Artikel vom 15.07.2026 10:30 Uhr
Manuel Nüßlein, Markus Zeller, Rudi Fischer und Michael Krümmer (v.li.) zum Abschluss ihrer Tour beim Ecuador-Spiel.
MAGAZIN Bei der Einordnung des Abschneidens der deutschen Nationalmannschaft in Amerika fällt die Bilanz bei vielen Fans eher negativ aus. Auch bei den vier Güssbachern, die alle Vorrunden-Spiele der DFB-Elf in den Stadien verfolgten, ist das nicht anders. Sie allerdings konnten sich trösten, mit einem Trip und mit zahlreichen Erlebnissen abseits des Rasens, "die wir sicher so schnell nicht vergessen werden."
Für den 37-jährigen Manuel Nüßlein, der Mitglied im DFB-Fanclub ist, war es bereits die vierte WM, die er live vor Ort miterleben durfte. Er kommt durch seine gute Platzierung im Ranking-System des Fanclubs immer an Karten. Mit ihm als "Reiseleiter" unterwegs waren diesmal der langjährige Breitengüßbacher Abteilungsleiter Markus "Aba" Zeller, Michael Krümmer, der schon über 300 Mal für den TSV auf dem Feld stand und der Vierte im Bunde war Rudi Fischer, TSV-Fan. Die vier Breitengüßbacher schauten sich den 7:1-Sieg über Curacao in Houston, Texas, die Spieldrehung gegen die Elfenbeinküste in Toronto (Kanada) und die Niederlage gegen Ecuador in East Rutherford, New Jersey an.
Jeweils drei Tage in Houston, in New Orleans, in Toronto und in New York und zwei Tage bei den Niagara Fällen. So lange dauerte der Trip der vier Güssbacher bei Uncle Sam und in Kanada.
Im German House of Soccer trafen die Vier (li. Rudi Fischer) auf Jürgen Klinsmann.
privat
Über 20.000 Flugkilometer
Und sie sammelten dabei nicht nur über 20.000 Flug-Kilometer bei ihren insgesamt sieben Flügen, sondern eben auch unvergessliche Eindrücke. Nicht nur beim Fußball mit anderen Fans, sondern eben auch von Land bzw. Ländern und Leuten. Schließlich packten sie die Tage zwischen den Spielen voll mit Kultur und Sehenswürdigkeiten. "New York war klasse, Kanada war auch schön - und natürlich haben wir die Niagara-Fälle besucht.", zählen sie nur einige der zahlreichen Stationen auf, die sie rund um den Fußball und die deutschen Spiele besuchten. "The Edge" mit der besten Aussicht auf New York oder der Walk über die Brooklyn Bridge waren natürlich auch dabei. Aber auch der Besuch des "German House of Soccer in New York", wo die Güssbacher auf den 90er-Weltmeister Jürgen Klinsmann trafen. "Schade, dass im Deutschen Haus nur Englisch gesprochen wurde.", sagt Markus Zeller augenzwinkernd. Bei der "Nachbereitung" der Reise in seinem Garten wurde bei Bier und bei Gegrilltem natürlich nur Fränkisch gesprochen. Und auf fränkisch kamen die Vier dann immer noch ins Schwärmen über die vielen Erlebnisse und Begegnungen.
Für die deutschen Auftritte gilt das eher nicht, obwohl alles mit einem 7:1 gegen Curacao gut begann und "nach den Toren von Undav gegen die Elfenbeinküste zumindest die Hoffnung da war, dass wir zumindest bis ins Viertelfinale gegen Frankreich kommen könnten - und da hätte dann die Tagesform entschieden.", sagen die vier WM-Fahrer, die als Club-Fans fußballerische allerdings ups and downs gewohnt sind.
Die vier Güßbacher bei den Niagara-Fällen.
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"Ich hatte sogar eine Karte fürs Finale"
"Als alter Optimist", sagt Manuel Nüßlein grinsend, "hatte ich aber sogar eine Karte fürs Endspiel reserviert." Die Diskussionen rund um die Nationalmannschaft, um Trainer Nagelsmann und seine Personalentscheidungen führten die Vier mit den anderen deutschen Fans vor Ort zur Genüge. "Wir können jedenfalls für uns sagen, dass wir auf den Rängen immer alles gegeben haben - und in so mancher Kneipe an den jeweiligen Spielorten. Die Stimmung war saugeil, auch, wenn man beim Bier natürlich Abstriche machen muss.", grinsen sie. "Unabhängig vom deutschen Abschneiden können wir für uns eine positive Gesamt-Bilanz ziehen. Das hat wahnsinnig Spaß gemacht, die Truppe hat gepasst und es war sicher nicht unser letztes Turnier." Fest im Blick haben die Vier jedenfalls schon die EM 2028, die auf den Britischen Inseln Station machen wird. Gastgeber sind England, Schottland, Wales sowie Irland, gespielt wird vom 9. Juni bis zum 9. Juli 2028. Da wird es sicher weniger Flugmeilen geben, hoffentlich weniger Diskussionen um die Aufstellung und idealer Weise unter Trainer Jürgen Klopp ein besseres Abschneiden. Fest steht jetzt schon: Im Sechzehntelfinale wird die Deutsche Nationalmannschaft dann sicher nicht ausscheiden - diese K.O.-Runde gibt es bei der EM nämlich nicht.
Aber unabhängig vom sportlichen Abschneiden und egal in welcher Zusammensetzung, wird erneut eine Güssbacher Delegation um Manuel Nüßlein ihre Reise genießen und wieder unvergessliche Eindrücke sammeln. Auch, wenn der verwöhnte fränkische Gaumen bei den Briten dann wieder beim Bier Abstriche machen muss. Aber in welchem Land muss er das nicht...