Artikel veröffentlicht am 11.07.2019 um 06:00 Uhr
Kommt eine JFG in Erlangen?: Stefan Limbacher hält Gespräche für sinnvoll
Der FSV Erlangen-Bruck packte den Klassenerhalt in der Bayernliga der C-Jugendlichen nicht und tritt nun in der Bezirksoberliga an. Der neue Trainer Stefan Limbacher hat damit zu kämpfen, dass manche Eltern ihre Sprösslinge dennoch in der Bayernliga sehen wollen - auch wenn der FSV viel zu bieten hat.
Von Uwe Kellner
Mit nur 21 Punkten aus 26 Spielen stiegt die C-Jugend des FSV Erlangen-Bruck aus der Bayernliga ab und startet zur neuen Saison nun in der Bezirksoberliga. An sich wäre das nicht weiter schlimm, wären da nicht die Eltern und Spieler, die die Plattform Bayernliga als das Nonplusultra ansehen. Trainer Stefan Limbacher, der zuletzt die C2 coachte und jetzt mit seinem Jahrgang in die C1 hochgeht, findet dieses Problem bei den Bruckern überschaubar. Schwerer wiegt die Tatsache, dass vor zwei Jahren ein Brucker Jugendtrainer zusammen mit acht Brucker Spielern seine Koffer packte und sich als Gesamtpaket dem ATSV Erlangen anschloss. In der U14 konnte der FSV dieses Loch in der vergangenen Saison durch ältere Spieler kompensieren, diese kommen nun jedoch altersbedingt in die B-Jugend, so dass sie der damalige Spielerschwung erst jetzt in der C1 bemerkbar machen wird. "Das trifft uns hart", sagt Stefan Limbacher zumal ein weiteres Talent zum SC Eltersdorf, der den Klassenerhalt in der Bayernliga erreichte, und noch ein Talent zum 1. FC Nürnberg wechselten. "Ich habe 15 Spieler für die C1 und kann aus dem jüngeren Jahrgang ein bisschen nachschieben, da müssen sich die Spieler aber erst ans Großfeld gewöhnen."

Jugendtrainer Stefan Limbacher trainiert in der neuen Saison die U15 des FSV Erlangen-Bruck.
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Qualität ist da

Stefan Limbacher spricht davon, dass andere Verein aus der Stadt und dem Umland den jungen Spielern bereits große Versprechungen machen. Seien es eine Stammplatzgarantie oder sogar monetäre Anreize für die U15-Fußballer. "Da machen wir nicht mit", so der Coach. Qualität sei dennoch im Spielerkader geblieben, und die Möglichkeit in der Bezirksoberliga oben mitzuspielen ist da. "Grundsätzlich nehmen wir nur Spieler, die uns weiterbringen. Es bringt ja nichts, einfach für die Breite Spieler von anderen Vereinen zu holen. Das schadet nur dem Ruf."

Stefan Limbacher ist ausgebildeter DFB-Elite-Jugend-Lizenz-Inhaber, coachte in Bruck sogar schon die Bayernliga-U19 und war auch bei der SpVgg Greuther Fürth im Jugendbereich tätig. Zudem könne man viel über Freundschafsspiele gegen höherklassige und attraktive Vereine kompensieren, da die Liga nun nicht mehr Bayern- sondern nur noch Bezirksoberliga heißt. "Für die Eltern ist das teils trotzdem nicht ausreichend. Sie wollen die Platform Bayernliga. Alles andere wird kaum wertgeschätzt."

Trainerrochade


Beim FSV Erlangen-Bruck gehen die Trainer mit ihrem Jahrgang mit. Stefan Limbacher kommt von der U14 in die U15, Mario Foth, der bisher die U15 coachte, geht weiter in die U16 und Thomas Roka, der die U16 unter seinen Fittichen hatte, übernimmt nun die U17. Die A2 ist beim FSV Erlangen-Bruck ein Team, das für die Spielpraxis geformt wurde. Dort spielen die Jungs aus der A1, B1 und B2, die in ihrem Team gerade nicht zum Einsatz kamen. In der U19 herrscht mit Coach Marco Gath Konstanz auf dem Trainerstuhl. "Solange man den Jungs noch etwas beibringen kann, macht es Sinn, mit dem Jahrgang mitzugehen. Wenn es stagniert, muss man was tun", findet Stefan Limbacher.

Stefan Limbacher ist DFB-Elite-Jugend-Linzenz-Inhaber und beim FSV Bruck als Sportlicher Leiter in der Jugendabteilung aktiv.
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Thema Jugendfördergemeinschaft JFG

Die U15 des FSV Erlangen-Bruck sucht noch Spieler. Viele haben abgesagt, weil der FSV nicht mehr in der Bayernliga spielt, es in Erlangen viele Vereine auf engstem Raum gibt und weil man bei den großen Talenten auch noch mit den Big-Playern FC Nürnberg und Greuther Fürth konkurrieren muss. Deswegen hält er einen Zusammenschluss mehrerer Erlangen Jugendabteilungen für überlegenswert.

Für Stefan Limbacher, der beim FSV Erlangen-Bruck für die Sportliche Leitung in der Jugendabteilung zuständig ist, liegt es nicht fern, über eine Erlanger Jugendfördergemeinschaft zu sprechen. Auf offene Ohren ist er dabei bereits beim SC Eltersdorf und dem TV 48 Erlangen gestoßen, die sich bekanntlich bereits  in den älteren Altersklassen zu einer Spielgemeinschaft zusammengeschlossen haben. Auch die SpVgg Erlangen, sei nicht abgeneigt, so der Brucker Funktionär. "Auf lange Sicht müssen wir uns umorientieren. Wir haben in Erlangen viele Vereine auf kleinstem Raum, drei Mannschaften allein in der U15-Bezirksoberliga." In höheren Altersklassen sieht es ähnlich aus. Mit gebündelten Kräften und weniger Konkurrenz untereinander könne man in einer JFG die Talente leistungsbezogener ausbilden und im Verein halten. Zudem wäre eine Jugendfördergemeinschaft, anders als eine SG, ein eigener Verein, also unabhängiger von eingefahrenen Strukturen und man könnte unbegrenzt aufsteigen. Stefan Limbacher hält zumindest Gespräche über ein solches Projekt für sinnvoll.

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Hintergründe & Fakten

Personendaten


Daten FSV Erlangen-Bruck

FSV Erlangen-Bruck
Gründung: 1916
Mitglieder: 850
Farben: Schwarz-Weiß-Blau
Abteilungen: Badminton, Fußball, Kegeln, Tennis, Tischtennis, Turnen, Gymnastik, Volleyball, Wandern

Sportstätte FSV Erlangen-Bruck

Sportanlage Tennenloher Straße
Tennenloher Straße 68
91058 Erlangen
Auf der Autobahn A73 Richtung Nürnberg. Bei der Ausfahrt Erlangen-Bruck rechts auf die Paul-Gossen-Straße. Rechts abbiegen in die Äußere Brucker Straße. Dann links in die Tennenloher Straße.

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