Artikel veröffentlicht am 12.10.2017 um 06:00 Uhr
Mittelehrenbach wieder vorne dabei: Fußball ist die Beste Alternative zum Alltag
Nach dem Abstieg vor zwei Jahren wurde schon über das Aus für Mittelehrenbach diskutiert im Spielkreis. Seitdem hat die Mannschaft die Kritiker Lügen gestraft und bereits letztes Jahr ein gute Runde hingelegt. Auch heuer steht man wieder im vorderen Drittel einer starken A-Klasse. Ein Grund sich mit Trainer Tobias Meixner über den SVM zu unterhalten
Von Matthias Gößwein
Der Saisonstart verlief sehr zufriedenstellen für die Mannschaft um Trainer Tobias Meixner. In den ersten neun Spielen ging man sieben Mal als Sieger vom Feld und musste nur zwei Niederlagen einstecken. Auch der Trainer ist mit der Ausbeute zufrieden „Neun Spiele mit 21 Punkten, da hatten wir in der Vergangenheit schon schlechtere Saisonstarts.“, so der 30-jährige Mittelehrenbacher. „Wir haben unsere Hausaufgaben gegen die Mannschaft gemacht, die wir schlagen sollten. Dass es für Mannschaften wie Gräfenberg und Thuisbrunn logischerweise nicht reicht, ist uns Allen im Verein bewusst, Spieler wie auch Funktion. Das ist auch der große Vorteil, dass wir in Mittelehrenbach vor der Saison ziemlich realistisch geblieben sind.“, analysiert der Trainer die ersten Spiele.

Spielertrainer Tobias Meixner (rechts) sieht die Situation in Mittelehrenbach realistisch und setzt viel auf den Zusammenhalt
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Enger Kader zwingt zu ungewöhnlichen Maßnahmen

Was die letzten Jahre schon auffiel, ist das Mittelehrenbach über einen sehr engen Kader verfügt. Die Ü30-Generation hat mittlerweile Nachwuchs und auch der eigene Hausbau hat mehr Priorität als der Fußball. Auch dauert die Regeneration mancher Spieler nach dem Wochenende immer länger und so haben die Verantwortlichen auf die Entwicklung reagiert. „Es ist doch logisch, dass man mit Nachwuchs mehr Zeit mit der Familie verbringen will und auch Hausbau, berufliche Fortbildungen und Selbständigkeiten sind ein großes Thema, dass wir einfach berücksichtigen müssen. Wir haben daher beim Training beschlossen einen Pflichttermin einzuführen und den zweiten auf freiwilliger Basis zu belassen. Das klappt ganz gut.“, erklärt der Trainer die neue Trainingsarbeit. Was jedoch noch mehr zählt als das blanke Fußballspielen ist das Miteinander im Verein. Neben dem Platz war und ist der Zusammenhalt schon immer stark und Landkreis-weit bekannt. Dennoch geht es auch auf dem Platz nur miteinander und dafür muss sich jeder Spieler in den Dienst der Mannschaft stellen. Der SVM lebt von diesem Kollektiv. „Der Schwerpunkt meiner Trainingsarbeit liegt auf dem Miteinander auf dem Platz und da machen die Spieler einen tollen Job, wie man an den Erfolgen sehen kann.“, erklärt der Trainer das Erfolgsgeheimnis trotz des engen Kaders.

Schweres Restprogramm in der Vorrunde

Nach dem Pflichtprogramm kommt meistens die Kür und so stehen für die Mannschaft von Tobias Meixner nun die Partien gegen die vermeintlichen Favoriten aus Muggendorf, Pinzberg/Gosberg, Reuth und Pretzfeld an. Gerade gegen die beiden letztgenannten werden es sicherlich schwere Spiele und genauso sieht es auch der Trainer. „So viel kann ich sagen, wir werden beide Mannschaften nicht 90 Minuten pressen und niederlaufen können. Wir können uns mit diesen Mannschaften nur bedingt messen. Konditionell werden wir Nachteile haben. Ich erwarte, dass wir trotzdem Lust haben auf diese Spiele.“, schaut der Trainer auf die beiden letzten Spieler der Vorrunde. Eins kann man schon jetzt sagen, dass sicherlich Tore fallen werden in den Spielen des SV Mittelehrenbach, den unter drei Toren endete noch keine Partie in dieser Saison.

Johannes Salb (mitte) jagt die Kugel gerne ins gegnerische Tor
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Wohin soll es in der Zukunft gehen?

Was ist angesichts des engen Kaders und der begrenzten Möglichkeiten also drin für Mittelehrenbach, auch darauf gibt es eine schnelle und plausible Antwort: Zum Absteigen zu gut und zum Aufsteigen reicht es nicht mehr. „Es wird wieder auf Platz drei bis sieben hinauslaufen, was mich persönlich aber nicht traurig stimmt oder lustlos macht. Im Fußball wie im Leben muss man überlegen, was man will. Gleichzeitig muss ich auch dementsprechend meine Prioritäten und Energie so legen, dass ich es erreichen kann.“, sieht der Trainer die Situation realistisch und legt nach. „Fakt ist doch, mit einmal Training in der Woche, einem Kader im Schnitt über 30 und keinen Nachwuchs in Sicht braucht man nicht an den Aufstieg zu denken. Aktuell ist wichtig, dass wir eine Mannschaft sind, die sehr gut miteinander befreundet ist und die die Situation der Mitspieler so akzeptiert wie sie ist und versucht das Beste daraus zu machen. Ehe, eigener Nachwuchs, Hausbau sind tolle Erlebnisse und da muss der Fußball einfach in den Hintergrund treten, zumindest im Amateurbereich.“

Torhüter Alexander Brütting auch mit seinen 38 Jahren ein sicherer Rückhalt im Team
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Freude auf jedes Spiel


Auch die Liga sieht Tobias Meixner als sehr stark an und will sich aber nicht auf einen Favoriten festlegen sondern sieht mehrere Mannschaften im Kampf um den begehrten Aufstiegsplatz. „Als Favoriten um den Aufstieg sehe ich persönlich Gräfenberg, Thuisbrunn, Pretzfeld, Reuth. Ansonsten gibt es Mannschaften, mit denen wir auf Augenhöhe sind wie Muggendorf, Pottenstein, Leutenbach, Pinzberg usw., die allesamt die oberen Ärgern können, aber noch nicht die Stabilität und Kontinuität haben.“, erklärt der erfahrene Coach und Spieler die Liga. „Für mich persönlich gilt, dass ich mich auf jedes Spiel freue, da Fußball ein toller Sport ist und die Beste Alternative zum Alltag darstellt.“

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Hintergründe & Fakten

Personendaten


Spiele-Bilanz Mittelehren.

Spiele
13
Siege gesamt
9
Heim-Siege
5
Auswärts-Siege
4
Unentschieden
2
Niederlagen gesamt
2
Heim-Niederlagen
1
Auswärts-Niederlagen
1
:0
Zu-Null-Spiele
4
0:
Spiele ohne eigenen Treffer
1

Team-Durchschnittsalter A-Klasse


Daten SV Mittelehrenbach

SV Mittelehrenbach
Gründung: 1978
Mitglieder: 170
Farben: Blau-Weiß
Abteilungen: Fußball und Gymnastik

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