Artikel veröffentlicht am 11.12.2012 um 06:45 Uhr
Budenzauber der Extraklasse: Freestylepüppchen und die Freak(s)how
Der 2. Intersport Profimarkt Good Will Cup in der Indoor Soccer Halle in Forchheim darf getrost als voller Erfolg bezeichnet werden. Nicht weniger als 30 Mannschaften kämpften in einer Herren- und einer Frauen-Konkurrenz um die begehrten Pokale und die Preisgelder für soziale Einrichtungen, die als Patenschaft vor Turnierbeginn bekannt gegeben wurden. Die Titelverteidiger aus dem Vorjahr wurden diesmal entthront. Die beiden Finalspiele wurden dabei jeweils erst im Siebenmeterschießen entschieden…
Von Bernd Riemke
Hangover ging auf Schmusekurs - es reichte für den 2. Platz.
anpfiff.info

Ausrichter Uli Pechtold sorgte in der Indoor Soccer Halle in Forchheim für ein unvergleichliches Flair, bei dem sich gut 300 Aktive und Zuschauer nicht nur wohl fühlten, sondern neben den fußballerischen Leckerbissen auf drei Kunstrasenplätzen auch kulinarisch voll auf ihre Kosten kamen. Ein besonderer Dank geht auch an die sechs eingeteilten Unparteiischen Karlheinz Doneff, Mario Hofmann, Dieter Wolf, Johannes Gründel, Michael Dellermann und Reinhold Lindenberger, die über den gesamten Turniertag hinweg mit ihren guten Leistungen dafür sorgten, dass die Spiele reibungslos abliefen.

Gruppe A

Turbulent ging es in der Vorrundengruppe A zu, denn die Hangover-Amateure zogen rasch einsam ihre Kreise an der Tabellenspitze und wurden so zum Zünglein an der Waage im letzten Gruppenspiel. Dort kassierten sie gegen die Freaks ihre erste Turnierniederlage und ermöglichten so den bis dahin mitunter strauchelnden Freaks im letzten Atemzug den Einzug ins Viertelfinale. Gruppensieger wurden indes aufgrund des direkten Vergleiches die Kartoffel Köpf, die sich nach einer Auftaktniederlage keine weitere Blöße mehr gaben. Zu „tragischen Helden“ wurden Uwe’s Allstars, die keine einzige Partie verloren, mit vier Unentschieden aber dennoch den Weg in die Trostrunde antreten mussten.

1. Kartoffel Köpf 10 Punkte, 13:5 Tore
2. Freaks 10 Punkte, 17:8 Tore
3. Hangover-Amateure 10 Punkte, 13:6 Tore
4. Uwe’s Allstars 7 Punkte, 9:7 Tore
5. Firma Geis 3 Punkte, 6:26 Tore
6. Faszination Eskalation 1 Punkt, 6:12 Tore

Gruppe B

Während Titelverteidiger Hangover seiner Favoritenrolle vollauf gerecht wurde und ungeschlagen an der Spitze seine Kreise zog, entbrannte um die Plätze dahinter ein spannender Dreikampf. Nach gutem Turnierbeginn schienen zunächst die United Players die Nase ganz vorne zu haben, doch auf der Zielgeraden zog Prestige Weltweit noch vorbei und sicherte sich den zweiten Gruppenplatz. Leidtragender Dritter wurde am Ende Schmoogler’s Eleven – da sich die Teams gegenseitig die Punkte wegnahmen, reichten die acht Zähler nicht für den Viertelfinaleinzug. Als punktschlechtester Gruppendritter ging es in die Trostrunde.

1. Hangover 15 Punkte, 14:7 Tore
2. Prestige Weltweit 10 Punkte, 14:8 Tore
3. Schmoogler’s Eleven 8 Punkte, 12:10 Tore
4. United Players 7 Punkte 9:7 Tore
5. TSG Bamberg 3 Punkte, 11:14 Tore
6. Franken Lahm 0 Punkte, 5:19 Tore

Kevin Kühnlein hatte nur das runde Leder im Sinn - wohl auch ein Grund, warum anpfiff & friends bis ins Halbfinale vorstießen.
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Gruppe C

Ein ähnliches Bild spiegelte die dritte Vorrundengruppe wieder. Hütte Dörfleins gewann die ersten vier Begegnungen und stand daher vorzeitig als Gruppensieger fest. Dahinter hatten bis zum letzten Spieltag noch vier Teams die Möglichkeit ins Viertelfinale einzuziehen. Die Entscheidung brachten letztlich die Siege von anpfiff & friends gegen den Spitzenreiter und der Vorjahresvize Leitenbach Kickers zog mit einem Sieg in der letzten Partie noch an den Konkurrenten vorbei auf Rang drei – neun Punkte reichten, um sich für das Viertelfinale zu qualifizieren.

1. Hütte Dörfleins 12 Punkte, 16:6 Tore
2. Anpfiff & friends 10 Punkte, 14:4 Tore
3. Leitenbach Kickers 9 Punkte, 6:7 Tore
4. Team Michelin 7 Punkte, 7:6 Tore
5. Schneuz den Kasper 6 Punkte, 7:9 Tore
6. Insider 0 Punkte, 1:19 Tore

Gruppe D

Einen furiosen Auftritt nach dem anderen legte FC Ballaballa auf den grünen Rasen und zog verlustpunktfrei souverän in die Vorschlussrunde ein. Die Altstadt Walküren verpatzten die ersten beiden Gruppenspiele, so dass die anschließende Aufholjagd zu spät kam und man sich am Ende aufgrund des direkten Vergleiches mit dem dritten Platz zufrieden geben musste. Zweiter Halbfinalteilnehmer waren indes Coco’s Nüsse. Der Vorjahressieger unterstrich seine Anwartschaft in einer ausgeglichenen Gruppe, denn auch Rums Hau Weg, die Waldbühnenkicker und die Mannifanten lieferten sich spannende Duelle um die weiteren Plätze.

1. FC Ballaballa 15 Punkte, 21:5 Tore
2. Coco’s Nüsse 9 Punkte, 11:8 Tore
3. Altstadt Walküren 9 Punkte, 13:6 Tore
4. Rums Hau Weg 4 Punkte, 2:8 Tore
5. Waldbühnenkicker 4 Punkte, 1:12 Tore
6. Mannifanten 3 Punkte, 2:10 Tore

Gruppe E

Schon früh ließen die Freestylepüppchen II. keine Zweifel daran aufkommen, über wen der Weg zum Gruppensieg diesmal führen würde. Treffsicher in der Spitze, bombensicher in der Abwehr – so siegte sich der Vorjahresdritte durch die Gruppenspiele. In Schlagdistanz waren immerhin Die vier lustigen Fünf, die sich ebenfalls für die Vorschlussrunde qualifizieren konnten. In schöner Regelmäßigkeit reihten sich die weiteren Teams auf den Plätzen ein, wobei der Club der Eselinnen nicht zuletzt dank Torfrau Cornelia Geißler, die zur besten Torhüterin des Turniers gewählt wurde, den 3. Platz erreichte. Ladykracher, Monstersisters und die Schwestern Bayreuths enttäuschten keineswegs, stellten eine Bereicherung des Turniers dar, mussten sich am Ende aber mit Platzierungen im geschlagenen Feld zufrieden geben.

1. Freestylepüppchen II. 15 Punkte, 25:1 Tore
2. Die vier lustigen Fünf 12 Punkte, 16:6 Tore
3. Club der Eselinnen 9 Punkte, 8:10 Tore
4. Ladykracher 6 Punkte, 7:11 Tore
5. Monstersisters 3 Punkte, 5:12 Tore
6. Schwestern Bayreuths 0 Punkte, 3:23 Tore

Trostrunde Herren

Die Mannschaften, die sich nicht für das Viertelfinale qualifizieren konnten, spielten im KO-System die weiteren Platzierungen aus. Groß auftrumpfen konnte Faszination Eskalation. Die Kicker aus dem Frankenwald hatten plötzlich das Siegergen gefunden und mussten sich erst im Finale der Siegerrunde geschlagen geben. In diesem Finale sicherten sich Uwe’s Allstars Platz 9 – und das ohne eine einzige Niederlage während des gesamten Turnieres.

Spiel um Platz 15
Schmoogler’s Eleven – Firma Geis X:0

Spiel um Platz 13
TSG Bamberg – United Players 10:9 n.S.

Spiel um Platz 11
Schneuz den Kasper – Team Michelin 4:2

Spiel um Platz 9
Uwe’s Allstars – Faszination Eskalation 3:2

Einige Platzierungsspiele wurden erst im Siebenmeterschießen entschieden.
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Finalspiele – Frauen

Ein besonderes Dankeschön ergeht an dieser Stelle an das Team der Mannifanten, die trotz eines Trauerfalls in der Familie einer Spielerin kurzfristig anreisten und so wahren Sportsgeist bewiesen. Die hart umkämpften Platzierungsspiele mit knappen Ergebnissen brachten deutlich zum Ausdruck, wie ausgeglichen das Teilnehmerfeld der Damen besetzt war.

Spiel um Platz 11

Mannifanten – Schwestern Bayreuths 2:0 n.S.

Spiel um Platz 9
Monstersisters – Waldbühnenkicker 1:0

Spiel um Platz 7
Rums Hau Weg – Ladykracher 6:5 n.S.

Spiel um Platz 5
Altstadt Walküren – Club der Eselinnen 3:0

Halbfinale Frauen


Drei der vier Vorjahreshalbfinalistinnen fanden sich auch diesmal in der Vorschlussrunde wieder. In einem packenden ersten Halbfinale mussten die bis dato überragenden Kickerinnen des FC Ballaballa die knappe Überlegenheit der vier lustigen Fünf anerkennen und sich mit 0:1 geschlagen geben. Etwas deutlicher gestaltete sich das zweite Semifinale, in dem sich der Vorjahressieger Coco’s Nüsse letztlich der Offensivgewalt der Freestylepüppchen II. mit 1:4 beugen musste.

Spiel um Platz 3
FC Ballaballa – Coco’s Nüsse 6:5 n.S.

Finale

Zunächst sah es so aus, als wären Die vier lustigen Fünf auf der Siegerstraße. Nach zwei schnellen Toren durch Pui San Yau, einer der überragenden Akteurinnen des Turniers, und Julia Brückner stand es rasch 2:0. Die Freestylepüppchen kämpften sich jedoch zurück in die Partie und konnten durch Sabine Sattler und Alexandra Loukas nicht nur den Ausgleich erzielen, sondern kurz vor Schluss durch Julia Rose sogar in Führung gehen. Viel Zeit blieb nicht mehr zum Gegenschlag, doch in den Schlusssekunden erzwang erneut Julia Brückner mit dem 3:3 Ausgleich eine Entscheidung im Siebenmeterschießen. Die Entscheidung vom ominösen Punkt war eine reine Nervensache. Während die ersten beiden Schützen jedes Teams souverän vollstreckten blieb es Julia Rose vorbehalten, die Freestylepüppchen erneut in Führung zu schießen. Im Anschluss zeigte sich Torhüterin Jacqueline Pfaller auf dem Posten, parierte gegen Stephanie Daun und sicherte ihrem Team somit den Turniersieg.

FC Ballaballa trumpfte groß auf und sicherte sich am Ende den 3. Platz
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Viertelfinale Herren


Nur einer der drei Gruppensieger musste im Viertelfinale die Segel streichen. Hütte Dörfleins zog gegen die Freaks mit 2:5 den Kürzeren. In den anderen Begegnungen setzten sich – aufgrund der Ergebnisse der Vorrunde – die vermeintlichen Favoriten durch, wobei anpfiff & friends gegen Hangover-Amateure den Weg über ein Siebenmeterschießen gehen musste.

Spiel um Platz 7
Leitenbach Kickers – Prestige Weltweit 3:2

Spiel um Platz 5
Hangover Amateure – Hütte Dörfleins 4:1

Halbfinale Herren


Zwei packende Begegnungen bekamen die Zuschauer auf dem „Center Court“ geboten. Bis in die Schlussphase spannend blieb es bei den Freaks und den Kartoffel Köpf, wobei letztlich die Freaks das bessere Ende für sich hatten und mit 2:1 die Oberhand behielten. Anpfiff & friends konnte eine frühe Führung gegen Hangover nicht verteidigen, warf nach dem zwischenzeitlichen 1:2 alles nach vorne und kassierte schließlich mit zwei weiteren Gegentoren den Knockout

Spiel um Platz 3

Kartoffel Köpf – anpfiff & friends 3:1

Finale

Die Herren taten es den Damen nach und lieferten ein mehr als würdiges Finale. Marcel Kutzelmann und Team-Manager Daniel Kruspel brachten die Freaks frühzeitig in Führung. Eine Führung, die bis in die Schlussminute hinein Bestand hatte, ehe Thomas Kraus mit einem Doppelpack binnen weniger Sekunden doch noch das Siebenmeterschießen erzwang. Dort entwickelte sich ein an Spannung kaum mehr zu überbietender Shoot-Out. Die ersten vier Schützen jedes Teams verwandelten sicher und auch Matthias Holler zeigte für die Freaks keine Nerven. Sein Treffer zum 6:5 sollte letztlich der entscheidende sein, da Manfred Distler schließlich im Duell der Torhüter vom Punkt aus an seinem Gegenüber Jochen Düsel scheiterte.

Siegerehrung

Im Rahmen der Siegerehrung galt ein besonderer Dank der Franken Bräu, die jedem Team eine kulinarische Köstlichkeit in flüssiger Form mit auf den Heimweg geben konnte und sich somit als großzügiger Sponsor und Freund des Amateurfußballs in der Region präsentierte. Als bester Spieler wurde zum zweiten Mal nacheinander Thomas Kraus (Hangover) ausgezeichnet, die Trophäe für den besten Torhüter ging diesmal an Dominik Czepluch (Hangover Amateure). Bei den Damen ging der Pokal für die beste Spielerin des Turniers an Luisa Richert (FC Ballaballa). Nicht nur diese genannten Akteure standen für das ausgezeichnete Niveau. Spieler aus der Regional- und Bayernliga waren in vielen Teams vertreten, doch auch und gerade die vermeintlich „Kleinen“ stellten eindrucksvoll unter Beweis, welch hohes Niveau sie anzubieten hatten. Gleiches galt für die Konkurrenz der Damen, bei der Spielerinnen der fränkischen Aushängeschilder des 1. FFC Hof, SpVg Eicha und nicht zuletzt des 1. FC Nürnberg ebenso vertreten waren, wie viele Underdogs, die manch „Großem“ ein Schnippchen schlagen konnten. Die eigentlichen Gewinner waren freilich die sozialen Einrichtungen, für die die Mannschaften eine Patenschaft übernahmen. Stellvertretend für sie, kickten die motivierten Akteure und konnten nach dem Turnier schließlich verkünden, wem das erspielte Preisgeld in den kommenden Tagen zukommen wird.

Freaks: Kindergarten Viereth- Trunstadt

Hangover: Werkstatt für behinderte Menschen in Bayreuth

Kartoffel Köpf: Radwerkstatt der Lebenshilfe Bamberg

Freestylepüppchen II.: Wünschdirwas e.V.

Die vier lustigen Fünf: Lebenshilfe Kronach

FC Ballaballa: Lebenshilfe Bamberg

anpfiff bedankt sich an dieser Stelle noch einmal bei allen teilnehmenden Mannschaften, Helfern und Sponsoren, die durch ihren unermüdlichen Einsatz das Turnier erst möglich gemacht haben. Die schier grenzenlos positive Resonanz beweist eindeutig, dass das Engagement für „die gute Sache“ bei allen Beteiligten ankam und der Good Will Cup somit zu einem festen Termin Rahmenkalender der Hallensaison werden kann.


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