Artikel veröffentlicht am 10.10.2018 um 18:00 Uhr
Simone Wagner aus Schlaifhausen: Heimatverliebte Fußballerin und Physio
Als junges Mädchen trat sie noch gemeinsam mit den Jungs gegen den Ball, heute kuriert sie als Physiotherapeutin die Wehwehchen der Schlaifhäusener Fußballer. Den Eiskoffer immer griffbereit weiß Simone Wagner mittlerweile, wann es ihren Fußballern wirklich weh tut.
Von Uwe Kellner

Als Fußballerin in die Bezirksliga

Durch ihren Cousin Florian Kroder, der nur ein Jahr älter ist als sie, kam Simone Wagner zum Fußball. Die beiden hatten früher sowieso alles gemeinsam gemacht, also fing auch sie als Mädchen zum Kicken an. Von der F-Jugend bis zur C-Jugend spielte sie gemeinsam mit den Jungs, musste danach ein Jahr pausieren und durfte im Alter von 16 Jahren bei den Damen der DJK-FC Schlaifhausen mitkicken. Dies sollte eine Erfolgsgeschichte werden, denn in der Saison 2013/14 folgte der Aufstieg in die Bezirksliga, der auch medial sehr viel Aufmerksamkeit auf sich zog und ein gutes Licht auf den Verein warf. „Als Damenmannschaft haben wir immer sehr viel Unterstützung vom Verein bekommen. Es gab nur wenige Unterschiede zwischen uns und den Männern", erinnert sich die 28-Jährige gerne zurück. In der Bezirksliga hatten die Frauen einen guten Zuschauerschnitt und die Besucher bekamen immer einiges geboten - auch von Simone Wagner, die als Verteidigerin auf dem Spielfeld stand.

Sie selbst bezeichnet sich als heimatverliebte Person, die niemals ihren Verein verlassen wollte. Auch nach ihrem offiziellen Karriereende hilft sie im Notfall weiterhin aus und engagiert sich mittlerweile als Beisitzerin im Ausschuss für Feste. Zudem zieht sie gerade einen Kurs für Rückentraining im Gymnastikraum des Sportheims auf, um langsam aber sicher den Breitensport im Verein zu stärken. Als Tausendsassa hat Simone Wagner vor acht Jahren ihren Übungsleiterschein absolviert und betreut die Fußballmannschaft ihres Patenkinds seit geraumer Zeit, mittlerweile in der E-Jugend.

Simone Wagner kümmert sich als Physiotherapeutin um die Verletzungen der Spieler in Schlaifhausen, damit diese so bald wie möglich wieder auf dem Platz stehen können.
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Als Physio und Fan an der Seitenlinie


Mit Beginn der Ausbildung zur Physiotherapeutin im Jahr 2010 begann Simone Wagner auf Anfrage aus dem Verein, sich um die Verletzungen der Fußballer zu kümmern. Als Fan und Unterstützerin der Mannschaft schaut sie sowieso beinahe bei jedem Spiel der DJK zu und tut dies nun seit Jahren als Ersthelferin bei kleineren und größeren Verletzungen. Offene Brüche oder ähnliches hat sie in den vielen Jahren noch nicht erlebt. Mal musste ein ausgekugelter Finger reponiert werden, mal hießen die Diagnosen aber auch Kreuzbandriss oder gebrochenes Schlüsselbein. „Ich bin zwar kein Arzt, mittlerweile erahne ich aber in etwa, um welche Verletzung es sich handelt." Meist kommen die Spieler bereits am Wochenende auf Simone Wagner zu und machen für Dienstag und Donnerstag nach dem Training eine Behandlung mit ihr aus. „Der Kader der Ersten ist dünn, deswegen müssen wir schauen, dass wir die Verletzten immer so bald wie möglich wieder hinkriegen."

Im Vergleich zum Frauenfußball findet Simone Wagner, dass die Männer mehr wegstecken können. „Wir Damen sind wehleidiger, keine Frage. Es gibt welche, die schreien schon, bevor sie getroffen wurden", sagt die langjährige Fußballerin. „Vielleicht meine ich das auch nur, weil ich lange mit Jungs zusammen gespielt habe und deswegen selbst mehr aushalte." Aber auch bei den Männern hält nicht jeder Spieler gleich viel aus und es gibt den einen oder anderen, der öfter mal am Boden liegt. Erfahrung hat Simone Wagner nach jahrelanger Beobachtung genügend. „Ich weiß mittlerweile, bei wem es wirklich weh tut und wer nur am Boden liegt, damit ein bisschen Zeit von der Uhr geht." Davon kann die Physiotherapeutin dann auch abhängig machen, wie schnell sie mit ihrem Eiskoffer bei ihrem Patienten ist.

Zu tun gibt es Einiges und wenn es um den sportlichen Erfolg ihres Vereins geht, kümmert sich Simone Wagner gerne um die kleineren un größeren Wehwehchen ihrer Fußballer. Immerhin spielen auch ihren beiden Cousins, Martin und Florian Kroder, beim Kreisklassisten. Anders als andere Frauen ist Simone Wagner nicht zum Kaffeklatsch am Sportplatz. Wenn es um wichtige Punkte geht, dann fiebert sie mit ihren Jungs lautstark mit. „Das ist für eine Frau vielleicht nicht unbedingt typisch, aber ich kann am Sportplatz sehr laut meine Meinung kundtun. Das kann ich nicht einfach so unterdrücken", lacht die Fußballerin. Wer diesen Artikel gelesen hat und demnächst gegen Schlaifhausen spielt, wird verstehen, was Simone Wagner damit meint.

Simone Wagner bei der Arbeit. Die Physiotherapeutin versorgt ihre Jungs umsichtig. Als Fußballerin kennt sie sich bestens auf dem Sportplatz aus und weiß, wann es wirklich weh tut.
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Steckbrief Simone Wagner

Spitzname
Mone
Alter
28
Geburtsort
Forchheim
Wohnort
Schlaifhausen
Nation
Deutschland
Größe
164 cm
Gewicht
54 kg
Beruf
Physiotherapeutin
Starker Fuß
Rechtsfuß
Lieb.-Position
Abwehr
Erfolge
Aufstieg in die Bezirksliga in der Saison 2013/14
Bisherige Vereine:
DJK-FC Schlaifhausen


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