Artikel veröffentlicht am 28.07.2020 um 18:00 Uhr
520 Mal in der Eliteklasse am Ball: Wer ist Frankens Rekord-Bundesligaspieler?
520 Bundesligaspiele für vier Vereine! Dabei 63 Tore erzielt! Das sind die Daten des Mannes, der in der Top Ten sogar einen früheren Weltmeister und Weltfußballer deutlich hinter sich lässt. Wer die Nummer eins und damit Frankens-Rekord-Bundesligaspieler ist hat Maximilian Glas vom Coburger Tageblatt in Erfahrung gebracht.
Von Maximilian Glas/Coburger Tageblatt
Welche Fußball-Profis mit Geburtsort in Franken absolvierten in der 57-jährigen Bundesliga-Geschichte die meisten Spiele? Ein mittlerweile 74-jähriger Unterfranke verweist Stefan Reuter, Lothar Matthäus und Rudi Bommer auf die Plätze.

Im Mai 2018 ging es noch einmal back to the roots: Lothar Matthäus im Trikot seines ersten Vereins, dem FC Herzogenaurach.
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Lothar Matthäus "nur" auf Rang drei

Weltmeister, Europameister, Weltfußballer, siebenmaliger deutscher Meister und deutscher Rekordnationalspieler: die Liste von großen Titeln und Rekorden, die Lothar Matthäus (59) in seiner aktiven Fußballer-Karriere einfuhr, ließe sich noch um viele Zeilen fortführen. Doch für den Titel „Rekord-Bundesligaspieler aus Franken“ reicht es für den Herzogenauracher und heutigen TV-Experten nicht.

Mit 464 Bundesliga-Spielen belegt Matthäus in dieser Rangliste Platz drei. Dass ihn zwei gebürtige Franken hinter sich lassen, ist auch der Tatsache geschuldet, dass „Il Grande“, wie Matthäus in Italien getauft wurde, vier Spielzeiten bei Inter Mailand in der Serie A verbrachte.

Seine komplette Laufbahn in der Bundesliga (1966 bis 1983) verbracht hat Willi Neuberger. Der heute 74-jährige Rentner, der in Klingenberg am Main (Landkreis Miltenberg) geboren wurde, führt die fränkische Liste mit 520 Bundesliga-Spielen an. Nur sieben Spieler bringen es in der 57-jährigen Bundesliga-Geschichte auf mehr Partien. Gemeinsam mit Rekordspieler Charly Körbel (602 Partien) und anderen deutschen Fußball-Legenden der 70er- und 80er Jahre wie Bernd Hölzenbein oder Jürgen Grabowski erlebte der Unterfranke seine erfolgreichste Zeit bei der Frankfurter Eintracht. Der Höhepunkt: der Uefa-Cup-Sieg 1980. Neuberger war eine Allzweckwaffe für die Hessen, konnte auf diversen Positionen agieren, zum Beispiel als Libero oder auch mal Linksaußen.


Egal, wo Neuberger spielte – in der Stammelf war er über seine komplette Karriere gesetzt. In den Spielzeiten 1975/76 und 1977/78 verpasste er keine einzige Spielminute. Insgesamt kommt Neuberger, der nach seiner Profikarriere für einen Sportartikelhersteller im Außendienst tätig war, auf knapp 46 000 Bundesliga-Minuten. Oder in Stunden ausgerechnet: rund 766. Heutzutage reichen in manchen Fällen schon wenige Dutzend, um eine Einladung für die Nationalmannschaft zu bekommen. Neuberger blieb dagegen eine große Karriere im DFB-Dress verwehrt. Aufgrund der starken Konkurrenz damals musste er sich mit zwei Länderspielen begnügen.

Auch Martin Schneider lief am Ende der Karriere noch einmal für seinen Heimatverein DJK Schweinfurt auf: Hier 2016 gegen Jan Ludwign von der SG Schleerieth (re.). 
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Sieben ehemalige Nationalspieler

Sieben der zehn fränkischen Profis in unserer Top Ten wurde die Ehre zuteil, das Trikot mit dem Adler auf der Brust tragen zu dürfen. Nicht nur diese Tatsache veranschaulicht, wie hochkarätig diese Liste ist. Von heute noch aktiven Fußballprofis würden es gerade einmal fünf (Christian Gentner, Manuel Neuer, Thomas Müller, Mats Hummels und Vedad Ibisevic) in die fränkische Allzeit-Top-Ten schaffen. Die 330 Bundesliga-Partien, die der Zehntplatzierte Frank Greiner (Coburg) aufweist, sind eine Marke, die für alle aktiven fränkischen Profis utopisch erscheint.

Einzig der 25-jährige Niklas Stark (Neustadt/Aisch, Hertha BSC) dürfte mit seinen derzeit 141 Bundesliga-Spielen eine realistische Chance haben, am Ende des gerade begonnen Jahrzehnts Greiner aus der Top 10 zu verdrängen. Bei den aktiven Profis mit Geburtsort in Franken hat aktuell Nicolai Müller (Lohr am Main) mit 185 Bundesliga-Spielen die Nase vorne. Da er aber im September bereits 33 Jahre alt wird und derzeit für die Western Sydney Wanderers am anderen Ende der Welt kickt, ist nicht davon auszugehen, dass noch viele Spiele in Deutschlands Oberhaus dazukommen.

Besuch aus der alten Heimat zum Abschied: Eintrachtler 2018 beim letzten Spiel von Stefan Kießling (Mitte).
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Stefan Kießling ist der Rekordschütze

Der einzige Spieler in unserer Rangliste, der erst kürzlich seine Karriere (2018) beendete, ist Stefan Kießling mit 403 Spielen. Mittlerweile ist der in Bamberg aufgewachsene Kießling Assistent der Geschäftsführung bei Bayer 04 Leverkusen. Für die Rheinländer erzielte der heute 36-Jährige auch den Großteil seiner 144 Bundesliga-Tore und verweist in dieser Kategorie den Ansbacher Georg „Schorsch“ Volkert (125) und Matthäus (121) auf die Plätze.

Konkurrenzlos in einer Kategorie der eher unrühmlichen Art ist Willi Neuberger. Er spielte während seiner Karriere unter insgesamt 23 Trainern – einsamer Bundesliga-Rekord

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Frankens Bundesliga-Top-Ten

1.Willi Neuberger

520 Bundesliga-Spiele
Bundesliga-Tore: 63
Position: Mittelfeld
Geboren in: Klingenberg am Main
Erster Verein: TuS Röllfeld
Alter: 74
Bundesliga-Vereine: Borussia Dortmund (1966 – 71), Werder Bremen (1971 – 1973), Wuppertaler SV (1973/74), Eintracht Frankfurt (1974 – 1983)
Länderspiele (Tore): 2 (0)

2.Stefan Reuter

502 Bundesliga-Spiele
Bundesliga-Tore: 25
Position: Mittelfeld
Geboren in: Dinkelsbühl
Erster Verein: TSV Dinkelsbühl
Alter: 53
Bundesliga-Vereine: 1. FC Nürnberg (1984 – 1988), FC Bayern (1988 – 1991), Borussia Dortmund (1992 – 2004)
Länderspiele (Tore): 69 (2)

3.Lothar Matthäus

464 Bundesliga-Spiele
Bundesliga-Tore: 121
Position: Mittelfeld
Geboren in: Erlangen
Erster Verein: FC Herzogenaurach
Alter: 59
Bundesliga-Vereine: Borussia Mönchengladbach (1979 – 1984), FC Bayern (1984 – 88/1992 – 2000)
Länderspiele (Tore): 150 (23)

4.Rudi Bommer

417 Bundesliga-Spiele
Bundesliga-Tore: 54
Position: Mittelfeld
Geboren in: Aschaffenburg
Erster Verein: TV 1860 Aschaffenburg
Alter: 62
Bundesliga-Vereine: Fortuna Düsseldorf (1976 – 1985), KFC Uerdingen (1985 – 1988), Eintracht Frankfurt (1992 – 1996)
Länderspiele (Tore): 6 (0)

5.Georg „Schorsch“ Volkert

410 Bundesliga-Spiele
Bundesliga-Tore: 125
Position: Angreifer
Geboren in: Ansbach
Erster Verein: SpVgg Ansbach
Alter: 74
Bundesliga-Vereine: 1. FC Nürnberg (1965 – 1969), Hamburger SV (1971 – 1978), VfB Stuttgart (1978 – 1980), 1. FC Nürnberg (1980/81)
Länderspiele (Tore): 12 (2)

6.Stefan Kießling

403 Bundesliga-Spiele
Bundesliga-Tore: 144
Position: Angreifer
Geboren in: Lichtenfels
Erster Verein: TSV Eintracht Bamberg
Alter: 36
Bundesliga-Vereine: 1. FC Nürnberg (2002 – 2006), Bayer 04 Leverkusen (2006 –2018)
Länderspiele (Tore): 6 (0)

7.Martin Schneider

379 Bundesliga-Spiele
Bundesliga-Tore: 10
Position: Mittelfeld
Geboren in: Schweinfurt
Erster Verein: DJK Schweinfurt
Alter: 51
Bundesliga-Vereine: 1. FC Nürnberg (1987 – 1990), Borussia Mönchengladbach (1990 – 1999), MSV Duisburg (1999/00)
Länderspiele (Tore): 0

8.Erich Beer

342 Bundesliga-Spiele
Bundesliga-Tore: 95
Position: Mittelfeld
Geboren in: Neustadt bei Coburg
Erster Verein: SpVgg Ebing
Alter: 73
Bundesliga-Vereine: 1. FC Nürnberg (1968/69), RW Essen (1969 – 1971), Hertha BSC Berlin (1971 – 1979)
Länderspiele (Tore): 24 (7)

9.Claus Reitmaier

335 Bundesliga-Spiele
Bundesliga-Tore: 0
Position: Torwart
Geboren in: Würzburg
Erster Verein: FC Kickers Würzburg
Alter: 56
Bundesliga-Vereine: Stuttgarter Kickers (1991/92), 1. FC Kaiserslautern (1993/94), Karlsruher SC (1994 – 1998), VfL Wolfsburg (1998 – 2003), Borussia Mönchengladbach (2003/04)
Länderspiele (Tore): 0

10.Frank Greiner

330 Bundesliga-Spiele
Bundesliga-Tore: 19
Position: Mittelfeld
Geboren in: Coburg
Erster Verein: VfB Coburg
Alter: 54
Bundesliga-Vereine: 1. FC Nürnberg (1987/88), 1. FC Köln (1988 – 1995), 1. FC Kaiserslautern (1995 – 1998), VfL Wolfsburg (1997 – 2003)
Länderspiele (Tore): 0


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