Artikel veröffentlicht am 05.12.2017 um 06:00 Uhr
Fairness zuerst: Münchberger Junioren erfahren viel Sportsgeist
Rein sportlich läuft es bei der U19 richtig rund. Erst hat man sich den Kreispokal gesichert und darf jetzt nach dem 3:0-Sieg bei Ex-Landesligisten JFG Steigerwald sogar auf dem 2. Tabellenplatz überwintern. Zudem scheint es noch echten Sportgeist zu geben. Als die Eintracht-Junioren keine Mannschaft stellen konnte, hat sich der Gegner bereit erklärt, die Partie zu verschieben.  
Von Hans-Jürgen Wunder
"Ich hatte eigentlich gedacht, dass wir mit den 18 Leuten ausreichend besetzt sind. Aber es blieb trotzdem sehr eng. Deshalb habe ich an meine Jungs appelliert, nicht gleich abzusagen, wenn die Oma einmal Geburtstag hat", berichtet Thomas Klier, der die A-Junioren des FC Eintracht Münchberg im dritten Jahr unter seinen Fittichen hat. Denn auf den jüngeren Jahrgang will der Clubfan nicht zurückgreifen. "Die spielen um den Aufstieg in die Bezirksoberliga. Da kann ich die Mannschaft nicht schwächen." Als es dann zum Spitzenreiter nach Coburg gegangen wäre, hatte der frühere Pressecker plötzlich keine Mannschaft zur Verfügung. "Wir mussten bei unserem ohnehin kleineren Kader noch mit mehrere krankheitsbedingte Ausfällen hinnehmen. Da ist uns der Gegner aber entgegen gekommen und wir haben das Spiel verschoben." Eine noble Geste der Coburger, denn immerhin ist die Klier-Elf bei zwei Punkten Differenz auf den Spitzenreiter derzeit der härteste Konkurrent. Doch an die Landesliga denkt man bei der Eintracht nicht. "Für mich zählt erst einmal der Klassenerhalt. Eigentlich kann fast Jeder Jeden in der Liga schlagen und die Teams sind noch eng zusammen. Deshalb blicken wir zunächst nach hinten. Aber wir werden natürlich keine Spiele absichtlich verlieren, falls wir weiter vorne stehen sollten. Ich kann mir aber nicht vorstellen, dass der Verein den Aufstieg annehmen würde, wenn wir am Ende auf Platz 1 landen würden. Schließlich kommen elf Spieler nach der Serie raus."  

Schon wieder auf Torjagd: Lucas Köhler (li.) führt erneut die Torschützenliste der Liga an.
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Paukenschlag zum Vorrundenabschluss


Zunächst schien es, dass man nahtlos an die erfolgreiche Vorsaison anknüpfen könnte, die mit dem 2. Tabellenplatz geendet hatte. Immerhin rückten nur fünf Akteure in Seniorenlager auf. Doch beim Saisondebüt gegen Aufsteiger Regnitzlosau gab es gleich eine böse Überraschung. "Die machen das 1:0 und dann gleich mit einem Sonntagsschuss den zweiten Treffer. Wir hatten dagegen zwar 75 Prozent Ballbesitz, waren aber nach vorne zu wenig durchschlagskräftig", so Klier nach der 1:2-Heimniederlage. Doch wie schnell sich die Vorzeichen ändern können, erlebten die Münchberger bereits eine Woche später. "Der Rödentaler Trainer meinte anschließend, dass man nie so gegen uns spielen darf", grinst der Eintracht-Coach. Und weiter: "Als der einheimische Keeper den ersten Ball halten konnte, stand es schon 4:0 für uns. Wir haben die gnadenlos ausgekontert." Freilich standen viele Partien auf des Messers Schneide. So auch die letzte Vorrundenpartie, als man fast sensationell mit 3:0 bei der JFG Steigerwald gewann. "Wir sind gerade mit 12 Mann angereist und bereits in der ersten Hälfte musste ich Moritz Herrmann verletzungsbedingt rausnehmen. Wenn wir dann auch noch einen Strafstoß gegen uns bekommen hätten, als einem Abwehrspieler der Ball gegen die Hand gesprungen ist, hätten wir sicherlich nicht gewonnen. "  

Beim Kreispokal drehten Moritz Hermann und Kollegen noch 
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Letztes Juniorenjahr?

Thomas Klier, der als Trainer im Herren- und Jugendbereich schon viele harte Schlachten geschlagen hat, wirkt noch mitgenommen, wenn er berichtet. "Einer unserer Spieler ist am Mittagstisch seiner Familie ohne äußeren Grund zusammengebrochen und liegt derzeit im Krankenhaus." Diese Schreckensnachricht letzte Woche hatte die Münchberger A-Junioren in die Winterpause begleitet. Denn seitdem hat sich die Jugendmannschaft nicht mehr getroffen. "Unser Jugendleiter steht mit der Familie in Kontakt. Derzeit ruht bei uns der Trainingsbetrieb. Aber es wäre unter diesen Voraussetzungen ohnehin nicht möglich gewesen, am Wochenende ein Hallenturnier zu spielen. Da ist man mit den Gedanken einfach woanders."  Ob und wann der Spieler zurückkehren wird, ist derzeit offen. Dagegen ist klar, dass bei Jonas Köhler die Pause nach Operation auf drei bis vier Wochen beschränkt sein wird. Mert Ünlütaskiran konnte dagegen nach Achillessehnenbeschwerden und vielen Arztbesuchen noch keine einzige Partie bestreiten. Doch Thomas Klier, der auf eine trainingsfleißige Truppe zurückgreifen kann und den Plan für die Wintervorbereitung bereits erstellt hat, hofft, dann wieder auf seinen Mittelfeldmann zählen zu können. Es wird aber die letzte Saison des Übungsleiters bei den A-Junioren der Eintracht sein. "Der Aufwand ist schon gewaltig. Als wir bei Steigerwald gespielt hatten, musste ich bereits um halb sieben aufstehen. Das mache ich nicht einmal, wenn es auf die Arbeit geht." 

anpfiff.info wünscht dem Eintracht-Spieler im Krankenhaus alles Gute und rasche Genesung.    

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Tabelle Bezirksoberliga

Pl.
Team
Sp
Tore
Pkt
1
9
25:11
20
3
10
29:16
17
7
8
16:11
12
8
9
18:21
11
9
10
13:22
9
11
9
15:35
7
Direkter Vergleich bei Punktgleichheit, Tore werden bei direktem Vergleich nicht berücksichtigt (wenn punktgleich: Entscheidungsspiel).


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JFG Steigerwald - Münchberg

Steckbrief T. Klier

Alter
51
Geburtsort
Stadtsteinach
Wohnort
Münchberg
Familie
verheiratet, 1 Kind
Nation
Deutschland
Größe
185 cm
Gewicht
75 kg
Beruf
Automobilkaufmann
Hobbies
Fußball, Fußball, Fußball
Starker Fuß
Rechtsfuß
Lieb.-Position
zentrales Mittelfeld ("10er")
Erfolge
Bayernligaaufstieg in der A-Jugend

Trainerstationen T. Klier

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BOL
 
16/17
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KL
 
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KL
 
07/08
KL
 
05/06
KL
04/05
KL
 
03/04
KL
 
02/03
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