Artikel veröffentlicht am 01.09.2020 um 13:15 Uhr
Infektionsschutzmaßnahmenverordnung: Kein Spielbetrieb - Klagt nun der BFV?
Wie geht es weiter im Bayerischen Amateurfußball 2020? Die Beantwortung dieser Frage erwarteten Verband und Vereine am heutigen Dienstag mit Spannung. Die erste Sitzung des Ministerrats nach der Sommerpause sollte, so die Hoffnung, Aufschluss bringen, unter welchen Bedingungen der Ball auf den Plätzen rollen darf. In der Pressekonferenz der Staatsregierung wurde der Sport zunächst aber wieder nicht thematisiert. 
Von Marco Galuska
anpfiff.info
Die Sitzung verlief mit Fokus auf den Schulstart nach den Sommerferien, wie Staatsminister Florian Herrmann in der Pressekonferenz am Dienstagmittag verkündete. In der Pressekonferenz wurde dabei die Verlängerung der aktuell noch bis zum 2. September gültigen Sechsten Bayerischen Infektionsschutzmaßnahmenverordnung bis zum 18. September verkündet.

Auf eine Änderung bzw. Lockerung im Bereich des Sports wurde nicht eingegangen. Und auch im offiziellen Bericht der Kabinettssitzung finden sich dazu keine Veränderung für den Sport. Somit hat sich der bayerische Ministerrat in seiner heutigen Sitzung wiederholt nicht zum Thema Breitensport oder zu Rahmenbedingungen für die Wiederaufnahme des Wettkampf-Spielbetriebs geäußert – und ist damit nicht auf die Forderungen des Bayerischen Fußball-Verbandes (BFV) eingegangen.  

"Es wäre grob fahrlässig zu meinen, dass die Gefahr schon gebannt sei, nur weil aktuell das Infektionsgeschehen hinsichtlich der Bettenbelegung in den Krankenhäuser vertretbar ist. Wir wollen nicht in eine neue unkontrollierte Entwicklung kommen. Wir müssen es auch weiter in den Griff bekommen, das zeigen uns warnende Beispiele anderer Länder", sagte Herrmann auf eine allgemeine Nachfrage, mit welcher Strategie die Staatsregierung in Bayern weiter vorgehe.

BFV-Vorstand tagt am Abend - Ergebnisse am Mittwoch

Der BFV hatte per Vorstandsbeschluss die Wiederaufnahme des Wettkampfspielbetriebs aufgrund der fehlenden politischen Freigabe bereits auf das Wochenende 19./20. September verlegt - sofern dann die staatlichen Vorgaben es erlauben.

In einem offenen Brief an seine über 4500 Mitgliedsvereine und die dort mehr als 1,6 Millionen organisierten Fußballer*innen hatte der BFV am 21. August zu den Auswirkungen der Covid-19-Pandemie informiert und offen dargelegt, dass der Verband als Interessensvertreter seiner Klubs die Grundlage für einen Re-Start im September 2020 gelegt hat. Dem zuständigen Staatsministerium des Innern, für Sport und Integration (StMI) hatte der BFV bereits am 13. August 2020 ein entsprechend detailliert ausgearbeitetes Hygiene-Musterkonzept für einen Re-Start mit einer begrenzten Anzahl an Zuschauern – wie sie beispielsweise bei kulturellen Freiluft-Veranstaltungen in Bayern ausdrücklich erlaubt sind – vorgelegt. Erst am vergangenen Sonntag hat der BFV in einem Schreiben nochmals sehr klar auf die Ungleichbehandlung hingewiesen und dabei deutlich zum Ausdruck gebracht, dass es hierbei nicht um eine Sonderrolle für den Amateurfußball geht, sondern vielmehr darum, Gleichheit herzustellen.

Der BFV hat deshalb für den heutigen Dienstagabend eine außerordentliche Vorstandssitzung einberufen, um das weitere Vorgehen abzustimmen. Über die Ergebnisse wird der Verband im Laufe des morgigen Mittwochs zunächst die Mitgliedsvereine und dann auch die Öffentlichkeit informieren.

Update:

In einer Stellungnahme hat der BFV-Präsident Dr. Rainer Koch erstmals indirekt eine Klage gegen den Freistaat in Aussicht gestellt. "Der BFV-Vorstand hat heute Abend zwei Stunden lang beraten und das weitere Vorgehen einstimmig festgelegt. Morgen Vormittag werden wir dazu zunächst die Mitgliedsvereine und die Verbandsfunktionäre und anschließend die Öffentlichkeit informieren. Soviel schon heute Abend: Weitere zwei Wochen "abwarten und Tee trinken" werden wir nicht vorschlagen", erklärt Koch auf seiner Facebook-Seite. Allerdings dürfte die Möglichkeit eines Rechtsstreits mit dem Freistaat einer Vereinsabstimmung vorausgehen.

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STUFENPLAN FÜR SPORT IN BAYERN

Der Stufenplan für weitere Lockerungen sieht Folgendes vor:

• Stufe 2 (gilt seit dem 22.06.2020):
- Wiederaufnahme des Lehrgangsbetriebs (Aus- und Fortbildungen)
- Öffnung von Hallenbädern unter strengen Auflagen

• Stufe 3 (gilt seit dem 08.07.2020):
- Wettkampfbetrieb für kontaktlos betriebene Sportarten im Indoorbereich
- Training mit Körperkontakt ist zugelassen, sofern in festen Trainingsgruppen trainiert wird

Zusatz seit 31.7.:
- dem Training dienende Spiele sind in Bayern auch vereinsübergreifend möglich (ohne Zuschauer)

• Stufe 4 (Termin noch offen):
- Wiederaufnahme des Wettkampfbetriebs von Sportarten mit Kontakt
- Sportveranstaltungen im Freien bzw. in Hallen/Räumen mit Zuschauern.


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