Artikel veröffentlicht am 25.05.2020 um 06:00 Uhr
Fränkische Fußball-Tempel: Stadien mit Geschichte
Franken verfügt über eine Reihe von Fußballstadien, die große Spiele vor zahlreichen Zuschauern gesehen haben. Wir haben eine kleine Auswahl von Fußballtempel aus unserem Verbreitungsgebiet zusammengestellt. Und in einem von ihnen gastierte 1992 sogar der King of Pop: Michael Jackson.
Von Manni Meisenkaiser

Willy-Sachs-Stadion
Das Willy-Sachs-Stadion ist die Heimstätte des Regionalligisten 1. F Schweinfurt 05. Es wurde 1936 als Bestandteil eines neuen Sportparks eröffnet und bot damals 20.000 Zuschauern Platz. Nach mehreren Umbauten und Modernisierungen, zuletzt im Jahr 2001, ist die Kapazität heute auf 15.060 Zuschauer beschränkt. Das Stadion diente u.a. als Austragungsort der Leichtathletik-Vorentscheidungen für die gesamtdeutsche Olympiamannschaft 1960 oder der Weltmeisterschaft im Faustball 1972. Seinen Namen trägt das Stadion nach dem Industriellen Willy Sachs (Fichtel & Sachs), der als Mäzen des Vereins das Stadion stiftete. Wegen seiner Nähe zum NS-Regime ist der Stadionname immer wieder Gegenstand von Diskussionen.

Fuchs-Park-Stadion

Anlässlich des Landesturnfests 1926 wurde im Bamberger Osten der „Volkspark“ errichtet, der neben mehreren Rasenspielfeldern u.a. auch eine Eisbahn, eine Reitbahn, ein Schwimmbad und eine Radrennbahn umfasste. Herzstück der Anlage war die sogenannte „Hauptkampfbahn“ - ein Fußball- und Leichtathletikstadion mit einem Fassungsvermögen von rund 15.000 Zuschauern. Der Zuschauerrekord stammt aus dem Jahr 1946, als gegen den FC Schweinfurt 05 geschätzte 27.000 Menschen kamen. Seit den Modernisierungsarbeiten im Jahr 2009 fasst das Stadion noch 5.200 Plätze und ist heute vor allem die Spielstätte des FC Eintracht Bamberg. Ein Sponsorenvertrag mit einer örtlichen Bäckerei führte dazu, dass aus dem Volkspark-Stadion das Fuchs-Park-Stadion wurde.

Grüne Au

Das Fußballstadion Grüne Au wurde 1913 als Spielstätte für den FC Bayern Hof erbaut. In den Folgejahren wurde die Anlage mehrfach vergrößert und ausgebaut. Kurz nach dem Krieg entstand eine über 70 Meter lange Sitzplatztribüne in Holzbauweise, 1969 wurde die Südtribüne hinzugefügt. Die Anlage ist als reines Fußballstadion konzipiert, das auf drei Seiten mit Stehplatzrängen umgeben ist. Auf der Hauptgeraden befinden sich neben den überdachten Sitzplätzen auch Umkleidekabinen und Geschäftszimmer. Das Stadion hat eine Kapazität von 8.100 Plätzen. Die beiden Zuschauerrekorde mit 19.100 gegen Rot-Weiß Essen bzw. gegen den 1. FC Nürnberg mit 18.300 stammen aus den 1960er Jahren. Heute kickt hier der Bayernligist Bayern Hof.

Das legendäre Stadion in Hof: Die grüne Au.
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Hans-Walter-Wild-Stadion

Bayreuths Oberbürgermeister Hans-Walter Wild weihte 1967 das neue Stadion an der Friedrich-Ebert-Straße ein. Es war als Teil eines Sportparks konzipiert, zu dem auch ein Hallenbad und ein Eisstadion gehören. Auch die 1988 eröffnete Oberfrankenhalle befindet sich in unmittelbarer Nähe. Seit den Umbauten 1974 ist das „städtische Stadion“ die Spielstätte der SpVgg Bayreuth. Mit einer Kapazität von aktuell 21.500 Plätzen ist das Stadion die größte Anlage in Oberfranken. 2002 wurde sie nach dem langjährigen Förderer des Sportparks umbenannt. Neben den Spielen der „Altstadt“ wurden hier auch schon ein A-Länderspiel ausgetragen, es war die Partie Mexiko gegen Gambia (2010). Und: Am 2. September 1992 gastierte hier Michael Jackson während seiner "Dangerous World Tour" vor 32.000 Fans.

Waldstadion
Keine 5.000 Einwohner, aber ein Stadion für 17.000 Leute? Das gibt es nur in Weismain. Das örtliche Waldstadion wurde nach dem Krieg am Ortsrand geschaffen und sukzessive ausgebaut. Mit der gezielten Förderung und Unterstützung des damaligen SC Weismains durch die Baufirma Dechant wurde die Anlage stark erweitert und ausgebaut: 1995 entstanden die überdachte Stehtribüne und die Tribüne hinter den Toren. Ein Jahr später wurde die Gegengerade mit Betonstufenreihen errichtet, dann folgte eine erneute Erhöhung um weitere 18 Reihen, bis die Kapazität von 17.000 Zuschauern erreicht war. So ging der SCW in die Regionalliga-Saison 1996/97, die ihren Höhepunkt im April 1997 beim ausverkauften Spiel gegen den 1. FC Nürnberg (0:2) fand.

Ein Stadion, das dreimal so viele Zuschauer fasst wie der Ort Einwohner hat: Das Waldstadion in Weismain. Rechts zu sehen die große Steintribüne.
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Flyeralarm-Arena

Die vereinseigene Sportstätte des Drittligisten Kickers Würzburg befindet sich seit über 50 Jahren auf dem Dallenberg. Im August 1967 wurde Haupttribüne am „Dalle“ mit einem Spiel gegen den Bundesligisten 1. FC Kaiserslautern eingeweiht, die Bauarbeiten an den Stehplatzrängen zogen sich noch ein paar Jahre hin. Während der Fußball-WM 2006 nutzte die Nationalmannschaft von Ghana das Stadion als Trainingsgelände. Seit der Kooperation zwischen den Kickers und der Firma Flyeralarm im Jahr 2013 ist das Stadion umbenannt worden. Die Kapazität des Stadions liegt gegenwärtig bei knapp über 13.000, der Zuschauerrekord stammt aus dem Jahr 2016 beim Zweitligaspiel gegen den FC St. Pauli (1:0).

Am Schönbusch

Seit 1909 trägt die Viktoria aus Aschaffenburg ihre Heimspiele am Schönbusch aus. Die 1921 fertig gestellten Umkleidekabinen mit Badetrakt und Warmwasserversorgung waren in Bayern damals einmalig. In den Folgejahren wurde das Stadion um eine Tribüne erweitert, die aber im zweiten Weltkrieg zerstört wurde. Der Zuschauerrekord stammte aus der Nachkriegszeit, als im November 1951 rund 18.000 Zuschauer das Spiel gegen den 1. FC Nürnberg sehen wollten. Der sportliche Erfolg der Viktoria in den 1980er Jahren machte die Modernisierung notwendig, wobei der Platz um 90 Grad gedreht wurde. Da das Planungsvorhaben aber nie komplett realisiert wurde, macht das Stadion bis heute einen unfertigen Eindruck. Benannt ist das Stadion nach dem benachbarten Landschaftsgarten, der im englischen Stil angelegt ist.

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