Artikel veröffentlicht am 04.07.2021 um 22:00 Uhr
Enzo Vitale: "Fußball ist mein Job - und meine Leidenschaft"
16 Jahre lang war Enzo Vitale im Nachwuchsbereich der SpVgg Greuther Fürth als sportlicher Bereichsleiter, Scoutingkoordinator und Trainer tätig und hat sich dabei einen Ruf auch über die Grenzen Mittelfrankens hinweg erworben. Nun zieht es ihn auf zu neuen Ufern. Wir sprachen mit dem gebürtigen Neapolitaner, dessen größter Erfolg der Aufstieg in die Junioren-Bundesliga war.
Von Markus Schütz
"Zunächst einmal", so Enzo Vitale, nachdem sein Engagement mit Ablauf des Juni bei der SpVgg Greuther Fürth endete, "möchte ich mich beim Verein für die tolle Zeit und das in mich gesetzte Vertrauen bedanken!" Für die Arbeit mit "vielen hochkompetenten Menschen", die viel zu dem beigetragen haben, was er jetzt ist und nicht zuletzt auch für die Möglichkeit, "mein Hobby zum Traumjob zu machen. Ich war nicht nur ein Mitarbeiter, sondern auch ein Fan der SpVgg - und das werde ich ganz sicher auch bleiben :-)." Während der Lockdowns und der Zeit ohne Fußball, habe er Zeit gehabt, sich auch mal zu reflektieren und darüber nachzudenken, ob nicht der Zeitpunkt gekommen sei, eine neue Herausforderung anzugehen. "Gleichzeitig ist es aber auch legitim, dass der Verein neue Wege gehen möchte. Ich hatte diesbezüglich hervorragende Gespräche mit den Verantwortlichen."

Privileg, mit Toptalenten arbeiten zu dürfen

Und so zieht Enzo Vitale nach 16 Jahren weiter. Wohin, das will er noch nicht verraten, aber es wird bei einem Verein sein, bei dem er auch wieder im Juniorenbereich an Konzepten und Entwicklungen in sportlicher Hinsicht mitarbeiten soll und wird. Und so weiter sein Hobby zum Beruf machen kann!
Der bald 45-Jährige ist nun seit fast 30 Jahren im Fußball aktiv. Zunächst selbst als zentraler Mittelfeldspieler sogar in Jugend-Auswahlmannschaften, bei den Senioren beim ATSV Erlangen, der SpVgg und dem VfB Forchheim und nicht zuletzt eben als Trainer im Juniorenbereich. Dabei hatte er das Privileg, einige Spieler, die auf sich aufmerksam machten oder noch auf sich aufmerksam machen werden, zu coachen. David Raum, frischgebackener U21-Europameister ist da ebenso zu nennen wie ein Felix Klaus (Fortuna Düsseldorf). "Nicht zu vergessen, das frühere Stürmertalent Ilir Azemi, die beiden Brüder Maximilian und Louis Breunig, die beim FC Würzburger Kickers aktiv sind, oder das Talent Mert Yusuf Torlak hier bei der SpVgg Greuther Fürth."

16 Jahre lang war Enzo Vitale im Nachwuchsbereich der SpVgg Greuther Fürth als sportlicher Bereichsleiter, Scoutingkoordinator und Trainer tätig
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"Meine Erfahrungen weitergeben"

Der Reiz am Trainerjob ist für Enzo Vitale, zu sehen, "wie die Jungs sich täglich entwickeln, wie sie alles aufsaugen wie ein Schwamm und versuchen, das Ganze umgehend umzusetzen. Und darüber hinaus auch die Vereinsphilosophie umsetzen wollen und sich auch damit identifizieren können!" Sein Einstieg als Übungsleiter erfolgte relativ früh, "weil ich bereits in meiner Jungend erkennen konnte, dass ich mich immer viele Gedanken gemacht habe über das Training und Spiel. Mir war im Training immer wichtig: Wofür machen wir diese Übung? Wo kommt das im Spiel vor? Und bei den Spielen waren mir immer die Stärken und Schwächen des Gegners bewusst. Ich bin jedenfalls froh, dass ich früh eingestiegen bin, so dass ich meine Erfahrungen nun weitergeben kann!", erklärt der in Neapel geborene Erlanger seine frühe Affinität zum Trainerjob.

Enzo Vitale ist früh ins Trainergeschäft eingestiegen - und konnte seine Leidenschaft zum Beruf machen. 
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Der Fußball und die Zeiten ändern sich

Als Trainer heißt es, mit der Zeit zu gehen, "weil sich der Fußball stetig weiterentwickelt - auf und neben dem Platz.", weiß Enzo Vitale. Während man früher in den Gesprächen mit einem 14-jährigen Talent und seinen Eltern zusammengesessen war, "sitzt heutzutage des Öfteren auch schon ein Spielerberater mit am Tisch." Die Konkurrenzsituation unter den Vereinen habe sich extrem erhöht und mittlerweile werden junge Talente schon mit acht oder neun Jahren und damit sehr früh gesichtet. "Auch der Fußball selbst hat sich inhaltlich verändert, man legt heutzutage viel Wert auf den athletischen Aspekt, v.a. die Schnelligkeit ist ein essenzieller Faktor und dadurch ist der Jungendfußball viel dynamischer und intensiver geworden." Der Trainer muss Schritt halten mit diesen Entwicklungen, muss nicht nur Weiter- und Fortbildungen absolvieren, "sondern er muss vor allem authentisch bleiben, die Sprache der Spieler sprechen und eine klare Linie haben. Heutzutage können die Jungs sehr schnell erkennen, ob ihr Trainer ein Plan hat oder auch nicht.", erklärt Enzo Vitale. Es gehöre auch für einen Übungsleiter dazu, "auch mal Fehler zu machen, wenn man sich entwickeln oder verbessern will. Wichtig ist nur, dass Fehler aus Leidenschaft oder mutigen Entscheidungen entstehen und nicht aus Dummheit, Faulheit oder Unehrlichkeit." Und, dass man aus ihnen lernt.

Wichtig ist für ihn auch, sich immer wieder vor Augen zu führen: "Wir haben es mit Menschen zu tun und nicht mit Maschinen." Also solche müssen die Spieler im höheren Nachwuchsbereich aber funktionieren. "Das ist für sie fast wie ein Vollzeit-Job: Erst die Schule, dann rasch zum Training und am Wochenende stehen die Spiele oder Turniere an. Ich ziehe den Hut vor den Jungs, die früh auf viel Freizeit verzichten, um vielleicht später ihren Traum verwirklichen zu können. Bei vielen wird es nicht klappen, aber ohne Träumen zu dürfen, wäre das Leben sinnlos."

Geduld haben nach der langen Pause

In den vergangenen Monaten der spielfreien Zeit musste allerorten Flexibilität an den Tag gelegt und viel mit Cybertraining gearbeitet werden, "um die Jungs fit zu halten, was auch uns gelungen ist. Aber der soziale Aspekt hat natürlich sehr gelitten. Man darf jetzt nicht zu viel und zu schnell wieder alles abverlangen, denn es wird noch eine Zeit vergehen, bis die Jungs wieder auf Topniveau kommen. Das Wort "Geduld" ist aktuell in dieser Phase erst recht angesagt.", weiß Enzo Vitale, der sich darauf freut, bald wieder auf dem Platz seiner Leidenschaft nachgehen zu können.

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Steckbrief Enzo Vitale

Enzo Vitale
Alter
46
Geburtsort
Neapel
Wohnort
Erlangen
Familie
ledig, 1 Kind
Nation
Italien
Größe
169 cm
Gewicht
55 kg
Beruf
Fußballtrainer/Fußballfunktionär
Hobbies
Essen gehen
Starker Fuß
Rechtsfuß
Lieb.-Position
zentrales Mittelfeld ("10er")
Erfolge
U17 Bayernligameister, U17 Aufstieg in die Junioren-Bundesliga, 2-facher Bayerischer Vize-Hallenmaster U17, Bayerischer Vize-Hallenmaster U13, Förderliga-Vizemeister U13
STATIONEN SCHÜLER/JUGEND:
SSC Neapel, FSV Erlangen Bruck, ATSV Erlangen, Auswahlspieler (unter Trainer Ex Profi Klaus Slatina von Karlsruher SC)

STATIONEN SENIOREN:
ATSV Erlangen, SpVgg Jahn Forchheim, VFB Forchheim

STATIONEN TRAINER:
FSV Erlangen Bruck, ATSV Erlangen, SpVgg Jahn Forchheim, 1. JFG Mainfranken Forchheim, SpVgg Greuther Fürth


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