Artikel vom 10.08.2026 14:00 Uhr
KI-generiert: Originalbild 1. FC Nürnberg
Der fränkische Fußball trauert um Jürgen Täuber. Der gebürtige Erlanger und langjährige Profi des 1. FC Nürnberg ist am 7. August nach langer schwerer Krankheit im Alter von 71 Jahren verstorben. Bevor Täuber mehr als 200 Spiele für den Club absolvierte, zweimal in die Bundesliga aufstieg und ein DFB-Pokalfinale erreichte, begann seine Laufbahn in seiner Heimatstadt bei der SpVgg Erlangen.
Dort machte der vielseitig einsetzbare Fußballer auf sich aufmerksam und schaffte 1976 gemeinsam mit seinem jüngeren Bruder Klaus den Sprung in den Profifußball.
Jürgen Täuber gehörte zu den Fußballern, die sich nicht auf eine Position reduzieren ließen. Der nur 1,73 Meter große Erlanger konnte in der Abwehr ebenso spielen wie im Angriff. Seine Qualitäten zeigte er zunächst bei der SpVgg Erlangen. Von dort führte sein Weg im Sommer 1976 zum 1. FC Nürnberg. Gemeinsam mit Klaus Täuber wechselte er für eine Ablösesumme von insgesamt 30.000 D-Mark von Erlangen an den Valznerweiher. Für Jürgen Täuber begann damit eine achtjährige Zeit beim Club, die ihn eng mit der Nürnberger Vereinsgeschichte verbinden sollte.
Zweimal mit dem Club in die Bundesliga
Sein Debüt für den damaligen Zweitligisten gab Täuber am 28. August 1976 beim 5:1 gegen den SSV Jahn Regensburg. Zunächst kam der Erlanger nur sporadisch zum Einsatz, ehe er sich während der Rückrunde einen festen Platz erarbeitete. Gesundheitliche Probleme warfen ihn in der folgenden Saison zurück. Täuber kämpfte sich jedoch wieder heran und gehörte zur Mannschaft, die 1978 den Aufstieg in die Bundesliga schaffte. In den Entscheidungsspielen setzte sich Nürnberg gegen Rot-Weiss Essen durch.
Nach dem direkten Wiederabstieg gelang Täuber mit dem FCN 1980 erneut die Rückkehr ins Oberhaus. Lediglich für ein halbes Jahr verließ er während seiner Nürnberger Zeit den Valznerweiher. In der Rückrunde der Saison 1980/81 spielte er auf Leihbasis für den FC Schalke 04 und absolvierte dort alle 17 Rückrundenpartien. Anschließend kehrte er zum Club zurück.
Einen weiteren Höhepunkt erlebte der Erlanger 1982. Nürnberg zog ins Endspiel um den DFB-Pokal ein. Im Frankfurter Waldstadion führte der FCN gegen den FC Bayern München zur Pause mit 2:0, musste sich am Ende aber mit 2:4 geschlagen geben. Täuber gehörte damit zu einer Club-Mannschaft, die bis heute einen festen Platz in der Nürnberger Fußballgeschichte besitzt.
Insgesamt bestritt Jürgen Täuber mehr als 200 Pflichtspiele für den 1. FC Nürnberg. Allein in den beiden höchsten deutschen Spielklassen stehen 202 Einsätze und fünf Tore für den Erlanger zu Buche. Nach dem Bundesliga-Abstieg 1984 endete seine Zeit beim Club.
Ein besonderes Trio der Täuber-Brüder
Anschließend kehrte Täuber zunächst in den bayerischen Amateurfußball zurück und spielte in der Saison 1984/85 für den FC Bamberg in der Bayernliga. Danach schloss er sich dem TSV 1860 München an. Von 1987 an lief er für die SpVgg Starnberg auf, später spielte er noch für den FC Starnberg.
Eine Besonderheit der deutschen Fußballgeschichte verbindet sich bis heute mit dem Namen Täuber. Neben Jürgen schafften auch seine jüngeren Brüder Klaus und Stephan den Sprung in die Bundesliga. Die drei Erlanger bildeten damit das einzige Bruder-Trio, das im deutschen Profifußball spielte. Vor allem Klaus Täuber machte sich später beim FC Schalke 04 einen Namen und gewann mit Bayer Leverkusen 1988 den UEFA-Cup.
Nach seiner aktiven Karriere arbeitete Jürgen Täuber in der Immobilienbranche. Zuletzt lebte er mit seiner Frau in Parsdorf bei München. Am 7. August 2026 starb er nach langer Krankheit im Alter von 71 Jahren.
Der 1. FC Nürnberg nahm mit einer Mitteilung Abschied von seinem ehemaligen Spieler: „Die Club-Familie trauert um Jürgen Täuber.“ Die Anteilnahme des Vereins gelte seiner Familie, den Hinterbliebenen und seinen Freunden. Auch in Erlangen bleibt sein Name mit dem Fußball verbunden: Hier wurde Täuber geboren, hier begann bei der SpVgg Erlangen seine Laufbahn – bevor aus dem vielseitigen Spieli-Fußballer ein Bundesligaspieler wurde.