Artikel vom 06.06.2026 06:00 Uhr
Dass die gelbschwarze Fohlenelf auch unter dem neuen Trainer Florian Ascherl vorne mitspielen würde, entsprach der allgemeinen Erwartung. Allerdings war dann durchaus überraschend, wie das U21-Team die Konkurrenten beherrschte und den einen oder anderen Stolperer der Hinrunde ausbügelte, um sicher durch das Ziel zu schreiten.
Auch in der vergangenen Serie nahm die SpVgg Bayreuth 2 an der Relegation zur Landesliga teil und scheiterte erneut. Freilich war das auch der Ergebnis von hausgemachten Fehlern. Denn nachdem ein Jahr zuvor der durchaus erfolgreiche Coach Sebastian Lattermann vor den Entscheidungsspielen abserviert wurde, traf es anschließend Benjamin Koch. Mit Florian Ascherl, einem verlässlichen Abwehrmann im früher drittklassigen Regionalligateam der Wagnerstädter, sollte es aber ganz anders werden. Mit den Nachwehen des verpassten Aufstieges hatte der Trainer, der vorher im Raum Kronach tätig war, jedenfalls nicht zu kämpfen. "Die Jungs haben von Anfang an hart gearbeitet", lobte Perparim Gashi, der zu Saisonbeginn vom Interimscoach auf die Position des Sportlichen Leiters gerückt war.
Wertvoller Rückkehrer und Stürmer: Luis Grasser (li.) ließ es 23 Mal klingeln.
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Kein Druck
Von Beginn an vermied es der neue Trainer, das Wort Aufstieg in den Mund zu nehmen. Vielmehr bevorzugte er Ausdrücke wie "Verzahnung mit dem Regionalligateam" oder "Entwicklung der Spieler." Das hörte sich etwas nach Jugendmannschaft an und das war die Zweite ja auch, nur etwas älter. Auch wenn Luis Grasser natürlich jede Menge Erfahrung gesammelt hatte und mit seinen 23 Saisontreffern ein wichtiger Faktor war. Doch ohne dem großen Druck fiel es leichter, die wenigen, aber gewichtigen Niederlagen zu verschmerzen, die ausschließlich in der Vorrunde auftraten. Denn da gab es nach den Duellen gegen die direkten Konkurrenten Mistelgau und FSV Bayreuth lange Gesichter. "Meine Jungs haben gekämpft, aber wenn du früh hinten liegst, brauchst du auch mal das nötige Glück – das war heute auf unserer Seite" meinte Florian Ascherl nach der überraschend klaren 0:3-Heimpleite gegen die Prellmühler. Zur Winterpause hatten die Altstädter neun Punkte Rückstand auf Spitzenreiter Mistelgau, aber noch zwei Nachholspiele in der Hinterhand. Da war neben guter Rückrundenform auch noch ein langer Atem nötig, um ganz oben zu landen.
Ein Urgestein im SpVgg-Reserveteam: Kapitän Laurin Michaelis (re.).
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Ungeschlagen in Rückrunde
Der Auftakt in die zweite Saisonhälfte gestaltete sich für die Ascherl-Elf zunächst zwar schwer, aber nach dem 2:1-Sieg in Trogen meinte der Trainer: "Wir nehmen jetzt die drei Punkte mit und ich glaube, andere Teams werden sich hier noch richtig schwer tun." Dagegen taten sich seine Kicker mit der Zeit immer leichter. Höhepunkt der Siegesserie, die nur vom 2:2-Remis in Schauenstein durchbrochen wurde, war wohl der 3:1-Auswärtssieg beim Herbstmeister SV Mistelgau. Über eine Stunde beherrschten die Altstädter den Widersacher und der Anschlusstreffer war nichts weiter als ein Schönheitsfleck. Ein weiterer folgte, als der Meister seinen Triumph nicht auf den Rasen auskosten konnte. Während die Truppe um Kapitän Laurin Michael spielfrei war, strauchelten die Verfolger SV Mistelgau und FSV Bayreuth, so dass das Team von der Jakobshöhe Meister auf dem Sofa wurde. Gefeiert wurde trotzdem, mit etwas Verzögerung. Nach dem 3:2-Sieg an der Prellmühle eine Woche später jubelten die Gelbschwarzen so, als habe sie die freudige Nachricht gerade erst erreicht.
Herzlichen Glückwunsch zur Meisterschaft und viel Erfolg in der Landesliga.