Artikel veröffentlicht am 07.12.2017 um 06:00 Uhr
Siebzig - und kein bisschen leise: KSO Günther Reitzner wird 70 Jahre alt
Eine für die Schiedsrichterei prägendsten Figuren der letzten Jahrzehnte in Bamberg, Oberfranken und darüber hinaus, feiert heute seinen 70. Geburtstag: Kreisschiedsrichter-Obmann Günther Reitzner. Herzlichen Glückwunsch!
Von Markus Schütz
Seit 2006 ist Günther Reitzner Obmann der Bamberger Schiedsrichter. Vor allem in dieser Zeit, aber auch schon davor, prägte er die Gruppe als Funktionär entscheidend. Eines der Markenzeichen des gebürtigen Hallstadters ist es, Klartext zu reden und zu schreiben! 

KSO Günther Reitzner feiert an diesem Donnerstag seinen 70. Geburtstag!
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Schiedsrichter seit 1970

Seit 1970 - also seit 47 Jahren - ist der in Hallstadt geborene Jubilar Schiedsrichter, bis Ende 2013 stand er dabei aktiv auf dem Platz und leitete bis zum Schluss Spiele auf Kreisebene. Früher pfiff er Partien bis hoch in die damals drittklassige Bayernliga. An der Linie war er fast ein ganzes Jahrzehnt in der Bundesliga oder sogar im Europacup im Einsatz. Als aktiver Referee hinterließ er ebenso große Fußspuren, wie er sie als Funktionär immer noch hinterlässt, denn seit 28 Jahren ist er in verantwortlichen Positionen für die Schiedsrichtergruppe Bamberg tätig. "Der damalige Obmann Rainer Pflaum stellte mich vor die Wahl: Entweder ich mache seinen Stellvertreter - oder er kandidiert als Obmann nicht mehr...", erklärt er seinen Einstieg. Das war 1989. "Ein wichtiger Aspekt für meine damalige Entscheidung, dem Ausschuss beizutreten, war, dass man der Gruppe etwas zurückgeben muss." Und genau das macht Günther Reitzner seit dieser Zeit. Seit 2006 nun als KSO, wodurch er verantwortlich ist für ca. 1000 Schiedsrichter. Und für die und ihre Belange setzt er sich mit der ihm eigenen Art ein: Als streitbarer Gerechtigkeitsfanatiker, der energisch, kompetent und sehr umtriebig vorangeht und natürlich hin und wieder auch aneckt. "Ich weiß, dass ich oftmals polarisiert habe und noch immer polarisiere - aber ich habe heute wie früher vor niemandem gekuscht.", sagt der nun 70-Jährige über sich.

Günther Reitzner gründete die Schiri-Zeitung, die zunächst als "Pfiffikus" erschien und dann in "Dompfiff" umbenannt wurde. 
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Schiedsrichter-Zeitung ins Leben gerufen

Und zwar weder in mündlicher, noch in schriftlicher Form: Vor 30 Jahren gründete er als Redakteur seine vielbeachtete Schiedsrichter-Zeitung, die er bundesweit verschickt und für die er bereits u.a. Feedback von kicker-Herausgeber Rainer Holzschuh oder Ex-DFB-Präsident Wolfgang Niersbach erhielt. Passend zum Luther-Jahr waren die in der Zeitung veröffentlichten Meinungen, Ansichten und Thesen nicht jedermann recht. Es waren auch ganz sicher deutlich mehr als 99 Thesen in den 30 Jahren des Erscheinens des "Dompfiff", um im Bild des Reformators Martin Luther zu bleiben. Darüber hinaus hat er auch die Kunstfigur "Pfiffikus" ins Leben gerufen, als die er bei runden Geburtstagen seiner Kollegen auftritt, führte die Ehrungen "Goldene Pfeife" und "Jungschiedsrichter des Jahres" ein. Er holte zahlreiche namhafte Referenten zu den Lehrabenden und rief diverse Veranstaltungen wie Skifahrten, Winterwanderung, Kartabende, Tag der offenen Tür etc. ins Leben. Nur einige der vielen Beispiele seiner ehrenamtlichen Schaffenskraft. Dabei erkannte er bereits vor vielen Jahren den auf die Schiedsrichter - und damit auch auf den Fußball - zukommenden Nachwuchsmangel und akquirierte durch einmalige Werbung 75 Neulinge in einem Jahr, in den beiden Folgejahren 55 und dann 50. Zahlen, die bis heute bundesweit wohl einmalig sein dürften. Er nahm dazu in den letzten Jahrzehnten bei allen Neulingskursen die Prüfung ab, somit kennt der Obmann jeden "seiner" Schiedsrichter vom ersten Moment an. 

Günther Reitzner (li.) gemeinsam mit Markus Pflaum auf der Weihnachtsfeier der Bamberger Schiedsrichter.
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Wiederantritt zur GSO-Wahl am Sonntag

Auch mit 70 Jahren ist er mit altbekannter Energie für seine Schiedsrichter am Werke - und deshalb tritt er am kommenden Sonntag auch erneut bei der Wahl zum Bamberger SR-Obmann an. Damit setzt er auch die von ihm wieder in die Gemeinschaft der Bamberger Schiedsrichter gebrachte Kontinuität fort, denn in den Jahren 1999 bis 2006 hatte die SR-Gruppe insgesamt fünf Obmänner, so viele, wie nie zuvor in einer so kurzen Zeit - und als das Bamberger Schiff dann fast am Kentern war, kandidierte Günther Reitzner 2006 als Obmann und das ist er ununterbrochen bis heute noch. Es ist ihm, auch im Sinne der Schiedsrichter-Zunft zu wünschen, dass ihm seine Schaffenskraft noch viele Jahre bei bester Gesundheit erhalten bleibt!

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Steckbrief G. Reitzner

Alter
70
Geburtsort
Hallstadt
Wohnort
Tuchenbach
Familie
verheiratet, 2 Kinder
Nation
Deutschland
Beruf
Verkaufsleiter/-trainer, gelernter Fliesenleger-Meister
Hobbies
Reisen, Heim und Haus, Hunde
Lieb.-Position
Torwart
Erfolge
-Bundesliga-Linienrichter
-Linienrichter auf UEFA-Ebene
-Bayernliga-Schiedsrichter
-Leitung A-Jugend-Endspiel zur Deutschen Meisterschaft


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