Artikel vom 30.07.2026 06:00 Uhr
anpfiff.info feiert 20-jähriges Jubiläum
Die WM im eigenen Land war gerade zu Ende, als im Juli 2006 ein Internetportal mit einer ungewöhnlichen Mission
an den Start ging: Es widmete sich nicht den
Profis, sondern dem Amateurfußball in der Region. Dass aus der mutigen Idee
eine feste Größe der regionalen Sportberichterstattung werden würde,
daran glaubten damals nur wenige. 20 Jahre später ist anpfiff.info aus dem Fußballalltag nicht mehr wegzudenken.
Vor genau 20 Jahren, am 30. Juli 2006, ertönte der Anpfiff für das Fußballportal anpfiff.info. Damals dominierten
gedruckte Zeitungen die regionale Sportberichterstattung. Das Internet spielte
zwar zunehmend eine Rolle, doch kaum jemand glaubte, dass ein ausschließlich
digitales Medium über die Fußball-Kreisklassen dauerhaft bestehen könnte.
Andreas Baumgärtel, damals aktiver Spieler bei der DJK Don Bosco Bamberg, sah
das anders. Er wollte den Vereinen und den Menschen an der Basis eine Plattform
bieten – aktuell, umfassend und mit der gleichen Leidenschaft, die den Amateurfußball
seit jeher auszeichnet: „Das Ziel war von Anfang an, dem Amateurfußball die
Aufmerksamkeit zu schenken, die er verdient“, erinnert
sich der Gründer von anpfiff.info. In einer Zeit, in der viele Lokalredaktionen
ihre Sportberichterstattung aus Kostengründen zurückfahren mussten, füllte
anpfiff.info die so entstandene Lücke.
Erfahrung in der Berichterstattung über den
Amateurfußball hatte An, wie er von seinen Freunden genannt wird, bereits in den Jahren davor
umfassend gesammelt: 1996 hatte er mit Christian Fiedler und weiteren
Mitstreitern die Zeitschrift „anpfiff“ aus der Taufe gehoben, die jeden Montag
über das aktuelle Spielgeschehen vom Wochenende im Kreis Bamberg berichtete. Dazu hatten sie ein eigenes Büro in der Bamberger Siechenstraße angemietet, wo die einzelnen Ausgaben produziert wurden. Die Hefte wurden in der Druckerei Safner in Priesendorf gedruckt und über ein eigenes Vertriebssystem an über 100 Stellen in Stadt und Landkreis Bamberg ausgeliefert. Verkaufspreis: 1,80 Mark. Noch heute haben viele der damals aktiven Fußballer ihre anpfiff-Hefte im Schrank liegen.
Nach sieben Jahren war mit dem Heft Schluss - die Kosten für Druck, Hard- und Software sowie einem eigenen Fotolabor
waren einfach zu hoch, das Vorhaben war nicht rentabel. Aber es blieb die Erkenntnis: "Die Fußballer hatten einen
starken Wunsch nach Informationen über den regionalen Amateursport. Daraus entstand dann die Idee, die Berichterstattung auf einen digitalen Kanal
zu übertragen", erklärt Andreas Baumgärtel. Nach intensiven Monaten der Vorbereitung war es dann im Juli
2006 soweit: anpfiff.info ging online.
Zusammentreffen des anpfiff-Teams beim Jubiläumsfest.
anpfiff.info
60 Mio. Seitenaufrufe pro Jahr
Was einst im Spielkreis Bamberg begann, wurde in den
folgenden Jahren um weitere sieben Spielkreise sukzessive erweitert. Zusammen
mit dem Partnerportal fussballn.de, das seit 2017 die technische Infrastruktur
von anpfiff.info nutzt, bildet die Plattform heute weite Teile des
nordbayerischen Fußballgeschehens ab. Nach 20 Jahren fällt die Bilanz
beeindruckend aus: Aus einer mutigen Idee ist eines der größten
regionalen Fußballportale Deutschlands geworden, das jedes Jahr über 60 Mio.
Aufrufe verzeichnet.
Heute gehört der Blick auf das Portal für viele Aktive
längst genauso zum Wochenende wie das Schnüren der Fußballschuhe. Dabei
beschränkt sich die Berichterstattung längst nicht auf Ergebnisse und Tabellen:
Hintergrundberichte, Interviews, Analysen und Reportagen geben dem
Amateurfußball ein Gesicht. Vor allem aber stehen die Menschen im Mittelpunkt:
der Platzwart, der seit 40 Jahren den Rasen pflegt, die Jugendtrainerin, die
ihre Freizeit in den Verein investiert, oder der Torjäger aus der Kreisklasse,
dessen Treffer am Montag Gesprächsthema im ganzen Ort sind. Mit der technischen
Entwicklung wuchs auch das Angebot. Liveticker, Fotostrecken, Videos, Podcasts
und soziale Netzwerke ergänzen inzwischen die klassische Berichterstattung.
Gleichzeitig entstand ein digitales Archiv, das die Geschichte des
Amateurfußballs dokumentiert. Tausende Mannschaften, Spieler und Trainer finden
sich dort wieder – oft über viele Jahre hinweg.
Immer auf Ballhöhe sein
Der Erfolg von anpfiff.info wäre ohne die Menschen vor
Ort nicht möglich. Ein Netzwerk aus Redakteuren, freien Mitarbeitern und
ehrenamtlichen Vereinsreportern sorgt dafür, dass auch über die kleinsten
Spielklassen berichtet wird. „Wir berichten nicht über den Amateurfußball aus
der Distanz. Unsere Leute stehen in direktem Kontakt mit den Spielern, Trainern und Verantwortlichen - vor allem aber stehen sie auch Woche für Woche am Spielfeldrand, bei
sengender Hitze ebenso wie bei winterlichem Schneetreiben“, sagt
Christian Fiedler, der mit Andreas Baumgärtel das Portal verantwortet. „Diese
Nähe ist bis heute eines der Markenzeichen des Portals. Wir sehen uns immer als
Partner der Vereine.“
Ganz besonders wichtig ist den beiden, dass alle
Mitarbeitenden mit viel Leidenschaft und Herzblut dabei sind. Ihr
Antrieb ist die Liebe zum Amateurfußball und die Freude, darüber zu berichten.
Denn
wo Menschen mit Herzblut Fußball spielen, trainieren, organisieren und
anfeuern, wird es immer Geschichten geben, die erzählt werden wollen.
Und genau dafür steht anpfiff.info – seit nunmehr 20
Jahren.