Artikel vom 08.06.2026 06:00 Uhr
Wohl kaum eine Meisterschaft wurde derart emotional errungen. Beim Entscheidungsspiel zwischen dem TSC Mainleus und dem SV Hutschdorf, die sich in der Rückrunde ein Fernduell geliefert hatten, sorgten über 1100 Zuschauer in Lindau für einen prächtigen Rahmen. Am Ende versetzte ein Torjäger vom Dienst die Truppe von Nico Do Adro in einen Freudentaumel.
Bereits in der Vorsaison hatten die Mainleuser einen deutlichen Sprung nach vorne gemacht. Unter dem neuen Spielertrainer Nico Do Adro, der auf Marcell Münch folgte, wurde das Team durchaus als Kandidat für einen der vorderen Plätze gehandelt. Denn die zahlreichen Eigengewächse hatten bereits bewiesen, dass sie viel Talent mitbrachten und mit Marcel Ehm kam ein schlachtenerprobter Routinier dazu, der in Motschenbach schon jede Menge Kreisligaerfahrung sammeln konnte. Zu Beginn machte sich deshalb gleich viel Aufbruchsstimmung breit. Die gute Trainingsbeteiligung und auch die ansprechenden Ergebnisse im Pokalwettbewerb gegen höherklassige Gegner gaben einen Fingerzeig, dass die Mannschaft ganz vorne mitspielen kann. Was durch die ersten Auftritte schnell bestätigt wurde. In Trebgast gewann die junge Truppe, obwohl sie mehr als eine Halbzeit in Unterzahl agierte. Und gegen Hutschdorf schaffte Mainleus einen knappen 4:3-Sieg gegen eine Mannschaft, die ebenfalls hoch gehandelt wurde. "Wir wollen unser Spiel über 90 Minuten durchdrücken und müssen immer hungrig auf das nächste Tor sein", meinte der TSC-Coach Anfang September letzten Jahres im Videointerview. Die Bilanz seiner Schützlinge bis zur Winterpause konnte sich sehen lassen: Zwei Remis und sonst alle Spiele gewonnen. Trotzdem konnte sich der Spitzenreiter aber noch nicht absetzen, weil insbesondere die Hutschdorfer noch in Lauerposition lagen.
Auf Augenhöhe: Das Spitzenspiel zum Rückrundenauftakt brachte keinen Sieger.
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Enge Sache
Der Spielplan wollte es, dass die Hutschdorfer und Mainleuser im ersten Spiel des neuen Kalenderjahres gleich aufeinandertrafen. Dabei trennten sich die Aufstiegsrivalen mit einem 1:1-Remis, das durchaus den Spielanteilen entsprach. "Die erste halbe Stunde war ganz gut, doch dann haben wir etwas den Faden verloren. Aber viele Torchancen hatte der Gegner nicht. Letztlich geht das Ergebnis in Ordnung", analysierte Spielertrainer Nico Do Adro nach der Partie. Die drei Punkte Vorsprung hatten also weiter Bestand - bis zum Auswärtsspiel bei der SG Bindlach, die darum kämpfte, aus dem Zweikampf doch noch einen Dreikampf um den Titel zu machen. Die 1:2-Niederlage war das erste und einzige Mal, dass der Tabellenführer leer ausging, hatte aber weitreichende Konsequenzen. Denn jetzt holte die Werzer-Elf auf, war punktgleich und so ging es auch gemeinsam durch das Ziel. Die Spitzenteams hatten jeweils 69 Zähler gesammelt und mussten im Entscheidungsspiel den Meister ermitteln. Vor 1183 Zuschauern in Lindau waren es allerdings die Hutschdorfer, die zweimal vorlegten. Aber nach dem 2:2-Ausgleich war wieder einmal Torjäger Kevin Schott nach Absatzkick zur Stelle, umkurvte einen Verteidiger und machte Mainleus mit seinem Flachschuss zum Meister.
Dem TSC-Mittelfeldmann Rizah Ramadani (li.) gelang im Entscheidungsspiel der Ausgleich.
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Bester Torschütze des frischgebackenen Meisters war Kevin Schott, der es auf sensationelle 48 Einschüsse brachte und als einziger Akteur alle Saisonspiele absolvierte. Dagegen übernahm Kapitän Manuel Wollner zusätzlich Verantwortung und war als Abwehrchef oft der Fels in der Brandung.
Herzlichen Glückwunsch zum Titelgewinn und viel Glück in der neuen Serie.