Artikel veröffentlicht am 06.04.2018 um 19:00 Uhr
Fichtelgebirge mit Traumstart: Matthias Ehl: "Wir denken nur von Spiel zu Spiel"
In der Winterpause mussten sich die U19-Junioren der JFG Fichtelgebirge noch Gedanken um den Klassenerhalt machen. Die sind jetzt aber nach drei Siegen in Folge wie weggeblasen. Mit einem Dreier am Wochenende könnte man sogar weiter Richtung Tabellenspitze klettern. Doch Coach Matthias Ehl, der künftig ein Herrenteam übernimmt, mahnt zur Zurückhaltung.
Von Hans-Jürgen Wunder
In der Vorrunde musste der Aufsteiger zunächst Lehrgeld bezahlen. Ein Punkt aus den ersten drei Begegnungen bedeutete, dass man sich früh darum kümmern musste, die notwendigen Zähler für den Klassenerhalt zu sammeln. Wichtig war dann der erste Dreier gegen Memmelsdorf, als Kapitän Felix Rabenstein doppelt traf. Und auch der 3:1-Erfolg gegen Mitkonkurrent Regnitzlosau war Gold wert. Eher zufällig kam der Überraschungscoup beim Ex-Landesligisten FC Coburg zustande, als man mit einem 2:0 die Zähler aus der Vestestadt entführte. "Die Liga ist so eng zusammen. Da kann eigentlich fast Jeder Jeden schlagen", zeigt sich JFG-Coach Matthias Ehl aber durchaus selbstbewusst. Das sollte letztlich der einzige Auswärtserfolg der Mannschaft aus dem Fichtelgebirge in der Vorrunde bleiben.

Kann nicht mehr mit eingreifen. Stürmer Soner Seker (li.) muss operiert werden.
anpfiff.info

Klassenerhalt erreicht?

Gerade im Fichtelgebirge waren die Bedingungen für die Vorbereitung in diesem Jahr eher suboptimal. "Wir mussten viel laufen", heißt es da. Freilich ist das nicht gerade das ausgemachte Steckenpferd vieler Nachwuchskicker. "Natürlich wurde auch gemosert", lacht Ehl. "Aber letztlich hat es sich bezahlt gemacht." Und zusätzlich gab es ja auch noch Testspiele, selbst wenn nur drei von fünf geplanten Partien durchgeführt werden konnten. Dass man aber zum Rückrundenstart topfit war, hatte auch einen anderen Grund. "Wir haben nie ganz runtergefahren. Vor dem Hallentraining gab es beispielsweise immer noch eine Laufeinheit", berichtet der Übungsleiter. Das hat sich bisher ausgezahlt. "Besonders nach der Pause konnte wir meist noch zulegen", freut sich der Goldkronacher. Und das, obwohl Stossstürmer Soner Seker keine einzige Partie in der Rückrunde mitmachen konnte und auch nicht mehr zurückkommen wird. "Er hat Leistenprobleme und wird im Sommer operiert. Dafür ist jetzt Toni Sedlmeier die einzige Spitze." Das lässt sich kompensieren, weil mit Felix Rabenstein, Sebastian Stöber oder Trainersohn Alexander immer wieder torgefährliche Mittelfeldspieler vorne reinstossen. Beim ersten Spiel nach der Winterpause klappte das jedenfalls ganz gut. "Natürlich wussten wir in Neukenroth noch nicht, wo wir stehen. Dafür haben wir eine ordentliche Partie hingelegt. Nur beim Ausgleich haben wir nicht aufgepasst. Ansonsten hatten wir den Gegner in Griff", blickt Matthias Ehl auf den 3:1-Sieg und dem ersten Erfolgserlebnis im neuen Jahr zurück.

Der körperlich robuste Toni Sedlmeier (li.) ist mittlerweile ins Sturmzentrum gerückt.
anpfiff.info

Herrenspiele als Belohnung

"Die Siege gegen Neukenroth und Maintal-Friesenbachtal waren relativ ungefährdet. Aber dass wir gegen Luisenburg gewonnen haben, war dann doch etwas überraschend", freut sich der Jugendcoach. Dabei hatte man sogar eine 2:0-Führung verspielt, bevor Fabio Fuchs einen Foulelfmeter zum entscheidenden Treffer verwandeln konnte. "Wir hatten uns eigentlich gut auf den Gegner eingestellt, der meist mit langen Bällen auf die starken Spitzen operierte.  Der Ausgleich war deshalb etwas unglücklich. Aber die Jungs haben dann noch einmal hochgefahren", freut sich Ehl. Jetzt ist mit 20 Zählern die Abstiegsgefahr weitgehend gebannt. Doch auf die Tabellenspitze blickt man trotzdem nicht - auch wenn die vorderen Mannschaften eng zusammen liegen. "Wir konzentrieren uns auf das nächste Spiel. Alles andere wäre derzeit vermessen"; bremst der Trainer. Immerhin hat man mit Eintracht Münchberg am Wochenende ein Team, das in der letzten Serie lange mit um die Meisterschaft gespielt und danach kaum Abgänge zu verzeichnen hatte. Dort kickt auch der führende Torjäger der Liga, Lucas Köhler, der ebenso wir mehrere JFG-Kicker schon zweigleisig fährt und bei den Herren Einsätze hingelegt hat. Matthias Ehl sieht das durchaus positiv: "Zwar hat die A-Jugend Priorität. Aber für die Spieler ist es eine Belohnung, wenn sie dort mit dabei sein dürfen. Schließlich sind das ihre künftigen Mannschaften." Und weiter: "Ich würde höchstens ein Veto einlegen, wenn ich nur elf Mann hätte." Allerdings ist sein Kader mit etwa 13 gleichwertigen Akteuren nicht allzu breit, auch wenn Fabio Fuchs nach Bänderriss wieder voll dabei ist. Doch der Trainer ist guten Mutes, dass er damit durch die Serie kommt und auch nächstes Jahr eine gute Jugendmannschaft hat. Ein Jahr später wird er dann die Goldkronacher  Herrenmannschaft übernehmen - das steht jetzt bereits fest.   


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Bilanz JFG Fichtelgebirge

Saison
Pl. 
Liga
2019/20
10. 
Bezirksoberliga Oberfranken
 
2018/19
4. 
Bezirksoberliga Oberfranken
 
2017/18
2. 
Bezirksoberliga Oberfranken
 
2016/17
1. 
Kreisliga Bamberg-Bayreuth
2015/16
6. 
Kreisliga Bamberg-Bayreuth
 
2014/15
3. 
Kreisliga Bamberg-Bayreuth
 
2013/14
11. 
Kreisliga Bamberg-Bayreuth
 
2012/13
4. 
Kreisliga Bamberg-Bayreuth
 
2011/12
7. 
Kreisliga Bamberg-Bayreuth
 
2010/11
8. 
Kreisliga Bamberg-Bayreuth
 

Tabelle Bezirksoberliga Oberfran

Pl.
Team
Sp
Tore
Pkt
1
12
32:14
25
3
12
32:17
21
5
12
27:24
20
8
10
21:15
15
10
12
18:41
10
11
12
14:27
9
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Sa. 28.04.2018 14:00 Uhr
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