Artikel veröffentlicht am 03.06.2022 um 18:00 Uhr
Viereth oder Röbersdorf: Wer schafft es am Sonntag in die Kreisliga?
Am Sonntag ist die Relegation im Kreis beendet. Dann nämlich fällt die letzte noch ausstehende Entscheidung, wenn sich der FC Röbersdorf und der FC Viereth (um 15 Uhr beim SV Walsdorf) um den letzten freien Platz in der Kreisliga duellieren. Wir interviewten die beiden Spielertrainer vor dieser bestimmt zuschauerträchtigen Partie.
Von Markus Schütz
Einer aus vier, so gestaltet sich die Relegation um die Kreisliga. Nach ihren jeweiligen "Halbfinal"-Siegen stehen sich dann der FC Röbersdorf um Spielertrainer Marcel Burkard und Pascal Seidelmann mit seinen Vierethern gegenüber. 

Der SV Walsdorf bietet fünf Parkplätze (siehe Skizze, das Sportgelände ist am unteren Rand) auf dem Weg zum Andreas-Faust-Sportgelände an. Es werden dazu ausreichend Platzeinweiser vor Ort sein, dazu ist auch die Freiwillige Feuerwehr im Einsatz. Um die Anreise zu entzerren, wird der Verkehr zum Platz aus Richtung Steinsdorf/Burgebrach etwas umgeleitet. Man kann also aus zwei Richtungen das Gelände anfahren. Der Parkplatz P1 steht für Zweiräder zur Verfügung. Ansonsten haben die Walsdorfer drei Kassen an zwei verschiedenen Eingängen und mehrere Essens- und Getränkestationen. Natürlich ist eine rechtzeitige Anreise ratsam, falls möglich.  
anpfiff.info


Auch, wenn Relegationsspiele manchmal ihre eigenen Gesetze haben, dürften die Falken, der Kreisklasse 3-Relegant um seinen Spielertrainer Marcel Burkard, leicht favorisiert in die Partie gehen. Nicht nur, weil sie ihr Erstrunden-Match gegen Tütschengereuth hoch mit 7:0 gewannen, sondern weil sie am Ende dieser langen Saison aus dem Vollen schöpfen und damit immer von der Bank aus Qualität nachlegen können. Qualität kam auch im Winter nochmal dazu, als nämlich Lukas Dütsch und Christian Ott zurückkehrten. Dütsch erzielte in zehn Einsätzen 20 Treffer und steuerte auch drei von sieben Toren gegen die Staabeißer bei. Neben ihm trafen auch Stefan Reck, sowie Kevin und Florian Schlicht in der laufenden Serie zweistelig. Ein Sieg würde nach 16 Spielzeiten in der KK3 die Rückkehr in die Kreisliga bedeuten. Dort war der ehemalige Bezirksoberligist zuletzt in der Saison 2004/2005 - und zwar nur für eine Saison. 

Ebenfalls nur eine Spielzeit dauerte der letzte Ausflug der Vierether in die Kreisliga. Ist aber nicht ganz so lange her, 2014/2015 war das. Das Erstrunden-Match des FCV ging knapper aus: 2:1 hieß es am Ende gegen den TSV Scheßlitz. Der scheidende Trainer Pascal Seidelmann, der nach der Serie nach Dörfleins wechselt, könnte also zum Abschied dafür sorgen, dass er mit seinem neuen in der Kreisliga auf seinen alten Verein trifft. Er ist mit 22 Toren der erfolgreichste Schütze seiner Elf, gefolgt von Daniel Kruspel (17) und Mario Then (13). Auch der FCV verfügt also über Akteure, die dem Gegner nach vorne weh tun können. In der laufenden Serie profitierte er aber nicht zuletzt auch davon, dass er als geschlossene, kompakte Einheit auftrat, die genau weiß, was sie kann - und was sie nicht kann! 

Röbersdorfs Spielertrainer Marcel Burkard (hi., hier im Zweikampf mit Tütschengereuths Lukas Wernsdorfer) kann am Sonntag aus dem Vollen schöpfen.
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Wir baten die beiden Spielertrainer zum Interview: 

Herr Burkard und Herr Seidelmann, was nehmen Sie aus Ihrem ersten Relegationsspiel mit?
Marcel Burkard: Natürlich viel Positives! Wobei das Spiel nach ein paar Minuten eine unerwartete Wendung nahm und von daher darf man das 7:0 auch nicht überbewerten. Nichtsdestotrotz haben wir einige gute Ansätze gezeigt, worauf es auch am Sonntag ankommen wird.

Pascal Seidelmann: Ich denke, das Spiel gegen Scheßlitz ist nicht als hochklassig anzusehen, von beiden Seiten war es wahrscheinlich auch nicht ihre beste Saisonleistung. Aber es war eben das wichtigste Spiel und eines, das man nicht alle Tage spielt - dann noch vor einer solchen Kulisse von 1500 Zuschauer. Da geht es nur um dem Sieg und ums Weiterkommen. Die erste Halbzeit war recht ausgeglichen, mit leichten spielerischen Vorteilen der Scheßlitzer. Aufgrund der Mehrzahl an klaren Torchancen in der zweiten Halbzeit sind wir aber als verdienter Sieger vom Platz gegangen.

Wie gut kennen Sie den Gegner, wie schätzen Sie ihn ein?

Marcel Burkard: Man hat sich vermutlich schon gegenseitig beobachtet. Der FC Viereth ist jedenfalls eine sehr kämpferische Mannschaft, die nach vorne immer die Qualität hat, ein Tor zu erzielen. 

Pascal Seidelmann: Röbersdorf hat mit Marcel Burkard einen äußerst erfahrenen und starken Spielertrainer. Dazu eine spielstarke Mannschaft mit einigen Individualisten, die ein Spiel alleine entscheiden können. Wenn ich nur mal offensiv einen Reck oder Dütsch betrachte, das sind absolute Ausnahmespieler auf unserem Niveau, was sie schon oft und nicht zuletzt auch höherklassig bewiesen haben.

Viereths Spielertrainer Pascal Seidelmann (re., hier verfolgt vom Mürsbacher Tobias Lurtz) bestreitet sein letztes Spiel für den FCV. 
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Wie sieht es personell für Sonntag aus? Gibt es Ausfälle?
Marcel Burkard: Bei uns sind wie in den letzten Wochen alle Mann an Bord und wir können deshalb aus dem Vollen schöpfen. 

Pascal Seidelmann: Es fehlen aus dem letzten Spiel leider urlaubs- und verletzungsbedingt wieder drei Stammspieler. Es gilt also, wie eigentlich schon in der kompletten Saison, das Beste daraus zu machen. Das haben wir oder eben die, die dafür einspringen durften, auch sehr oft ganz gut hinbekommen.

Macht Ihr etwas Besonders oder anders im Hinblick auf die Vorbereitung auf dieses Spiel als sonst?
Marcel Burkard: Nein, die Jungs sollen die gewohnten Abläufe haben wie im ganzen Jahr. Wichtig ist, die Lockerheit und der Spaß bei all der Anspannung nicht zu kurz kommen. Sie sollen das Spiel einfach wieder genießen.

Pascal Seidelmann: Nein, wir als Mannschaft behalten unseren gewohnten Ablauf weiter bei, da wird nichts geändert. Aber unsere treuen Zuschauer werden sich mit Sicherheit wieder - wie schon in Dörfleins - den ein oder anderen Motivationskick einfallen lassen!

Was nehmt Ihr Euch für die 90 oder 120 Minuten vor, was wird wichtig sein?
Marcel Burkard: Wir werden sicherlich in den Zweikämpfen dagegen halten müssen. Geduld wird auch einer der Faktoren sein, egal, ob wir am Ende über 90 oder 120 Minuten gehen müssen!

Pascal Seidelmann: Wir werden wieder versuchen, unser Spiel oder besser gesagt unsere 'Vierether Tugenden' wie Geschlossenheit, Einsatzfreude und Kompaktheit auf den Platz zu bringen. Das ist das, was uns auch stark gemacht hat!

Was würde ein Aufstieg oder eben Nichtaufstieg für die Mannschaft bzw. für den Verein bedeuten? Wie groß ist der Druck?
Marcel Burkard: Weder von meiner noch von Vereinsseite gibt es ein Muss! Sollte es am Ende nicht reichen, werden wir stolz auf das sein, was wir in diesem Jahr erreicht haben. Der Druck wird eher von Außen hereingetragen. Der Unterschied ist einfach, dass die Jungs den unbedingten Willen haben, es dieses Jahr endlich schaffen zu wollen - und das spürt man einfach!

Pascal Seidelmann: Ein verpasster Aufstieg würde gar nichts auslösen! Hier wird seit Jahren - egal in welcher Liga - mit dem ziemlich gleichen Stamm aus zumeist einheimischen Spielern versucht, das Beste herauszuholen. Meiner Einschätzung nach genau das Richtige auf diesem Niveau und für einen bodenständigen Verein wie den FCV. Das Team hatte nie Druck und verspürt auch für Sonntag überhaupt keinen. Vor der Saison hatten wir aufgrund der zwei Abgänge (Holler und Rödig) und dem langzeitverletzten Weiß im zentralen Mittelfeld auch nie das Ziel, da vorne eine große Rolle zu spielen. Umso schöner, dass wir es trotzdem geschafft haben. Deshalb, egal was am Sonntag passiert, war es für mich, das Team oder den Verein - mit den ganzen Umständen oder Bedingungen - eine überragende Saison. Ich denke, von den vier Teams, die in der KL-Relegation waren, hat am ehesten Röbersdorf - mit dem Spielermaterial und dem Aufwand, den sie betreiben  - einen gewissen Druck, hoch zu müssen und dadurch natürlich auch die Rolle des Favoriten! 

Kennen Sie den Platz in Walsdorf, der ja eine anständige Größe und Länge hat, haben Sie dort schon Erfahrungen gesammelt?
Marcel Burkard: Ich selbst habe noch nicht auf dem Platz gespielt, meine Jungs aber in den letzten Jahren des Öfteren. Letztendlich ist es egal, wo wir auf neutralem Boden spielen - solche Spiele sind immer 50/50-Spiele. 

Pascal Seidelmann: Ich selbst habe, glaube ich, noch nie in Walsdorf gespielt, aber ich habe mir sagen lassen, dass es ein guter und großer Platz sein soll. Ich denke, insgesamt wird der Verein dort auch bekanntermaßen alles dafür tun, um super Bedingungen für oder rund um das Spiel zu schaffen.

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Spielstenogramm

DJK Tütschengereuth: Zeh 3,9, Kießling M. 3,4, Schuster B. 3,5, Jäger R., Müller Nic. 2,9, Wernsdorfer Markus 3,8, Bernreuther 3,8, Wernsdorfer L. 3,5, Saloman S. 3,8, Köhler 3,5, Rumpel F. 3,8 / Krenzlin, Saloman J., Hermansdorfer 3,8 (12.), Reck 3,8 (70.), Popp 3,4 (2.), Huttner P. 3,8 (46.)
FC Röbersdorf: Meusel 1,8, Steinmüller 1,9, Barb Ma. 1,8, Ott 1,8, Wittmann 1,8, Schlicht F. 1,7, Christel Mi. 1,9, Scharfenberg 1,7, Reck 1,3, Burkard M. 1,9, Dütsch L. 1,4 / Bühner F., Christel Ma., Grimm H. 1,9 (66.), Emrich (75.), Kupfer 1,9 (69.), Schlicht K. 1,8 (58.), Walz B. 2,1 (60.)
Tore: 0:1 Reck (4., Schlicht F.), 0:2 Dütsch L. (7., Burkard M.), 0:3 Dütsch L. (24., Scharfenberg), 0:4 Reck (56., Scharfenberg), 0:5 Dütsch L. (57., Wittmann), 0:6 Reck (67., Wittmann), 0:7 Schlicht K. (82., Reck)
Gelbe Karten: Rumpel F. - Foulspiel (21.), Hermansdorfer - Foulspiel (26.), Köhler - Halten/Trikotziehen (62.) / Wittmann - Foulspiel (28.), Reck - Foulspiel (79.) | Rote Karten: Jäger R. - Notbremse (1.) / -
Zuschauer: 724 | Schiedsrichter: Oliver Barnert (SC Kreuz Bayreuth) 2,0

Spielstenogramm

TSV Scheßlitz: Wudi Y. 2,6, Schrüfer 3,2, Lang 2,8, Knoblach 3,1, Gries C. 2,7, Grasser 2,2, Freitag M. 2,3, Homuth 3,1, Schulak J. 3,2, Winkler 2,7, Deckert I. 2,8 / Schmitt D., Wudi C., Schulak D., Grasser S., Ebitsch D. 2,9 (67.), Görtler 3,8 (46.), Küffner 3,6 (46.), Ebitsch K. (77.)
FC Viereth: Berek R. 2,7, Walz 2,5, Koch J. 2,4, Eichhorn 2,6, Hagen 2,7, Makorn Tim 2,5, Zöcklein D. 2,6, Then M. 2,1, Seidelmann 2,2, Kruspel 2,9, Beck T. 2,6 / Wieczorek, Ofen M., Pflaum T., Krapp D., Wachter A. (90.+7), Göller P. (75.), Zweier Ju. (79.), Krapp C. 2,4 (69.), Götz (82.)
Tore: 0:1 Makorn Tim (10., Seidelmann), 1:1 Freitag M. (18., Schulak J.), 1:2 Krapp C. (72.)
Gelbe Karten: Grasser - Foulspiel (34.), Görtler - Foulspiel (90.+6) / Hagen - Foulspiel (33.), Zöcklein D. - Foulspiel (53.)
Zuschauer: 1449 | Schiedsrichter: Lukas Höhn (TSV Mistelbach) 2,0

Torschützen FC Röbersdorf

(15|0|16)
In Klammern: Spiele | Elfmeter | Tor-Vorlagen

Torschützen FC Viereth

(28|0|12)
(23|1|0)
9
In Klammern: Spiele | Elfmeter | Tor-Vorlagen

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