Artikel vom 20.03.2021 06:00 Uhr
Endlich geht es wieder los. Am Sonntag steht die erst dritte Partie in dieser Zweitliga-Saison für die Frauen des FC Würzburger Kickers auf dem Programm. Mit dem 1. FC Köln kommt einer der Topfavoriten auf den Aufstieg in den Sportpark Heuchelhof. Voller Vorfreude gehen die FWK-Damen in das auf dem Papier ungleiche Duell. Doch vielleicht können sie den Rheinhessinnen ein Bein stellt, hofft auch Marsia Gath.
Schwerer
kann es kaum sein, sich in einem neuen Team zurechtzufinden als in der
aktuellen Pandemie. Wie fällt Dein Zwischenfazit aus?
Marsia Gath: Mir sind die Mädels und die Stimmung im Team
sehr wichtig. Daher hatte ich großen Respekt vor dem Wechsel nach Würzburg, vor
allem durch die pandemischen Umstände. Aber ich bin positiv überrascht. Die
Mädels und das Trainerteam haben alle Neuzugänge richtig gut aufgenommen. Das
hat mir ein super Gefühl vom Start weg gegeben und der Einstieg wurde uns sehr
leicht gemacht. Zudem hatten wir während der Vorbereitung zwei Testspiele in
Jena. Wir sind gemeinsam hingefahren und haben dort auch übernachtet. Wir haben
die Zeit miteinander verbracht und haben uns gegenseitig kennengelernt. Damit
haben wir einiges für das Mannschaftsgefühl getan. Auch die Mädels, die im
Winter zu uns gestoßen sind, haben wir sehr gut aufgenommen. Sie passen alle
sehr gut rein und sind ein absoluter Gewinn für unsere Mannschaft. So ist die
aktuelle Situation rund um Corona nicht wirklich ins Gewicht gefallen.
Inwieweit
haben sich Deine Erwartungen erfüllt?
Marsia Gath: Sehr wichtig war mir die Harmonie im Team. Das
hat sich gleich geklärt, dadurch alle super nett und freundlich waren. Auch mit
meiner persönlichen Entwicklung bin ich zufrieden. Ich wollte Einsatzzeiten
bekommen und mich an die Geschwindigkeit der 2. Bundesliga gewöhnen. Das ist
mir bisher sehr gut gelungen. Natürlich gibt es aber noch einige
Schwachstellen, an denen ich arbeiten werde. Das Trainerteam spricht sehr viel
mit uns und ist offen und sehr ehrlich. Sie geben uns hilfreiche Tipps und
Ratschläge. Passend dazu sind die Trainingseinheiten. Sie attestieren mir gute
Fortschritte. Daher bin ich sehr glücklich mit meinem Wechsel nach Würzburg.
Die
Saison wurde nach nur drei Spieltagen unterbrochen. Wie bist Du damit
umgegangen?
Marsia Gath: Die Unterbrechung war für uns alle sehr
enttäuschend. Wir haben sehr viel für das Abenteuer 2. Bundesliga geopfert. Wir
arbeiten sehr hart und wollen unbedingt spielen. Ich hatte zudem schon
Einsatzzeiten, was mir Lust auf mehr machte. Deshalb war es sehr blöd, dass wir
dadurch ausgebremst worden sind. Aber leider musste es sein. Eine Zeit lang
durften wir gar nicht trainieren. Daher waren wir froh und dankbar, als wir
aufgrund des Hygienekonzept wieder kicken konnten. Die Einheiten waren für
immer eine Herausforderung und haben immer Spaß gemacht. Ich habe für mich die
Zeit genutzt, um mich weiterzuentwickeln.
Trainieren
ohne zu wissen, ob und wenn ja, wann die Saison fortgesetzt wird. Wie hast Du
Dich/habt Ihr Euch motiviert?
Marsia Gath: Es ist schon schwierig ohne Wettkampf und
klares Ziel. Aber da ich selbst Erwartungen an mich hatte, habe ich mich immer
wieder selbst gepusht. Motivationsprobleme hatte ich keine. Auch das
Trainerteam hat uns stets gefordert und gefördert. Ich bin jedes Mal sehr gerne
ins Auto gestiegen, weil ich wusste, ich kann zum Fußball fahren und meine Mädels
sehen. Zudem war ich immer optimistisch, dass es weitergeht.
Vollen Einsatz will Marsia Gath - hier noch im Frensdorfer Trikot - auch am Sonntag gegen Köln zeigen.
anpfiff.info
Ihr
hattet zwei Testspiele in Frankfurt und Jena. Wie beurteilst Du Eure Leistungen?
Marsia Gath: Das Ergebnis gegen Frankfurt liest sich
schon hart. Aber der Unterschied zwischen 1. und 2. Bundesliga ist immens. Sie
trainieren häufiger. Zudem waren die Frankfurterinnen eigentlich schon im
Ligabetrieb, wäre der Auftakt nicht ausgefallen. Daher waren sie schon Feuer
und Flamme. Aber selbst aus dieser Partie haben unsere Trainer Rückschlüsse
ziehen. Gegen Jena haben wir hingegen eine sehr gute Leistung gezeigt, müssen
aber im Torabschluss konsequenter sein. Daran müssen wir noch arbeiten. Dennoch
können wir darauf für Sonntag aufbauen.
Nun
kommt Absteiger Köln in den Sportpark. Was für eine Partie erwartest Du und mit
welchem Gefühl geht Ihr in das Duell am Sonntag?
Marsia Gath: Wir gehen mit einem sehr guten Gefühl in die
Partie und freuen uns sehr darauf, wohl wissend, dass Köln ein absoluter
Kracher ist. Endlich dürfen wir wieder spielen und brennen auf das Spiel. Das
war im Training diese Woche deutlich zu spüren. Jede hat noch einmal zehn
Prozent mehr gegeben. Die Partie wird eine große Herausforderung. Aber wir sind
gewillt, eine gute und konzentrierte Leistung zu zeigen. Vor allem unsere mannschaftliche
Geschlossenheit ist sehr wichtig. Jede muss an ihre Leistungsgrenze gehen.
Vielleicht ist dann eine Überraschung möglich, wenn die Kölnerinnen nicht gut
in die Partie kommen und wir unsere Möglichkeiten nutzen. Im Fußball ist alles
möglich.