Artikel veröffentlicht am 16.06.2019 um 16:00 Uhr
Vor ziemlich genau 50 Jahren: ASV Gaustadt gelingt der zweite Sprung in die LL
MAGAZIN Vor 50 Jahren, exakt am Sonntag, 15. Juni 1969, ist der ASV Gaustadt nach 1963 zum zweiten Mal in seiner Vereinsgeschichte in die Fußball-Landesliga Nord aufgestiegen. Die „Rot-Weißen“, trainiert von Leon Patrykowski, gewannen das  Entscheidungsspiel im Bamberger Volkspark-Stadion  gegen den  in der Bezirksliga punktgleichen und favorisierten TSV Eintracht Bamberg vor 3800 Zuschauern mit 4:2. 
Von Fränkischer Tag, df
(stehend v.li.): Trainer Leon Patrykowski, Peter Weidner, Gerhard Limmer, Klaus Zachert, Karlfried Köhlein, Rudi Schmitt, Oswald Schlicht, Ferdinand Köhlein, Rudolf Kabitz sowie (kniend v.li.) Werner Hagel, Josef Hambuch, Erwin Ziegler, Karl-Heinz Förth und Reinhold Söllner.
FT
Obwohl der ASV vier Tage zuvor an der „Schwarzen Brücke“ gegen den Bayernligisten VfB 07 Coburg um den Einzug in das oberfränkische Finale des damaligen DFB-Vereinspokals gekämpft und erst wenige Sekunden vor dem Schlusspfiff den 3:2-Siegtreffer der Vestestädter kassiert hatte, zeigte er sich in blendender Verfassung.
 
Partie gedreht

Das Derby begann für die Mannen aus der Gartenstadt verheißungsvoll. Dem Auszug aus dem damaligen Bericht des FT-Sportredakteurs Fritz Janson  ist zu entnehmen: „Bereits der erste Angriff des TSV Eintracht führte in der 3. Minute zum 1:0. Einen herrlichen 30-Meter-Pass von Schorsch Weber nahm der lauernde „Jumbo“ Mayer auf und jagte das Leder von der Strafraumgrenze unhaltbar ins linke Eck.“
Aber wer dachte, Gaustadt ginge schon in die Knie, sah sich im Irrtum.  Mit einem Ruck raffte sich der ASV auf, nahm das Heft in die Hand, und der  Eintracht glitt  langsam, aber sicher die Partie aus der Hand. Josef „Sepper“ Hambuch und Oswald „Ossi“ Schlicht sorgten mit ihren Toren dafür, dass die rot-weißen Fahnen im weiten Stadionrund flatterten. Reinhold Söllner legte kurz vor der Pause noch das  3:1 nach.  Als in der 59. Minute Mayer nach gekonnter Vorarbeit von Weber auf 2:3 verkürzte, setzten die Eintracht und ihr Trainer Günter Böhm alles auf eine Karte. Ein Angriff nach dem anderen rollte in den ASV-Strafraum. Der 18-jährige Torhüter Erwin Ziegler verhinderte mit herrlichen Paraden mehrfach Gegentreffer für seine Mannschaft und wurde zum Publikumsliebling. Als der technisch versierte Peter Weidner in der 73. Minute den 4:2-Endstand markierte, steigerte sich der Jubel der ASV-Anhänger zum Orkan.

Der damalige Landesliga-Aufsteiger (stehend v.li.): Trainer Leon Patrykowski, Peter Weidner, Gerhard Limmer, Klaus Zachert, Karlfried Köhlein, Rudi Schmitt, Oswald Schlicht, Ferdinand Köhlein, Rudolf Kabitz sowie (kniend v.li.) Werner Hagel, Josef Hambuch, Erwin Ziegler, Karl-Heinz Förth und Reinhold Söllner. 
FT


Nach dem Schlusspfiff von SR Otto Häßler (Bayreuth) beglückwünschten die Eintracht-Fußballer und Funktionäre dem Siegerverein zum Aufstieg und präsentierten sich als sportlich fairer Verlierer.  Nach dem Spiel bereiteten die Gaustadter Fußballfans ihrer Mannschaft einen stürmischen Empfang. Eine nicht enden wollende Autokarawane und die Jugendblaskapelle geleiteten die Meistermannschaft durch Gaustadt. Selbst die Häuser waren mit rot-weißen Vereinsfahnen geschmückt. Der ASV war  in die Landesliga Nord zurückgekehrt.

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Vereinsheim ASV Gaustadt


Daten ASV Gaustadt

ASV 1910 Gaustadt e.V.
vormals TSV 1937 Gaustadt (bis Juni 1945), Tuspo 1910 Gaustadt (bis Juni 1950)
Gründung: 1937
Mitglieder: 475
Farben: rot-weiß
Abteilungen: Fußball, Damen-, Herren- und Kindergymnastik, Wandern, Nordic-Walking, Privatkegeln


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