Female Fit: Torwarthandschuh nur für Frauen - anpfiff.info
Artikel veröffentlicht am 03.10.2026 um 10:15 Uhr
Female Fit: Torwarthandschuh nur für Frauen
Matthias Brandlmaier stand selbst jahrelang erfolgreich zwischen den Pfosten, ehe er nach dem Ende seiner aktiven Karriere eine erfolgreiche Trainerlaufbahn im Frauenfußball eingeschlug. Mit XXIII Goalkeeping kreiert der Wahl-Mittelfranke nun eine eigene Marke, mit der er einen Torwarthandschuh speziell auf Frauenhände abstimmt auf den Markt bringen möchte. Jede einzelne Hüterin kann bei der Entwicklung aktiv helfen.
Von Bernd Riemke
Bernd Riemke / anpfiff.info
Vor knapp drei Jahren hat der gebürtige Oberbayer seinen Lebensmittelpunkt ins mittelfränkische Erlangen verlagert. Seine sportliche Heimat war über viele Jahre hinweg der VfL Waldkraiburg, mit dem er bis hinauf in die Bezirksoberliga als verlässlicher Hüter zwischen den Pfosten stand. Eine schwere Knieverletzung setzte der aufstrebenden Karriere des Matthias Brandlmaier zwar ein jähes Ende, der gelernte Bürokaufmann fand jedoch rasch ein neues Betätigungsfeld, indem er bei seinem VfL kurzerhand die Mädchen- und später die Frauenfußballabteilung aus der Taufe hob, die er über mehr als 15 Jahre lang betreute und förderte.

Ein Traum wird wahr

Nachdem es den 44-Jährigen vom Inn an die Regnitz verschlug, brachte er in der Hugenottenstadt seine reichhaltige Erfahrung zuletzt als Co-Trainer der Frauen der SpVgg Erlangen in der Landesliga-Nord ein, wo über viele Jahre auch seine Freundin Daniela Dahlke als Stürmerin ihre Spuren hinterließ. Die ist inzwischen ins Trainerteam des TSV Brand gewechselt und Matthias Brandlmaier hat sich in die Rolle des „Trainerinnenmannes“ zurückgezogen. Als solcher kann er sich ganz auf seine Beachsoccer-Leidenschaft konzentrieren – und auf die Erfüllung eines lang gehegten Traumes.

Matthias Brandlmaier geht mit seiner Marke XXIII Goalkeeping unter die Erfinder und entwirft einen eigenes für Frauenhände konzipierten Torwarthandschuh. 
privat

Air Jordan als Namensgeber

„Ich wollte schon immer eine eigene Marke gründen. Da mir viele Torhüterinnen stets die Problematik der mangelhaften Passform ihrer Handschuhe schilderten, starten wir nun damit, diese Nische zu bedienen“, berichtet Brandlmaier voller Stolz und Tatendrang zugleich. Brandlmaier ist ein Mann der Tat. Neue Projekte wollen zwar zunächst wohl überlegt sein, wenn der Stein jedoch ins Rollen gekommen ist, wird aus dem Planer ein Macher – mit 100%igem Einsatz. Ganz wie sein großes sportliches Vorbild. „Ich habe Michael Jordan verehrt“, sprudelt es aus dem Hünen heraus, der in Anlehnung an die Basketball-Legende der Chicago Bulls aus den 1990er Jahren, stets die Rückennummer 23 als aktiver Torhüter trug und der sein Idol im neu gegründeten Markennamen verewigte: „XXIII Goalkeeping“ schickt sich nun an, einen Torwarthandschuh explizit für Frauenhände herzustellen.

Female Fit

Der handelsübliche Makel eines Unisex-Handschuhe war schnell definiert. Die Länge der Finger ist meist zu lang, die Breite der Handfläche meist zu breit. „Bei der Fangbewegung quillt der Handschuh nach vorne auf, es entstehen kleine Luftpolster, die die sichere Kontrolle des Balles erschweren“, bringt der findige Erfinder die Sorgen der Torhüterinnen auf den Punkt. Dem möchte Brandlmaier nun mit dem Model „Female Fit“ entgegenwirken und benötigt dazu die Unterstützung möglichst vieler Torhüterinnen.

Zuversicht nach den ersten Schritten

„Wir stecken noch komplett in den Kinderschuhen, stehen aber mit einigen Herstellern in vielversprechendem Kontakt und wollen erst dann mit dem neuen Handschuh auf den Markt gehen, wenn wir ein Produkt haben, das möglichst viele weibliche Torhüterinnen zufrieden stellt“, so der Gründer von XXIII Goalkeeping, der zu diesem Zweck eine Online-Studie gestartet hat, an der sich Torhüterinnen aller Alters- und Leistungsklassen beteiligen dürfen und sollen, wenn es nach dem Wunsch des Nebebei-Unternehmers geht.

Seit sechs Jahren ist Matthias Brandlmaier Co-Trainer der deutschen Beachsoccer-Nationalmannschaft. 
privat

Von Fingerlängen und Fingersave

Je mehr Daten vorliegen, desto leichter wird es dem Drei-Mann-Team um Matthias Brandlmaier gemacht, die ideale Passform eines Frauenhandschuhs zu eruieren und daraus einen Prototypen zu entwickeln, der für Frauenhände im wahrsten Sinne des Wortes maßgeschneidert ist. „Jede Anatomie ist anders“, gibt Brandlmaier zu bedenken und fragt daher in seiner Studie nicht nur Handmaße ab, sondern auch persönliche Befindlichkeiten, Vorzüge oder Wünsche der Torhüterinnen, um diese in sein Konzept aufzunehmen. Ganz konkret werden interessierte Keeperinnen unter anderem gebeten, jeden einzelnen Finger, die Handflächenlänge, den Handumfang, aber auch den Handgelenksumfang zu vermessen und anzugeben, welches ihre dominante Fanghand ist, ob sie mit Fingersave oder ohne spielen und in welcher Weise der Haftschaum vernäht ist. Ein Negative Cut ermöglicht beispielsweise eine engere Passform, die wiederum mehr Fangsicherheit verspricht. Möchtest auch du Teil der Studie sein, dann nimm über diesen Link an der Umfrage teil.

Richtig zupacken

Erste Rückmeldungen stimmen den tatendurstigen Tüftler zuversichtlich. „Ein Frauenhandschuh muss insgesamt schmaler sein, das gilt im Besonderen auch für die Handgelenksbandage zum Verschließen“, verweist Brandlmaier auf erste Ergebnisse, die er aus seiner Studie gewonnen hat. „Selbstverständlich werden alle Daten anonymisiert aufgenommen“, versichert der 44-jährige Ex-Keeper und macht abschließend deutlich, dass er mit diesem bewussten Nischen-Projekt kein Millionengeschäft wittert, sondern sich selbst vielmehr den Traum einer eigenen Marke erfüllen und den Frauen im Fußballtor künftig mehr Sicherheit gewährleisten möchte.


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Hintergründe & Fakten



Link zur Studie

Jede interessierte Torfrau - egal, welcher Alters- und Leistungsklasse - kann und darf sehr gerne über diesen Link an der Studie von XXIII Goalgeekping teilnehmen, um mitzuhelfen, einen eigenen Torwarthandschuhe für Frauenhände auf den Markt zu bringen. 

Beachsoccer - Brandlmaier


Zunächst im Jahr 2005 als reine Hobbymannschaft gegründet, messen sich die Beach Boyz Waldkraiburg von Matthias Brandlmaier inzwischen in der Beachsoccer-Bundesliga und qualifizierten sich im vergangenen Sommer erstmals für das Final Four, das in einer eigens aufgebauten 2000-Mann-Arena am Strand von Warnemünde vor begeisternder Kulisse ausgetragen wurde.


Außerdem ist der 44-Jährige inzwischen im sechsten Jahr Co-Trainer der deutschen Beachsoccer-Nationalmannschaft. Während Nationen wie Italien, Spanien, die Schweiz, Weißrussland oder Portugal beziehungsweise im weltweiten Vergleich Uruguay, Japan, Haiti und insbesondere Rekordweltmeister Brasilien längst zum Profi- beziehungweise immerhin Halb-Profitum übergegangen sind, kicken die deutschen Beachsoccer-Athleten weiterhin auf reinem Amateurstatus. „Es ist jede Menge Talent vorhanden“, lobt Brandlmaier seine Schützlinge, doch mit Berufstätigen und Studenten, die sich für einwöchige Turniere und Trainingslehrgänge gesondert freinehmen müssen, ist internationales Top-Niveau nicht zu erreichen. Für eine Weltmeisterschaft konnte sich Deutschland daher bislang nicht qualifizieren, beim jüngsten European Super Final im italienischen Viareggio holte sich das bundesdeutsche Beachsoccer-Team jedoch einen achtbaren achten Rang.

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