich ist."

Mit  Maske: Wolfgang Lüdtke (Vorsitzender des Stadtsportverbandes), Volker Beck (Landesligaspielleiter und FSV-Vertreter) und Martin Fraß (Sportwart).
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Kommt neuer Kunstrasen?

Gerade in den Wintermonaten mit schwierigen Bedingungen wächst bei den Vereine der Wunsch, ihre Mannschaften auf dem städtischen Kunstrasen trainieren zu lassen. Allerdings ist das mitunter eine kostspielige Sache. "Wir bezahlen für unsere Nachwuchsmannschaften über 10.000 Euro an die Stadt und überlegen ständig, wie wir diese Kosten reduzieren können", berichtete Henrik Schödel von der SpVgg Bayreuth. Das verwunderte den Großteil der Anwesenden, die davon ausgegangen waren, dass zumindest die Teams des Nachwuchsleistungszentrums - wie die Talente beim Basketball oder Eishockey - kostenlos trainieren können. Lediglich der TFC Bayreuth kommt in den Genuss, den Kunstrasen für Trainingszwecke und Punktspiele mangels eigenem Gelände beanspruchen zu können, ohne dafür berappen zu müssen. Eine Ungerechtigkeit, wie ein Bayreuther Verantwortlicher bemängelte. "Andere Vereine stecken Tausende von Euro und viel Arbeit in die eigenen Anlagen und müssen dann auch noch bezahlen, wenn sie in der Winterzeit auf das städtische Gelände ausweichen. Dagegen hat der TFC keine Kosten und wird hier auch noch bevorzugt." Insofern wurde der Vorschlag noch einmal aufgegriffen, den Vereinen zumindest teilweise den Kunstrasen kostenlos zur Verfügung zu stellen. Bereits vor vier Jahren gab es einen Vorstoß in dieser Sache, der aber dann im Stadtrat abschlägig beschieden wurde. "Eigentlich unverständlich, denn fast jeder Verein hat einen Vertreter in diesem Gremium, der ihm nahesteht. Und in Corona-Zeiten, in der die Einnahmen weggebrochen sind, würde es die Sportvereine entlasten, der Stadt dagegen relativ wenig kosten", hieß es unisono.  Jetzt möchte man in dieser Sache einen neuen Vorstoß wagen. Die Verteilung der Zeiten soll entsprechend der Anzahl der Mannschaften eines Vereins erfolgen. Einen entsprechenden Vorschlag hatte Sportwart Martin Fraß schon vor Jahren ausgearbeitet und fand erneut viel Zustimmung. Stadtrat Stephan Müller verwies darauf, dass die Verteilung der Zeiten bei kostenloser Nutzung noch schwieriger werden würde. Insofern beschäftigten sich die Anwesenden auch kurz mit der Vision eines zweiten Kunstrasenplatzes in der Wagnerstadt, zumal die Förderung dieser Projekte derzeit sehr hoch sei. "Alleine können wir das derzeit nicht stemmen, aber wenn wir Partner finden, wäre das durchaus vorstellbar", meinte Henrik Schödel von der SpVgg Bayreuth. Allerdings käme das freie Gelände auf der Jakobshöhe Richtung Bezirkslehrgut wohl nicht in Frage, weil es komplett erschlossen werden müsste.

Stattete seinen Antrittsbesuch ab: NLZ-Leiter Henrik Schödel.
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Miteinander statt gegeneinander

Sofern die Stadtmeisterschaft durchgeführt worden wäre, hätte die SpVgg Bayreuth darauf verzichtet, im E- und F-Jugendbereich eine eigene Mannschaft zu stellen. Das wurde mit den Nachbarvereinen so abgesprochen und hat den Hintergrund, dass die Altstädter in einer Privatliga antreten. Überhaupt zeigte sich Henrik Schödel sehr versöhnlich und kooperativ. "Wir wollen bei der SpVgg Bayreuth unseren eigenen Nachwuchs aufbauen und nicht Spieler aus der Umgebung abwerben." Freilich lässt es sich mitunter nicht vermeiden, dass es das eine oder andere Talent trotzdem auf Jakobs Höhen zieht. Oft stehen dabei Eltern als treibende Kraft im Hintergrund, die sich auch nicht scheuen, ihre neunjährigen Sprösslinge dreimal in der Woche nach Nürnberg zu fahren, weil sie sich vom Nachwuchs eine große Karriere erhoffen. "Wenn ich sehe, welche Talentsucher bereits bei den Kleinen schon herumschwirren und die Telefonnummern der Eltern haben möchten", berichtet der NLZ-Leiter von dem harten Kampf um Talente. Im letzten Jahr haben die Altstädter alleine im C-Juniorenbereich acht Jungkicker an höherklassige Vereine verloren. Umso wichtiger ist Schödel ein gutes Miteinander in der Bayreuther Fußballfamilie. Deshalb bot er auch an, einen Trainerlehrgang zu organisieren, bei dem Jungtrainer im Nachwuchsbereich erste Kenntnisse erwerben können. Das gab es schon einmal, wie ein Vereinsvertreter berichtete. "Anschließend sind dann von der SpVgg alle acht Trainer abgeworben worden."      

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