Artikel vom 23.09.2021 12:00 Uhr
Der Countdown läuft. In zwei Tagen steigt für die Damen der SpVgg
Ebing das Spiel des Jahres 2.0. Wenn Bundesligist SC Freiburg seine
Visitenkarte in der 2. Hauptrunde des DFB-Pokals abgibt werden knapp
1000 Zuschauern den Protagonistinnen einen mehr als würdigen Rahmen
bieten. Eine davon ist Lena Stengel, die mit anpfiff.info auf ihr
Karrierehighlight vorausblickt.
Frau Stengel, lassen Sie mich mit der Tür ins Haus fallen. Haben Sie
schon einmal von der Sensation geträumt?
Lena Stengel
(lacht): Auf jeden Fall. Seit der Auslosung träumt jede von uns des
Öfteren von dem Spiel – mal von diesem und mal von jenem Ergebnis.
In meinen kühnsten Träumen gewinnen wir das Ding natürlich… aber
das dauert dann nur zwei Sekunden und ich bin wieder in der Realität
angekommen.
Wann wäre das Spiel
gegen SC Freiburg realisitisch betrachtet für Sie ein Erfolg?
Lena Stengel: Wenn
wir unsere Leistung wie in den letzten Spielen bringen können und
die Großen vielleicht ab und zu ein bisschen ärgern können.
Realistisch betrachtet gibt es für uns natürlich nichts zu holen,
aber wir wollen uns Bestmöglich verkaufen und den Zuschauern zeigen,
dass wir in Ebing auch gut kicken können.
Apropos „gut
kicken“. SCF-Trainer Daniel Kraus verortete Ebing in die Nähe von
Bayreuth. Das ist zumindest nah dran.
Lena Stengel (lacht
verschmitzt): Nach dem Spiel weiß er wo Ebing liegt.
Lena Stengel (re.) überzeugt im defensiven Zentrum mit ihrer Zweikampfstärke - die wird sie auch gegen die Bundesliga-Frauen des SC Freiburg einbringen müssen.
anpfiff.info
Ganz bestimmt. An
einem Ergebnis machen Sie ein „erfolgreiches Spiel“ für die
SpVgg im Übrigen nicht fest?
Lena Stengel: Sollte
uns ein Ehrentreffer gelingen, würden wir uns sicher feiern wie die
Weltmeister. Letztlich ist es schwer zu sagen – einstellig sollte
es im besten Fall schon bleiben.
Ein Ehrentreffer für
die Weltmeisterinnen aus der Landesliga. Warum wird Ihnen dieser
tatsächlich gelingen?
Lena Stengel: Ich
erwarte für uns ein läuferisch und kämpferisch ganz schweres
Spiel, aber allein die große Kulisse ist Motivation genug für uns,
auf ein Tor hinzuarbeiten. Bei Standards sind wir schon immer
gefährlich. Dazu müssen wir eben nur mal in die Nähe des
Sechzehners kommen – und die Chance dann auch nutzen (lacht).
Stichwort Zuschauer.
Knapp 1000 Schaulustige werden im Seestadion erwartet. Freuen Sie
auch auf einen ganz besonders?
Lena Stengel: Auf
meine beiden Omis. Oma Katharina ist 82, Oma Elisabeth ist 70
geworden und hat ihren runden Geburtstag gefeiert. Oma Katharinas
Mann war Schiedsrichter. Sie selbst war dem Fußball nicht so
zugetan, aber inzwischen sammelt sie fleißig Zeitungsartikel und ist
schon ziemlich stolz. Dass beide dabei sein werden, darauf freue ich
mich riesig.
Und worauf freuen
Sie sich nach dem Abpfiff?
Lena Stengel: Ich
werde meinen Teamkolleginnen in die Arme fallen – egal wie das
Ergebnis ausfällt – und wahnsinnig stolz auf jeden im Team und im
ganzen Verein sein. Es ist der Wahnsinn, was da für ein geiles Event
auf die Beine gestellt wurde.
Bleibt noch die
abschließende Frage: Welches Andenken hätten Sie denn gerne an
dieses Spiel?
Lena Stengel: Ein
Trikot wäre schon cool. Unser eigenes wollen wir natürlich nicht
hergeben (lacht), aber den Freiburgerinnen eins abzuluchsen wäre
schon toll. Nachdem ich selbst die 17 trage, würde ich mich
natürlich über die Nummer 17 von Ereleta Memeti freuen...