Artikel veröffentlicht am 30.01.2019 um 18:00 Uhr
Martin Jäger - Portrait: Vom Pummelchen zum Torwart-Hünen
Es gibt nur einen einzigen Verein in der Laufbahn von Martin Jäger und das ist der TSV Brand. Mit seinem Heimatverein spielt der Torhüter in der Kreisliga und zählt im gesamten Spielkreis zu den besten seines Fachs. Glücklicherweise wurde aus dem dicklichen vorpupertären Jugendlichen ein Mann von 1,97 Meter Körpergröße.
Von Uwe Kellner
Schon immer im Tor

Weil sein Bruder Stefan bereits im Alter von drei Jahren mit dem Fußballspielen begann, wollte auch Martin sehr früh auf den Sportplatz. "Soweit man das Fußball nennen kann, habe ich mit einem Jahr angefangen", erinnert er sich mit einem Schmunzeln. Weil er das Spielgerät öfter in den Händen hielt als mit den Füßen dagegen zu treten, stand Martin Jäger prompt im Tor und einmal zwischen den Pfosten hat er diese Position nie wieder verlassen. "Wenn ich mal außen spielen wollte, haben meine Trainer immer gemeint, dass das wenig Sinn macht", lacht der Keeper. "Mich musste aber nie jemand zwingen, ins Tor zu gehen. Das hat mir schon immer Spaß gemacht." Dass der Brander eines Tages die stolze Größe von 1,97 Metern erreichen würde, war nicht von Beginn an klar. "Früher war ich klein und dick. Für meine Größe hatte ich ein ordentliches Gewicht. Erst durch einen Wachstumsschub in der Pupertät hat sich das geändert." Diese körperliche Veränderung ging soweit, dass er als Erwachsener ein Gardemaß für einen Torhüter erreichte, weswegen er durch seine natürliche Spannweite mehr Bälle erreicht als andere Kollegen. Darauf ruht sich der heute 27-Jährige jedoch nicht aus. "Ich mache grundsätzlich die ersten zwei Wochen einer Vorbereitung mit den Feldspielern mit, um fit zu sein. Ohne das hilft einem die ganze Kraft nichts." Außerdem braucht er eine gewisse Grundkondition, um das Torwarttraining durchzustehen. "Eine Dreiviertelstunde Torwarttraining als alleiniger Keeper reicht, um richtig ausgepowert zu sein - auch wenn ein Feldspieler das nicht verstehen wird."

Um ihren Torhüter kümmern sie sich in Brand besonders. Martin Jäger gehört zu den besten Keepern im Kreis.
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Aufstieg in die Kreisliga - Relegation zur Bezirksliga

Martin Jäger war noch nicht einmal 18 Jahre alt, da  wurde er von Trainer Peter Staudinger bereits in die Erste Mannschaft hochberufen und hat mit den Erwachsenen trainiert. "Es hat mir geholfen, gleich an den Herrenbereich herangeführt worden zu sein." Sofern sein älterer Torwart-Kollege Jörg Winkler ausfiel, durfte der Jugendspieler ran. Eine Saison später übernahm Arne Schmidt das Traineramt des TSV Brand und in der Saison 2010/11 sicherte sich der Eckentaler Verein die Meisterschaft in der Kreisklasse. "Wir waren nicht nur eine Fußballmannschaft, sondern ein Freundeskreis. Privat sind wir das ganze Wochenende gemeinsam fort gegangen und standen dann sonntags zusammen auf dem Fußballplatz. Bei uns hat sich alles um Fußball gedreht - und gute Kicker waren außerdem noch dabei. Wir waren alle von einem Schlag, wenn man das so nennen kann." Der sportliche Erfolg stellte sich ein und die Brander Clique spielte fortan in der Kreisliga. 

Auf Arne Schmidt folgte Trainer Steffen Staudinger und mit ihm erreichte der TSV Brand sogar die Relegation für die Bezirksliga in der Saison 2014/15. Wieder war ein Schwung Jugendspieler herausgekommen, so dass dieser überraschende Erfolg zustande kam. "Fußballerisch waren wir sicherlich nicht die besten, aber läuferisch und kämpferisch, worauf unser Trainer viel Wert gelegt hat, waren wir sehr gut drauf." Das starke Fußballjahr endete mit einer 0:2-Niederlage in der Relegation gegen den TSV Röttenbach

Danach konnte der TSV Brand diese Spielzeit nicht wieder bestätigen. "Ich denke, dass wir es nach diesem Erfolg in den Köpfen zu leicht genommen haben. Zu einer solchen Saison gehört einfach auch die richtige Einstellung", meint Martin Jäger. Stattdessen rutsche der Kreisligist immer wieder zeitweise in den Abstiegskampf. Einige Kollegen aus dem Jahrgang des Schlussmanns sind nicht mehr dabei und junge Spieler kamen hinzu. "Es fehlen uns zurzeit die Eier", sagt Martin Jäger und nutzt den Oli Kahn-Gedächtnis-Spruch. Er vermisst Persönlichkeiten auf dem Feld, die nicht gleich den Kopf hängen lassen, wenn es Rückschläge gibt. "Man merkt, dass die Lust nachlässt, wenn es mal nicht so läuft." Trotzdem ist der Leitwolf im Tor sicher, dass der TSV Brand über die nächsten Jahren hinweg noch in der Kreisliga spielen kann. "Unsere aktuellen Trainer, der Alex Roth und der Chrissi Staatz, machen sich viele Gedanken und leisten gute Arbeit im menschlichen und fachlichen Bereich. Außerdem haben wir eine junge Mannschaft, in der ich mit 27 Jahren einer der ältesten bin. Diese Mannschaft kann noch mehrere Saisons zusammenspielen - und die Kreisliga halten." Zuletzt machten dem TSV Brand Verletzungen und andere Ausfälle das Leben schwer und das bei einem von Jahr zu Jahr kleiner werdenden Kader. "Die Leute werden weniger, weil der Fußball nicht mehr denselben Stellenwert hat wie früher."

Martin Jäger hat bei seinem Heimatverein alle Freiheiten und spielt gerne für den TSV Brand.
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Immer TSV Brand


Einige Vereine haben bereits versucht, Martin Jäger vom TSV Brand loszueisen. Allerdings musste der Schlussmann den Interessenten stets absagen. "Gereizt hätte es mich schon, auch mal höherklassig zu spielen. Ich bin aber der Typ, der, wenn er etwas macht, dann gescheit." Aus beruflichen Gründen mit teils langen Arbeitszeiten hätte Martin Jäger nirgendwo anders viel trainieren können, um sich bei einem potenziellen neuen Verein in die Stammelf zu arbeiten. In Brand hingegen braucht er zwei Minuten zum Trainingsplatz und bekommt von seinen Trainern stets alle Freiheiten, die er braucht, um Beruf und Sport unter einen Hut zu bekommen. "Ich kann in Brand trainieren wann und wie ich will. Wenn ich früh um sieben auf Arbeit gehe und abends erst um halb acht wieder daheim bin, dann verstehen alle, dass ich nicht beim Training auftauche." Der Verein und die Verantwortlichen wissen, was sie an ihrem Torhüter haben, der unter anderem von den Trainern der Kreisliga in der Saison 2011/12, der Saison 2015/16 und der Saison 2016/17 in die anpfiff.info-Topelf gewählt wurde. "Mir macht es Spaß, ohne Fußball wäre es langweilig. Das brauche ich als Ausgleich zum Job", sagt Martin Jäger. Dass er irgendwann woanders spielen wird, glaubt er nicht: "Stand jetzt, spiele ich wahrscheinlich immer in Brand."

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Steckbrief Martin Jäger

Martin Jäger
Spitzname
Jäger
Alter
28
Geburtsort
Nürnberg
Wohnort
Eckental-Brand
Familie
in Beziehung, 0 Kinder
Nation
Deutschland
Größe
197 cm
Gewicht
90 kg
Beruf
Sanitär&Heizungsbau Meister
Hobbies
Motorradfahren, Arbeiten, Wintersport
Starker Fuß
Rechtsfuß
Lieb.-Position
Torwart
Erfolge
Aufstieg in die Kreisliga 2011.
Bisherige Stationen:

TSV Brand


Hintergründe & Fakten

Personendaten
Teamdaten

Saisonbilanz Martin Jäger

 
19/20
2
0
0
0
R
0
0
18/19
28
0
0
0
R
0
0
17/18
2
0
0
0
R
0
0
17/18
25
0
0
0
R
0
1
16/17
28
0
0
0
R
0
0
16/17
1
0
0
0
R
0
0
15/16
26
0
0
0
R
0
0
14/15
29
0
0
0
R
0
0
13/14
29
0
0
0
R
0
0
13/14
1
0
0
0
R
0
0
12/13
28
1
0
0
R
0
1
12/13
3
0
0
0
R
0
0
11/12
29
0
0
0
R
0
0
10/11
28
0
0
0
R
0
0
10/11
1
0
0
0
R
0
0
09/10
7
0
0
1
0
0
0
09/10
23
0
0
0
0
0
0
Gesamt
290
1
0
1
0
0
2

Spielerstationen Martin Jäger

19/20
KL
 
18/19
KL
 
17/18
KL
 
17/18
AK
 
16/17
KL
 
15/16
KL
 
14/15
KL
13/14
KL
 
12/13
KL
 
12/13
AK
 
11/12
KL
 
11/12
AK
 
10/11
KK
10/11
AK
 
09/10
KK
 
09/10
AK
 

Daten TSV Brand

TSV Brand e.V. 66
Gründung: 06.08.1966
Mitglieder: 800
Farben: Blau-Weiß
Abteilungen: Fußball, Tischtennis, Turnen

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