Artikel veröffentlicht am 10.07.2018 um 13:11 Uhr
Trotz einiger Rüffel: Zufrieden mit der Kreisligasaison
In der gut besuchten Tagung der beiden Kreisligen des Spielkreises Erlangen-Pegnitzgrund im Sportheimsaal des TSV Kirchehrenbach erwartete die Teilnehmer ein straffes Programm. Mit 13 Tagesordnungspunkten war allerhand abzuhandeln. In der kommenden Saison wird nur ein Kreisligazweiter via Relegation aufsteigen können. Mittlerweile liegen die Umfrageergebnisse vor.
Von Leo Hühnlein, Fränkischer Tag
Kreisspielleiter Max Habermann ging deshalb direkt nach der Begrüßung auf die vergangene Spielzeit ein. Die Gesamtdauer von 160 Minuten - bedingt auch durch Gastredebeiträge von Gruppenschiedsrichterobmann Christoph Stühler, dem Kreisehrenamtsbeauftragten Alexander Männlein und dem neuen Vorsitzenden des Kreissportgerichtes Manfred Weiher - verlangte manchem Vereinsvertreter, die teils eine knappe Stunde Fahrtzeit ans Walberla reklamierten, dennoch etwas Geduld ab.

Ein Sonderlob, garniert mit einem Satz neuer Spieltrikots, erhielt Spielleiter Leo Sauermann von der SpVgg Heßdorf für die beste Quote der Fairnesstabelle. Da an der, von einer oberfränkischen Brauerei gesponserten, offiziellen Preisvergabe in Röttenbach jedoch kein Vereisvertreter teilnahm, durfte sich Sauermann neben der Urkunde anschließend noch den obligatorischen Rüffel des Kreisspielleiters abholen, der scherzend für Erheiterung sorgte: "Des Fünfer Bierfässla Kulmbacher kriegst aber nimmer, des hab ich schon selber trunken!" Auch die Nicht-Teilnahme von 58 Vereinen zuzüglich fünf Jugendspielgemeinschaften am Kreistag waren Habermann ein Dorn im Auge: "Es muss doch möglich sein, dass einmal im Jahr von jedem Verein ein Vertreter für zwei Stunden da hingeschickt werden kann."

Max Habermann ehrte die vier Kreisklassenmeister.
anpfiff.info

Als "Katastrophe" bezeichnete er die Nichtantretungen, die den Vereinen immerhin auch eine Menge Geld kosten: "Nicht anzutreten in der Kreisliga kann eigentlich nicht sein. Unmöglich. In beiden Kreisligen waren es je zwei Fälle, die den Vereinen jeweils 90.- € Strafe kosteten. Insgesamt waren es von der Kreisliga bis zu den B-Klassen 106 Nichtantretungen, die euch 6460.- € Strafe und zusätzlich etwa 3000.- € Gebühren kosteten. Überlegt euch mal, was man mit diesem Geld hätte besser anfangen können!"
Habermann appellierte zum für beide Kreisligen eingerichteten, jedoch freiwilligen Live-Ticker. Hier sei die Quote noch ausbaufähig, das werde sich spätestens dann ändern, wenn der Status zur Pflicht würde: "Macht doch trotzdem Heute schon mit! Ihr wollt doch sicher auch gerne wissen, wie es auf anderen Plätzen steht." Mit den Zahlenübersicht der Platzverweise endete die statistische Teil des Kreisspielleiters: "Es gab 36 Rote Karten in der Kreisliga 1 und 27 Rote Karten in Kreisliga 2. 63 Spieler waren betroffen und wurden insgesamt für 152 Spiele gesperrt!" Zudem seien zehn Rückzüge oder Ausschlüsse von Mannschaften zu beklagen gewesen, davon ein A-Klassist und der Rest B-Klassisten.  

Gruppenschiedsrichterobmann Christoph Stühler, der in Begleitung von Jung-SR-Koordinator Dieter Wolf gekommen war, bat um ein Meinungsbild zur Zufriedenheit über die Leistungen seiner Referees. Zudem informierte er über anstehende Regeländerungen. Markant dabei: Die Rückennummer 88 wird ab sofort nicht mehr geduldet: "Ein Spieler mit dieser Rückenzahl hat künftig kein Spielrecht mehr." Diese Anordnung, die auch in den Zulassungsstellen bei der Vergabe von KFZ-Kennzeichen gehandhabt wird, unterliegt politischer Motivation. Zufrieden zeigte sich der KSO mit den Ordnungsdiensten: "Es klappt inzwischen besser, die Männer mit den Westen kümmern sich nicht mehr nebenbei auch noch am Grill um Würste oder als Platzkassier." Dass sich manche Spieler und sogar Trainer bisweilen wohl nicht ganz regelsicher zeigen, nötigte Stühler ein Stirnrunzeln ab: "Wir bieten Interessierten während der Vorbereitung immer an, dass wir sie in Regelfragen schulen. Hier ist aber kaum Resonanz."

Max Habermann vor dem Plenum.
anpfiff.info

Kreisehrenamtsbeauftragter Alexander Männlein, dem Habermann kurze Redezeit auferlegte ("Du hast nur zwei Minuten, weil der Stühler so lange gebraucht hat!"), fasste sich kurz und stellte sich zunächst ebenfalls schützend vor die Schiedsrichter. Außerdem appellierte er an die Vereine, zu den Fortbildungen zu gehen: "Es bringt euch und euren Mitgliedern mehr, als ihr denkt. Macht es einfach mal." Zuletzt informierte Männlein, dass er künftig im Bezirk als Ehrenamtsbeauftragter fungiert und somit nach Unterstützung auf Kreisebene Umschau hält.

Letzter Gastredner war Manfred Weiher, als neuer Vorsitzender des Kreissportgerichtes in Nürnberg auch für den Spielkreis Erlangen-Pegnitzgrund zuständig. Er nutzte die Zeit um sich kurz vorzustellen und informierte: "Der Verhandlungstag wird künftig Donnerstags sein!"

Für kurzfristige Irritation sorgte die Erklärung Habermanns zur Abstiegsregelung in der kommenden Spielzeit. Seine Idee, um den Vereinen entgegen kommen zu können, hat er sich inzwischen von Oben absegnen lassen: "In beiden Kreisligen sind vier Absteiger festgelegt, damit die Normzahl von 32 für beide auch dann nicht überschritten wird, wenn am Ende fünf Absteiger der Bezirksliga in unseren Spielkreis kommen. Falls es nur einer oder zwei Vereine wären, die von oben kämen, müssten auch nur drei aus jeder Kreisliga runter. Aber das werden wir frühestens drei bis vier Wochen vor Rundenende wissen."
 
Mit der Abstimmung der Eintrittpreise (Männer 4.- €, Ermäßigt 3.- €, Frauen weiterhin frei) ging die harmonische Tagung mit der Absprache der Spielpläne beider Kreisligen und deren Vertreter gegen 21:45 Uhr zu Ende. Zuvor wurde der Fragebogen eingesammelt, über dessen vier Abfragen Habermann in Kürze nach Auswertung informieren will.

Update: Mittlerweile sind die Ergebnisse der Umfrage da:

Bei den Umfragen bei der Kreisligatagung im Fußballkreis Erlangen/Pegnitzgrund gab es folgende Ergebnisse.

Reduzierung der Ligen und Klassen auf 14 Teams ab der Saison 20/21

3 Vereine dafür
28 Vereine dagegen

Rundenende mit der Bezirksliga (Mitte Mai)
14 Vereine dafür
17 Vereine dagegen

Entscheidungsspiele bei Punktgleichheit (wenn es um Auf- bzw. Abstieg geht)
§ 23 der Spielordnung

28 Vereine für Entscheidungsspiele
3 Vereine für direkten Vergleich, usw.

Änderung von Spielterminen bei Heimspiel eines DFL-Vereins am Sonntag
§ 14 Abs. 5 der Spielordnung


KL 1:
4 Vereine dafür
11 Vereine dagegen

KL 2:
6 Vereine dafür
10 Vereine dagegen

Da sich keine 2/3 Mehrheit der Vereine für die Änderung von Spielterminen bei Sonntagspielen der DFL aussprach sind Verlegungen nur mit Zustimmung des Gegners möglich.

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Die Punkte des Abstimmungsbogens

- Reduzierung der Ligen und Klassen auf 14 Teams ab der Saison 2020/2021
- Saisonende zeitgleich mit der Bezirksliga (ca. Mitte Mai)
- Bei Punktgleichheit Entscheidungsspiele (wenn es um Auf- oder Abstieg geht)
- Auf Antrag des Heimvereins kann einer Spielverlegung (mit Zustimmung des Spielleiters) stattgegeben werden, wenn zeitgleich durch die DFL ein Lizenzspiel eines bayerischen Vereins angesetzt wurde.

Alle Punkte waren direkt mit ja/nein zu beantworten.


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Die nächsten Arbeitstagungen

Kreisklassen: 12. Juli, 19 Uhr beim ASV Forth

A-Klassen: 14. Juli, 10 Uhr bei der DJK-TSV Kersbach

B-Klassen: 17. Juli, 19 Uhr bei der DJK Weingarts

Jugendleitertagung: 27. Juli 18.30 Uhr bei der DJK Weingarts


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