Artikel vom 12.09.2026 10:00 Uhr
Kommt doch noch das Kompassmodell für die Regionalliga?
Das DFB-Präsidium hat auf seiner Sitzung am Freitag den DFB-Generalsekretär Dr. Holger Blask beauftragt, unter Einbeziehung der zuständigen Vizepräsidenten vorbereitende Maßnahmen für einen Außerordentlichen DFB-Bundestag am 18. Dezember 2026 zu treffen. Anlass ist die angestrebte Regionalliga-Reform, die zur Saison 2028/29 umgesetzt werden soll.
Das höchste Gremium des DFB soll über eine mögliche Änderung der Struktur der vierten Spielklassenebene entscheiden, auf deren Basis künftig alle Meister der Regionalligen in die 3. Liga aufsteigen.
Grundlage für die erforderlichen Antragsentwürfe ist das sogenannte Kompassmodell, das eine Reduzierung von aktuell fünf auf vier Regionalliga-Staffeln beinhaltet. Die Staffeln sollen mit jeweils 20 Mannschaften gebildet und für jede Saison nach geografischen Gesichtspunkten neu zusammengestellt werden. Die Saison 2027/2028 wäre als Qualifikationssaison ausgelegt, die Umsetzung der Viergleisigkeit würde zur Saison 2028/2029 erfolgen. Vorgesehen ist dabei, dass der DFB die Trägerschaft der Regionalliga übernimmt.
Neuendorf: "Aufstiegsregelung muss jetzt gelöst werden"
DFB-Präsident Bernd Neuendorf sagt: „Die Aufstiegsregelung in der Regionalliga beschäftigt den deutschen Fußball seit Jahren. Sie muss jetzt gelöst werden. Es ist für die Vereine, Spieler und Fans kaum nachvollziehbar, dass es fünf Meister gibt, aber nicht alle den Aufstieg in die 3. Liga schaffen können. Das Kompassmodell hat in den Abstimmungen der Regionalliga-Träger unter den Vereinen bundesweit die meisten Stimmen erhalten. Es bietet auch die Chance auf eine Leistungsverdichtung und somit eine stärkere Talententwicklung. Deshalb bereiten wir die Entscheidung des Außerordentlichen Bundestages sorgfältig vor. Dort sollen die Delegierten verbindlich darüber entscheiden, wie wir zu einer dauerhaft tragfähigen und fairen Regelung kommen.“
Die Arbeitsgruppe Regionalliga-Reform, die von der Konferenz der Regional- und Landesverbandspräsidenten eingesetzt worden war, hatte sich im Frühjahr nach intensiver Beratung für eine viergleisige Regionalliga ausgesprochen und zwei Modelle vorgelegt. In anschließenden regionalen Abstimmungen mit Klubs der 3. Liga, Regionalliga und teilweise Oberliga erhielt das Kompassmodell bundesweit mit 50,6 Prozent die meisten Stimmen. Weil jedoch nicht in allen fünf Regionen eine Mehrheit für dasselbe Modell zustande kam (unter anderem stimmte man in Bayern dagegen), wurde bislang keine gemeinsame Lösung erreicht. Daher soll nun mit dem DFB-Bundestag, dem höchsten Organ des Verbandes, darüber entschieden werden, wie der direkte Aufstieg aller Regionalliga-Meister ermöglicht werden kann.