Artikel veröffentlicht am 22.02.2021 um 12:00 Uhr
Hannah Moncken ist die Knallerfrau: Das schönste Tor war ein Eigentor!
Ein Drittel bis knapp die Hälfte. Das spiegelt die Torausbeute von Hannah Moncken wider. In der laufenden Serie erzielte sie ein Drittel aller Tore ihres FSV Unterleiterbach in der Bezirksliga. In ihrer bisherigen Laufbahn erzielte sie durchschnittlich in jedem zweiten Spiel ein Tor. anpfiff.info verriet die Frühstarterin, dass ihr schönstes Tor ein Eigentor war…
Von Bernd Riemke
Frühstarterin? Frühstarterin! Am 8. Oktober 2017 betrat Hannah Moncken die Bühne des Frauenfußballs. Im Kreisliga-Heimspiel ihrer FSV-Damen gegen FC Redwitz wurde der Youngster in der 35. Minute eingewechselt – und traf vier Zeigerumdrehungen später im zarten Alter von 16 Jahren zum 2:0. Ein Einstand nach Maß für die 162cm große Angreiferin, die zunächst bei den Jungs der SpVgg Ebing im Nachwuchsbereich das Kicken lernte, ehe sie in der U17 den Weg nach Unterleiterbach fand. Dort überzeugte die Powerfrau, die sich in jungen Jahren ganz bewusst für den Mannschaftssport Fußball entschied, um gemeinsam mit anderen im Sinne eines funktionierenden Teamgeistes zu gewinnen – und manchmal eben auch zu verlieren. Damit die Niederlagen den Bezirksliga-Frauen in schwarz und gelb nicht allzu oft passieren, steht Hannah Moncken in vorderster Front und nutzt sowohl ihr hohes Sprinttempo wie auch einen platzierten Schuss, um in schöner Regelmäßigkeit zu treffen. „Bei Eckbällen würde mir sicher auch ein gutes Kopfballspiel helfen und manchmal ist meine Chancenverwertung eher nicht so gut“, gibt sich die 19-Jährige selbstkritisch und weiß auch, dass ihr Defensivverhalten noch Verbesserungspotenzial in sich birgt. Solange sie vorne jedoch weiterhin fleißig trifft, werden ihr ihre Mitspielerinnen dieses kleine „Manko“ sicher wohlwollend verzeihen. Hannah Moncken ist eben eine echte Knallerfrau!

Mit dem Ball am Fuß auf dem Weg zum Tor. So fühlt sich Hannah Moncken am wohlsten.
anpfiff.info

Welches Accessoire darf bei Ihrem Fußball-Outfit nicht fehlen?
Hannah Moncken: Eine Unterziehhose. Die hab ich auch im Sommer immer an, weil ich gehört habe, dass die Muskeln dadurch länger warm bleiben. Und im Winter ist es damit ohnehin nicht so kalt (lacht). Ich trage die immer in schwarz und kann mich wirklich an kein Spiel erinnern, in dem ich ohne aufgelaufen wäre.

Wann ist ein Sportfoto von Ihnen ein gutes Foto?
Hannah Moncken: Wenn ich nicht so viel geschwitzt habe, ich keinen komischen Gesichtsausdruck habe, ich am besten auch noch lächle – was beim Fußball selten genug vorkommt – und mein Zopf gut sitzt. Manchmal rutschen im Spiel die Haare raus (lacht).

Worauf legen Sie beim After-Match-Styling am meisten wert?
Hannah Moncken: Ich ziehe etwas Gemütliches an. Also lieber Jogginghose als Jeans. Wenn ich zum Spiel von jemandem mitgenommen wurde und diejenige auf mich warten müsste oder ich wieder mal meinen Fön vergessen habe (lacht), dann mache ich die Haare auch einfach schnell zu einem Dutt.

Was ist das ärgerlichste Vorurteil, das Sie gegenüber Frauenfußball gehört haben?
Hannah Moncken: Es ist eigentlich ganz allgemein das Vorurteil, dass Frauen überhaupt nicht Fußball spielen können. Man kann das einfach nicht vergleichen. Jungs sind naturgemäß schneller und kräftiger, aber das heißt nicht, dass man deswegen Frauen- und Männerfußball vergleichen und in gut oder schlecht einteilen kann.

Welches war Ihr peinlichster Moment während eines Fußballspiels?

Hannah Moncken: Beim Schulfußball – das könnte in der 6. Klasse gewesen sein - war ich einmal so verwirrt, dass ich auf unser eigenes Tor zugelaufen und ein herrliches Eigentor geschossen habe. Selbst die Abwehrspieler standen wie angewurzelt da und es wusste keiner so richtig, wie das passieren konnte. Erst als ich gejubelt habe ist mir aufgefallen, dass keiner mit mir jubelt (lacht). Es hat mir aber niemand krumm genommen.

Welches Special, das Sie zum Spielen nicht brauchen, darf in Ihrer Fußballtasche nicht fehlen?
Hannah Moncken: Mein Handy, ansonsten habe ich eigentlich nur nützliche Sachen dabei. Mein Handy habe ich eh immer und überall dabei. Kurz vor dem Spiel oder in der Halbzeitpause ist es natürlich tabu, aber sonst mache ich kurz vor dem Treffpunkt noch einen Snap oder checke Nachrichten auf whatsapp.

Was macht den perfekten Mädelsabend mit Ihrer Mannschaft für Sie aus?
Hannah Moncken: Bei uns gibt es zum Saisonabschluss oder zum Auftakt der neuen Saison eine leckere Brotzeit. Da wird natürlich nicht nur gegessen, sondern gelacht, geredet und – außer von mir – vielleicht auch das ein oder andere Bierchen getrunken. So ein lustiges Beisammensein ist einfach schön.

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Steckbrief H. Moncken

Hanna Moncken
Alter
19
Geburtsort
Bamberg
Wohnort
Rattelsdorf
Familie
in Beziehung
Nation
Deutschland
Größe
162 cm
Beruf
Duales Studium der Rechtspflegerin
Hobbies
Fitnessstudio, Kochen, Backen
Starker Fuß
Rechtsfuß
Lieb.-Position
Sturm


Saisonbilanz H. Moncken

 
19/21
13
8
0
1
R
0
0
18/19
18
7
0
0
R
0
0
17/18
4
2
0
3
R
0
0
Gesamt
35
17
0
4
0
0
0

Sie kam, sah und traf

FSV Unterleiterbach: Eberlein L. 2,0, Neppig S. 2,5, Schneiderbanger 2,0, Höppel 2,0, Gray 3,0, Hennemann 2,5, Pflaum 2,5, Scheunemann 2,5, Petschner 1,0, Lunkenbein 3,0, Daminger 2,5, Moncken 2,0 (35.), Neppig M. 2,5 (46.), Neppig V. 3,0 (60.)
1. FC Redwitz: Bernert 2,0, Pfadenhauer 2,5, Brief 3,0, Thomas 3,5, Schlaf Katr. 2,0, Rech 3,0, Will 2,5, Porzelt 3,5, Wohlrath 3,0, Herbst 2,5, Freitag 3,5 / Härtlein
Tore: 1:0 Petschner (15.), 2:0 Moncken (39., Petschner), 3:0 Daminger (44., Petschner)
Zuschauer: 50 | Schiedsrichter: Franz Schober (TSV Breitengüßbach 1923 e.V.) 3,0
Am 8. Oktober 2017 bestritt Hannah Moncken ihr erstes Pflichtspiel im Frauenfußball und traf bereits nach vier Minuten.

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