Artikel vom 18.01.2026 12:00 Uhr
Bezirks-, Kreis und Verbandschef - Von links nach recht: Jürgen Pfau, Gottfried Bindrim und Christoph Kern.
Toller Vertrauensbeweis für Gottfried Bindrim. Beim Kreistag in Poppenhausen wurde der 63-Jährige einstimmig erneut zum Kreis-Spielleiter und zum Kreisvorsitzenden gewählt. Zudem gab es erste Einblicke, in die Reform der unterfränkischen Kreise, die wohl ab 2030 greifen wird.
Von
Marco Heumann
und Fabian Frühwirth/BFV
Dritte Wahl-Etappe des Bayerischen Fußball-Verbandes (BFV) in Unterfranken: Nach den Stationen in Würzburg und Aschaffenburg sind jetzt auch für den Fußball-Kreis Schweinfurt die Weichen für die
kommenden vier Jahre gestellt worden.
171 Delegierte votieren für Gottfried Bindrim
In der Poppenhäuser Werntalhalle
sprachen die 171 Delegierten dem seit 2014 amtierenden
Kreis-Vorsitzenden und Kreis-Spielleiter (seit 2013) Gottfried Bindrim
für seine vierte Amtszeit in Personalunion eindrucksvoll ihr Vertrauen
aus. Insgesamt stehen im BFV-Wahljahr 22 Kreistage, sieben Bezirkstage und der 27. Ordentliche Verbandstag
Anfang Mai 2026 auf dem Programm
Im Fokus des Kreistags stand vor allem die Wahl der neuen
Führungsmannschaft im Osten Unterfrankens. In Poppenhausen ist der
aktuelle BFV-Kreis-Vorsitzende und Kreis-Spielleiter Gottfried Bindrim
aus Wasserlosen (63) einstimmig wiedergewählt worden. Ebenso haben die
Delegierten auch Patrick Mitlöhner als Kreis-Jugendleiter bestätigt.
Mitlöhner hatte das Amt am 1. Januar 2024 übernommen und geht nun in
seine erste volle Legislaturperiode.
Neu im Kreis-Ausschuss ist Meike Marschall (FC Gerolzhofen). Sie
wurde als Nachfolgerin von Andreas Rückert zur Kreis-Beauftragten für
den Frauen- und Mädchenfußball gewählt. Rückert soll dem Kreis-Ausschuss
aber auch künftig angehören und als neuer Kreis-Ehrenamtsbeauftragter
und Nachfolger von Harald Friedrich zusammen mit dem bisherigen
Kreis-Sportgerichtsvorsitzenden Günther Stottele im Nachgang dem
BFV-Präsidium zur Berufung vorgeschlagen werden. Zudem ist Heinrich
Keller erneut von den Schiedsrichtergruppen zum
Kreis-Schiedsrichterobmann gewählt und jetzt auch von den Delegierten
des Kreistags Schweinfurt bestätigt worden.
Der in Poppenhausen neu gewählte Kreis-Ausschuss Schweinfurt: (von links) BFV-Präsident Christoph Kern, Andreas Rückert (Kreis-Ehrenamtsbeauftragter), Patrick Mitlöhner (Kreis-Jugendleiter), Heinrich Keller (Kreis-Schiedsrichterobmann), Meike Marschall (Kreis-Beauftragte für den Frauen- und Mädchenfußball, Gottfried Bindrim (Kreis-Vorsitzender und Kreis-Spielleiter) sowie BFV-Vizepräsident und Bezirks-Vorsitzender Jürgen Pfau.
Fabian Frühwirth / BFV
Kern unterstreicht Miteinander im bayerischen Amateurfußball
Beim Kreistag in Poppenhausen war wie zuvor schon in Würzburg und
Aschaffenburg auch wieder BFV-Präsident Christoph Kern vor Ort, der in
seiner Rede neben dem historischen Schulterschluss mit den bayerischen
Profiklubs und die daraus resultierende Kinderfußball-Allianz oder den
Herausforderungen wie den ab dem Schuljahr 2026/2027 in Deutschland
geltenden Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung für Grundschulkinder auch
auf das diesjährige Verbandstagsmotto „Wir sind der Fußball in Bayern“
einging.
„Wir haben vor rund drei Jahren ein Leitbild erarbeitet und es mit
dem Motto ‚Wir sind der Fußball in Bayern‘ überschrieben – und dieses
Wir sind explizit Wir alle: Vereine, Verband, Spielerinnen und Spieler,
Trainerinnen und Trainer, Schiedsrichterinnen und Schiedsrichter, Profis
und Amateure. Das möchte ich hier klar herausstellen – und wir leben
dieses Wir tatsächlich, wenn man sieht, was in ganz Bayern in den
Vereinen ehrenamtlich geleistet wird. Viele engagieren sich seit Jahren
anerkennenswert und tragen so zu einem großen und stabilen Miteinander
in ihren Vereinen und im bayerischen Amateurfußball bei.“
BFV-Präsident Christoph Kern spricht am Kreistag Schweinfurt in Poppenhausen zu den Delegierten.
Fabian Frühwirth /BFV
So könnte die Kreis-Reform im aussehen
Bezirks-Vorsitzender und Vizepräsident Jürgen Pfau kündigte jetzt
auch in Poppenhausen wie bereits beim Würzburger Kreistag in Höchberg
auch dem Aschaffenburger Kreistag in Mechenhard für die kommenden vier
Jahre einen zwangsweisen neuen Zuschnitt der aktuell vier
unterfränkischen Fußball-Kreise an.
„Kriterium ist die Zahl der Vereine
mit Herren-Mannschaften, die am aufstiegsberechtigten Spielbetrieb
teilnehmen“, sagte er . Mindestens 100 Klubs sieht die Satzung vor, um
einen eigeständigen Kreis bilden zu können. Während in Würzburg (132)
und Schweinfurt (125) die Zahlen stabil sind, hat der Kreis Rhön die
100er-Marke bereits unterschritten (89), in Aschaffenburg sind es
aktuell 101 Vereine.
"„Wir müssen etwas machen. Mit vier Kreisen brauchen wir nicht weiterzumachen. Was wir machen, muss Bestand haben. Die letzte Reform war 2005/06 und hat gut 20 Jahre lang gehalten“, erklärte der Bezirksvorsitzende. Angedacht werden derzeit zwei Modelle. Das erste sieht drei Kreise vor, die aktuell die Arbeitstitel Untermain (Stadt und Landkreis Aschaffenburg, Landkreis Miltenberg, westlicher Main-Spessart-Kreis), Mainfranken (Stadt und Landkreis Würzburg, Landkreis Kitzingen, kleine Teile des südwestlichen Landkreises Bad Kissingen und des südöstlichen Landkreises Schweinfurt) sowie Main-Rhön (Stadt und Landkreis Schweinfurt, Landkreis Haßberge, Landkreis Schweinfurt ohne den Würzburg zugeschlagenen Teil im Südosten, Landkreis Bad Kissingen ohne den Würzburg zugeschlagenen Teil im Südwesten) tragen.
Denkbar waren aber auch "nur" zwei Kreise. Der im Westen würde dann die bisherigen
Fußballkreise Würzburg und Aschaffenburg umfassen, der im Osten die
Fußballkreise Schweinfurt und Rhön. Auf dem Bezirkstag, der am 7. März in Veitshöhchheim stattfindet, soll eine Arbeitsgruppe eingesetzt werden, der Vertreter aus allen vier Spielkreisen angehören sollen.
Die Werntalhalle in Poppenhausen war Schauplatz des Fußball-Kreistags Schweinfurt, 171 Delegierte waren dabei.
Fabian Frühwirth / BFV
Umsetzung ab 2030
„Klar ist, dass wir eine zukunftsfähige Lösung brauchen, ob nun mit
zwei oder drei Kreisen. Das wollen wir in den nächsten Monaten angehen.
Wir werden das nicht allein machen, sondern gemeinsam mit Euch, den
Vertreterinnen und Vertretern unserer Vereine. Eure Beteiligung ist
wichtig und nötig. Deshalb heute die erste Information, die Ihr
mitnehmen und in Euren Vereinen erörtern sollt“, sagte Jürgen Pfau, der den
Zeitplan für das weitere Vorgehen vorstellte: So ist für das Jahr 2028
zunächst ein Außerordentlicher Bezirkstag geplant, der die bis dahin
gemeinsam erarbeitete Neuaufteilung verabschieden soll. Mit einer
Umsetzung wird ab der Saison 2030/2031 geplant.
Diese Zeit braucht es, da es sich um durchaus tiefgreifenden Änderungen handelt, die zudem nicht nur den Herren-, sondern auch den Damenfußball und die Junioren umfasst. Konkret müssten Vereine umgegliedert werden. Neue Spielklassen würden eingeführt. Eine spannende Entwicklung, die da auf die Vereine wartet.