Artikel vom 14.01.2026 06:00 Uhr
Der 1. FC Nürnberg holte sich in diesem Jahr den Lindner-Cup.
Der 1. FC Nürnberg hat den Lindner-Cup in der
Dettelbacher Maintalhalle gewonnen. Die jungen Clubberer schlugen den
Erzrivalen aus der Landeshauptstadt, den FC Bayern München, in einem hochspannenden
Finale mit 4:2 nach Verlängerung. Aber nicht nur der Nachwuchs des
Zweitligisten überzeugte. Auch die lokalen Vertreter sorgten für Glanzpunkte. Darunter
vor allem zwei Teams, die eigentlich gar nicht eingeplant waren.
Der Siegerpokal bleibt in Franken. Im Vorjahr
hatten die Fürther das fränkische Derby gegen den kleinen Club gewonnen.
Diesmal holten die Nürnberger den Pokal. Im Duell der beiden besten Teams des
diesjährigen Lindner-Cups setzte sich der FCN-Nachwuchs gegen die kleinen
Bayern. Vor stimmungsvoller Kulisse – die Halle war einmal ausverkauft und in
Dettelbach haben beide Teams eine große Fanbase – gewannen die Rot-Schwarzen mit
4:2 nach Verlängerung. In der Endrunde hatten sich noch gegen die Münchner verloren.
Es war das einzige Spiel bis zum Finale, dass der spätere Turniersieger nicht mit
mindestens vier Treffern Vorsprung gewonnen hatte. „Es hat sich relativ schnell
herauskristallisiert, dass der Club Favorit ist“, sah auch Mitorganisator Lukas
Schimmer einen verdienten Sieger der diesjährigen Veranstaltung.
Die Nürnberger jubelten verdient in der Maintalhalle.
Alexander Rausch/anpfiff.info
"Elli" sorgt für kurzfristige Absagen
Auf die hatte sich der DuO-Kicker schon seit Wochen
gefreut. Alles war vorbereitet 15 Nachwuchsteams aus erster, zweiter und
dritter Liga hatten erneut zugesagt und für ein illustres Starterfeld gesorgt.
Doch dann kam das Wetterchaos im Norden Deutschlands und plötzlich nochmal
mächtig Arbeit auf den Verantwortlichen zu. Am Freitagmittag trudelte die erste
Absage ein. „Ab da wurde es turbulent und anstrengend. Die 24 Stunden bis
Turnierbeginn waren hart“, berichtet der 27-Jährige. Denn drei weitere sollten
im Laufe des Tages folgen. Mit RB Leipzig, Werder Bremen, Hannover 96 und dem
FC St. Pauli reisten gleich vier Mannschaften aufgrund der Wetterkapriolen
nicht an.
Doch der Verantwortliche ließ seine Kontakte
spielen und zog mit den Würzburger Kickers, dem Würzburger FV, der JFG Würzburg-Nord und dem TSV Großbardorf kurzfristig Ersatz an Land. „Wir sind ihnen sehr
dankbar, dass sie eingesprungen sind. Alle haben umgehend Bereitschaft gezeigt.
Das ist keine Selbstverständlichkeit, vor allem aufgrund des zeitlichen Faktors“,
hebt der Mitorganisator hervor. So musste er zumindest den Zeitablauf des
Spielplans nicht ändern und das Turnier startete wie geplant mit 16 Teams. Auch
der Stimmung taten die kurzfristigen Wechsel keinen Abbruch, wie Lukas Schimmer
rückgemeldet bekam.
Die JFG Würzburg Nord kegelte beinahe den Titelverteidiger aus dem Turnier.
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JFG Würzburg-Nord überrascht und scheitert denkbar knapp
Und
auch sportlich wussten vor allem die JFG Würzburg-Nord und die Würzburger
Kickers zu überzeugen. Zwar mussten sie, wie auch die weiteren Lokalmatadoren
aus Dettelbach und Ortsteilen und Schweinfurt, in die Zwischenrunde, hatten in
der aber die Endrunde klar vor Augen. Vor allem die JFG Würzburg-Nord überraschte
mit erfrischenden Auftritten. Nach dem 5:0 gegen die jungen Schnüdel trotzten
die Jungs von Moritz Rummel Titelverteidiger SpVgg Greuther Fürth ein Remis ab.
Im letzten Spiel gegen die Gastgeber musste somit ein möglichst hoher Sieg her –
das Kleeblatt hatte bereits vorgelegt, um im Turnier zu bleiben. Der gelang
auch. Letztlich fehlte aber ein Treffer in der Endabrechnung.
„Die Jungs haben es sehr, sehr gut gemacht“,
lobte der Übungsleiter, dem die Enttäuschung über das knappe Aus aber
anzumerken war. „Wir haben gebraucht, um mit der Körperlichkeit und der Dynamik
umzugehen. Aber sie haben sich nach und nach daran gewöhnt und in der Zwischenrunde
haben sie hervorragend gespielt. Eigentlich hätten wir Fürth schlagen müssen“,
haderte der 26-Jährige. Dennoch sei es eine brutale Erfahrung gewesen. Er habe
sich wie ein kleines Kind über die unerwartete Teilnahme gefreut wie seine
Spieler. „Das war schon geil“, befand der Coach, der als Keeper für den FC
Eibelstadt kickt.
Die Würzburger Kickers spielten ein starkes Turnier und zogen in die Endrunde ein.
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Kickers schaffen den Sprung in die Endrunde
Auch Kickers-Trainer Jannik Feidel, der die
kleinen Rothosen am Sonntag betreute – am Samstag stand noch Reinhold Thiel an
der Bande, verließ zufrieden die Maintalhalle: „Die Jungs haben einen sehr
guten Eindruck hinterlassen. Schon am Samstag war Reinhold sehr angetan. Am
Sonntag waren wir sehr froh über das Weiterkommen. Gegen Bielefeld haben sie es
echt toll gemacht und waren die bessere Mannschaft.“
Am ersten Turniertag waren die Kickers knapp
an der direkten Qualifikation für die Endrunde gescheitert, mussten Fortuna
Düsseldorf und Bayern München nach engen Spielen den Vortritt lassen. In der
Zwischenrunde gewannen sie dann aber das „Endspiel“ gegen die Arminia klar mit
5:2 und zogen in die Endrunde ein. In der gelang dann aber trotz couragierter
Leistungen kein Erfolgserlebnis mehr. „Die Jungs haben gezeigt, dass sie auf
dem Niveau mithalten können. Sie haben für sich und ihre Entwicklung sehr mitgenommen
und können stolz auf ihre gezeigte Leistung sein“, resümierte gebürtige
Escherndorfer, der mittlerweile in Dettelbach wohnt. Freuen würde er sich, wenn
die Kickers auch in den kommenden Jahren – in den vergangenen drei waren sie
nun zweimal eingesprungen – erneut eingeladen würden.
Die Gallier sprangen ein und schlugen sich achtbar.
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Gallier trotzen Fürth
Für den ersten Paukenschlag des Turniers
hatten aber derweil die Großbardorfer gesorgt. Gleich im ersten Spiel rangen
die kleinen Gallier den Fürthern ein torloses Remis ab. Und auch in den weiteren
Duellen gegen die nationale Konkurrenz boten die Grabfelder Paroli, ehe sie in
der Zwischenrunde gegen die Würzburger Teams starke vier Punkte holten. „Wir
haben uns achtbar verkauft. Einige Male haben wir Gegentreffer zu leicht
zugelassen. Aber das sind wichtige Erfahrungswerte. Es ist schön, dass die Kids
solche Spiele bestreiten dürfen. Das ist etwas Besonderes. Daher ist das
Ergebnis zweitrangig“, ordnete TSV-Coach Jens Breunig gelungene Turniertage
ein.
Erlebnisse für die Ewigkeit
Ähnlich sah es auch DuO-Trainer Markus Klüpfel
ein: „Das ist ein Mega-Event. Die Jungs fiebern sehr lange daraufhin und genießen
es in vollen Zügen. Davon erzählen sich noch in vielen Jahren, wenn nicht
Jahrzehnten.“ Und zu erzählen gibt es einiges aus Gastgebersicht. Denn gegen
Fortuna Düsseldorf unterlagen sie – auch wenn der Spielverlauf deutlicher war –
mit 0:1. Gegen den FC Bayern München führte der DuO-Nachwuchs zwischenzeitlich
und schoss zwei Treffer. Gegen die Kickers lagen die Gastgeber sogar mit 2:0 in
Front.
„Wir sind nie vorgeführt worden. Die Jungs haben das umgesetzt, was wir
uns vorgenommen haben“, lobte der Übungsleiter. Ein Punktgewinn sprang
letztlich nicht heraus. Aber das war letztlich nebensächlich. „Sie zehren von
solchen Erlebnissen, von dem, was in der Kabine passiert und was als Mannschaft
möglich ist. Der Lerneffekt ist immens“, wusste der Coach der Gastgeber