Artikel veröffentlicht am 13.09.2017 um 15:00 Uhr
Jung-Schiedsrichter Sascha Drabek: Innerhalb kurzer Zeit in die Kreisliga
Seit Oktober 2016, als noch nicht einmal ein Jahr, ist der 17-jährige Sascha Drabek nun Schiedsrichter. In dieser Zeit ging es für den jungen Referee bereits hoch in die Kreisliga - sicher nicht zuletzt auch durch die Hilfe und Tipps des ihm von der Schiedsrichter-Gruppe zur Seite gestellten Coaches Richard Wittke. Wir sprachen mit den beiden, auch über das Coaching-System.
Von Markus Schütz
Wir begleiten Sascha Drabek, dessen 18. Geburtstag nur noch ein paar Tage entfernt ist, zu einem Schüler-Spiel. Der 1,95m-Hüne ist beinahe doppelt so groß wie die Spieler, deren Aktionen er auf dem Kunstrasen in Burgebrach als Schiedsrichter überwacht und beurteilt. Eine leichte Aufgabe für den Kreisliga-Schiedsrichter, der das Spiel ohne Probleme über die Bühne bekommt. Anders war das schon bei seinem ersten Spiel überhaupt, da war er "schon irgendwie nervös und angespannt", gibt der Sohn des Steigerwälder Obmannes Uwe Storch zu. Eine richtige Bewährungsprobe war dann aber eines seiner ersten Herren-Spiele, die er in der vergangenen Serie leiten durfte. In der B-Klasse - und: "Da musste ich gleich drei Rote Karten geben!", erinnert er sich an ein farbenprächtiges Spiel und ist sich auch im Nachhinein absolut sicher: "Die waren aber alle drei berechtigt.", so der im Stegauracher Ortsteil Hartlanden wohnende Auszubildende. 

Die Größe von 1,95 m ist für einen Schiedsrichter nicht nachteilig: Sascha Drabek im Einsatz bei einem Schülerspiel. 
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Schiedsrichterei vom Vater schmackhaft gemacht

Sascha Drabeks Vater Uwe Storch, Schiedsrichter-Obmann der Gruppe Steigerwald, hatte einen maßgeblichen Anteil daran, dass der Sohn Schiri wurde. 
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"Natürlich spielte mein Vater bei meiner Entscheidung, Schiedsrichter zu werden, eine große Rolle. Er hat es mir schmackhaft gemacht, mit dem Pfeifen zu beginnen!", erklärt Sascha Drabek einen der Gründe, als Referee einzusteigen. "Und sicherlich bedeutet es für einen Auszubildenden auch einen kleinen Zuverdienst!", spricht er den monetären Aspekt an. Selbst spielte Sascha Drabek bis in die vergangene Saison, meist als Stürmer, bevor er sich entschied, sich vor allem auf die Schiedsrichterei zu konzentrieren. "Ich war ein eher ruhiger Spieler, kein Problem für einen Schiri. An der Seitenlinie allerdings, als Zuschauer, da habe ich oft auch lautstark gegen die Entscheidungen protestiert - bis ich dann selbst auf dem Feld stand, Spiele leitete und gemerkt habe, dass das gar nicht so einfach ist...!", gibt er zu. Mittlerweile kann es vorkommen, dass er als Schiedsrichter zwei erfahrene Assistenten an der Linie hat: Nämlich seinen Vater und seinen Schiedsrichter-Coach Richard Wittke. "Dass mein Vater manchmal mein Assistent ist, ist kein Problem für mich. So kann ich ihm gegenüber wenigsten auch einmal den Befehlston anschlagen...!", grinst Sascha Drabek. Ernsthaft fügt er dann hinzu: "Wenn das Spiel los geht, ist er einfach mein Schiedsrichter-Assistent." Dass er mittlerweile und relativ früh in der Kreisliga pfeifen kann, hat er nicht zuletzt zwei Kollegen aus der Steigerwald-Gruppe zu verdanken. Zum einen ist da sein Coach Richard Wittke: "Ich als junger Schiri hatte mit Richard einen an meiner Seite, der mir zum einen die Nervosität nahm und der mir durch seine Erfahrung so viele Tipps gibt, die dir kein Regelbuch erzählen kann." Zum anderen aber auch Uli Schönfeld: "Ich war bei ihm oft an der Linie dabei, er hat mich quasi in die Kreisliga eingeführt. Er ist ein super Typ und schon länger Schiri, als ich auf der Welt bin!"  Überhaupt fühlt sich Sascha Drabek in der Gruppe Steigerwald sehr wohl: "Dadurch, dass wir eine kleine Gruppe sind, kennt jeder jeden mit Namen und Gesicht. Das ist sehr familiär und ich wurde vom ersten Moment an sehr gut aufgenommen!"

Sascha Drabek beim Sprint, um auf Ballhöhe zu bleiben: Auch in seiner Schirilaufbahn legte er ein gutes Tempo vor und pfeift mittlerweile bereits in der Kreisliga. 
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So weit kommen, wie möglich

"Ich habe hohe Ziele!", zeigt sich der junge Schiedsrichter Sascha Drabek motiviert. "Was ich erreichen kann, weiß ich nicht. Das wird sich im Laufe der Zeit zeigen. Aber ich möchte so weit kommen und so hoch pfeifen, wie möglich." Und dafür muss er natürlich einen gewissen Zeitaufwand mit einberechnen, eine hohe Verfügbar- und Zuverlässigkeit. "Und beim Weggehen trinkt man halt dann am Vorabend mal nur ein Bier, wenn am nächsten Vormittag ein Spiel ansteht!", grinst der junge Mann.  Insgesamt also kein Wunder, dass er als Hobby wie aus der Pistole geschossen "Schiedsrichter" angibt. 

Richard Wittke ist seit über 20 Jahren Schiedsrichter und begleitet Sascha Drabek in seiner Anfangszeit als junger Referee. Demnächst wird er ihn abschließend für die Gruppe beobachten.
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Einstiegshilfe durch Coaching 

Der Schiedsrichter-Coach von Sascha Drabek war bzw. ist der erfahrene Richard Wittke. "Ich bin seit 60 Jahren in verschiedensten Funktionen im Fußball tätig und der Fußball hat mir viel gegeben. Ich will etwas zurückgeben!", erklärte er sein Engagement als Coach für die jungen Schiedsrichter innerhalb der Gruppe. Dieses Engagement ist auch darin begründet, "dass der fehlende Nachwuchs eine der großen Herausforderungen des Schiedsrichterwesens, gerade einer kleineren Gruppe wie unserer, ist. Deshalb unterstütze ich unseren Obmann, so gut es geht: Er soll mich einfach anrufen und einteilen. Wo ich gebraucht werde, da helfe ich!", so der Gründer und ehemalige Inhaber von Sport Wittke, der das Geschäft mittlerweile an seinen Sohn weitergegeben hat, nur noch sporadisch mit aushilft und deshalb viel Zeit hat, sich ehrenamtlich in die Schiedsrichtergruppe einzubringen. "Ich kann jedem fußballinteressierten jungen Menschen nur ans Herz legen, sich als Schiedsrichter einzubringen. Innerhalb weniger Sekunden bist du auf dem Feld Polizei, Staatsanwalt und Richter... Diese Verantwortung zu übernehmen, hilft dir auch im Leben!", ist sich Richard Wittke sicher.

Wie so ein Coaching aussieht, erklärt er auch: "Grundsätzlich werden jungen Schiedsrichtern, die gerade die Prüfung abgelegt haben, für drei oder vier Spiele, wenn sie möchten, auch länger, erfahrene Leute an die Seite gestellt!", beschreibt der 69-Jährige, der seit etwa 20 Jahren selbst pfeift, den grundsätzlichen Gedanken. "Der erfahrene Schiedsrichter begleitet den Neuling, gibt ihm Tipps, wie er an das Spiel herangehen soll - und erklärt im Anschluss, was er besser machen oder was er lassen soll." Dazu gehört auch das Auftreten, das Erscheinungsbild oder die Körpersprache, dazu gehören Dinge, wie die Tatsache, dass man schon am Pfiff hören soll, wenn es sich um ein groberes Vergehen handelt, dazu gehören die grundsätzlichen Laufwege oder wie man im Rückwärtsgang vom Tatort weggeht, um die Mauer und den Schützen im Blick zu behalten etc. "Im übertragenen Sinne wird also der unerfahrene Schiedsrichter an die Hand genommen und geführt.", erklärt Richard Wittke, der früher nicht nur bis zur Landesliga selbst spielte und bis zur Bezirksliga als Trainer tätig war, sondern den Fußball auch als Funktionär (Abteilungsleiter) kennenlernte. "Ein reiner Theoretiker hat es als Schiedsrichter schwerer.", findet Wittke. Er erklärt an zahlreichen Beispielen, dass die Begleitung, die Vor- und Nachbereitung sehr detailliert vonstatten gehen. Und das ist auch notwendig, schließlich wird in der Schiedsrichter-Wochenendkurs vor allem Regelkunde behandelt. Dabei, auf dem Feld zu stehen und Entscheidungen zu treffen und zu vertreten, helfen in der Anfangszeit die Coaches. Und wer Richard Wittke als Schiedsrichter-Coach hat, hat einen, der die Sache sehr ernst und sich viel Zeit nimmt, auf den "Lehrling" eingeht und keine Mühen scheut. "Danach muss sich der junge Schiedsrichter freischwimmen - und er muss vor allem seinen eigenen Weg finden!", erklärt Richard Wittke. Richard Wittke hat seinen eigenen Weg als Schiedsrichter längst gefunden. Zwei seiner Maximen dabei sind: "Ich muss alles sehen, aber ich muss nicht alles hören!" und "Es ist oft ein schmaler Grat zwischen Selbstbewusstein und Überheblichkeit." Sascha Drabek machte schnell Fortschritte, lobt Wittke: "Es ist definitiv eine Entwicklung sicht- und spürbar! Sascha ist mutig und er ist regelfest.", nennt er zwei wichtige Eigenschaften, die es für einen jungen Mann braucht, um als Schiri im Herrenbereich zu bestehen.

Richard Wittke zeigt Gelb! 
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"Gegenseitiger Respekt das Entscheidende"

"Sowohl die Schiedsrichter, als auch die Fußballer, die in ein Spiel rein gehen, wollen ja grundsätzlich alles richtig machen. Beiden Seiten wird dies allerdings in den seltensten Fällen gelingen...", so Richard Wittke, der sich vor jedem Spiel auf dem Feld noch einmal den beiden Teams vorstellt und erklärt, was ihm wichtig ist: "Ihr spielt Fußball - ich entscheide!" Und wenn mal einer mit einer Entscheidung nicht zufrieden, dann kann man nach dem Spiel gerne mit ihm diskutieren - "aber wichtig ist, dass egal ob vor, während oder nach dem Spiel der Umgang miteinander passt!" Dass dies in der großen Mehrheit ihrer Spiele der Fall sein wird, das ist nicht nur dem jungen Sascha Drabek zu wünschen, sondern auch dem erfahrenen Richard Wittke!

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Steckbrief Sascha Drabek

Alter
18
Geburtsort
Lichtenfels
Wohnort
Stegaurach-Hartlanden
Familie
ledig
Nation
Deutschland
Größe
195 cm
Gewicht
84 kg
Beruf
Auszubildender
Hobbies
Schiedsrichterei
Starker Fuß
Rechtsfuß
Lieb.-Position
Sturm
Schiedsrichter seit: Oktober 2016
Verein: SV Waizendorf
Aktuell höchste Liga: Kreisliga


Saisonbilanz Sascha Drabek

Saison
Sp
Ø
(Sp)
Note
16/17
7
22
0
1
3
26
3,7
2,0
(1)
17/18
21
89
0
9
2
100
4,8
2,8
(4)
Ges.
28
111
0
10
5
126
4,5
2,6
(5)

Saisonbilanz Richard Wittke

Saison
Sp
Ø
(Sp)
Note
09/10
6
18
0
1
0
19
3,2
-
(0)
10/11
1
7
0
0
0
7
7,0
-
(0)
11/12
10
25
0
0
0
25
2,5
2,1
(8)
14/15
3
10
0
1
0
11
3,7
-
(0)
15/16
18
68
0
2
0
70
3,9
1,0
(1)
16/17
37
136
0
9
2
147
4,0
2,5
(5)
17/18
19
72
0
7
1
80
4,2
2,6
(5)
Ges.
94
336
0
20
3
359
3,8
2,3
(19)

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