Artikel vom 15.08.2025 18:00 Uhr
Es kommt nicht selten vor, dass Jürgen Strauch als Unparteiischer ein größeres Laufpensum als mancher Spieler absolviert.
Der 62-jährige
Jürgen Strauch wuchs im Seßlacher Stadteil Dietersdorf auf, begann
dort mit 13 Jahren in der A-Jugend der SpVgg Dietersdorf mit dem
Fußballspielen, bei dem Verein, in dem er auch seine aktive Zeit als Spieler beendete,
bevor er bis heute zu den „Schwarzkitteln“ überwechselte.
Herr Strauch, wie
und wann sind Sie Schiedsrichter geworden?
Jürgen Strauch: Im
April 1992 besuchte ich von der Schiedsrichtergruppe Ebern den
Neulings-Schiedsrichterkurs. Der Grund war, dass wir im Verein SpVgg
Dietersdorf zu wenige Schiedsrichter hatten.
Nach Personen gefragt, welche ihn förderten, nennt
der FC-Bayern-Fan Jugendleiter Heinrich Schlechta und Trainer Rudi
Amthor.
anpfiff.info Dieter Koch
An welche geleiteten Spiele
denken Sie gerne zurück?
Jürgen Strauch: Da gibt es
einige Highlights. Eines davon war das Aufstiegsspiel zur Kreisliga
2007, DJK Dampfach gegen den TSV Wonfurt, vor 350 Zuschauern.
Haben oder hatten
Sie Vorbilder?
Jürgen Strauch: National war
es der frühere Referee Walter Eschweiler, immer sachlich und korrekt und
international der Italiener Pierluigi Collina, dessen „stechender“
Blick oft ausreichte, um die Spieler zur Räson zu
bringen.
Haben sich das
Spiel, die Spieler, aber auch die Anforderungen an die Schiedsrichter
in den letzten Jahren verändert?
Jürgen Strauch: Ich denke
schon, dass der Respekt gegenüber uns Schiedsrichtern deutlich
besser geworden ist.
Schiedsrichter Jürgen Strauch (Mi.) bei der Platzwahl mit den beiden Kapitänen Carsten Engel (li.) vom FC Mitwitz und Luis Langbein (re,). vom SC Hassenberg.
Lukas Klhn/anpfiff.info
Wie halten Sie sich
fit und wie bereiten Sie sich auf Ihre eingeteilten Partien
vor?
Jürgen Strauch: Ich gehe drei Mal in der Woche vor der
Arbeit zum Laufen. Vor den Spielen schaue ich natürlich sowohl auf die
Tabelle der jeweiligen Mannschaften als auch auch auf den bisherigen
Spielverlauf ihrer Partien.
Was fasziniert Sie
in all den langen Jahren immer noch daran, Spiele allwöchentlich zu
leiten?
Jürgen Strauch: Einmal die Liebe zum Fußball und zum
anderen die Möglichkeit, alte Freunde wieder zu sehen.
Würden Sie was an den geltenden Regeln ändern oder
verbessern?
Jürgen Strauch: Bei einer Abseitsstellung
müsste sofort der Pfiff ertönen, nicht erst nach erwa 20
Sekunden.
Bis heute bereitet Jürgen Strauch Spiele zu leiten großen Spaß.
Alexander Grober/anpfiff.info
Wie
würden Sie sich als Schiedsrichter beschreiben?
Jürgen
Strauch: Als Schiedsrichter würde ich mich eher als ruhig und
unauffällig beschreiben. Natürlich greife ich aber in den wichtigen
Situationen durch.
Welche
Stärken sollte ein Schiedsrichter haben?
Jürgen
Strauch: Definitiv sollte ein Schiedsrichter korrekt sein und
natürlich unparteiisch. Auch eine gewisse Laufstärke sollte an den
Tag gelegt werden, um immer auf Höhe des Geschehens zu sein.
Schlusssatz von Jürgen Strauch!
Jürgen Strauch: Es ist ganz wichtig zu wissen, dass
es ohne uns Schiedsrichter nicht geht. Deshalb bitte ich um Respekt
um Anstand, was aber grundsätzlich zu unserem Fußball und zu einem
gesunden Miteinander gehören sollte. Da es beim Fußball ohne Schiedsrichter nicht geht, möchte ich einen Appell - besonders an junge Leute - richten, dass sie keine Angst haben sollen, sich zu einem Schiedsrichter-Neulingskurs anzumelden, da sie vollste Unterstützung erhalten werden!
anpfiff.info
bedankt sich recht herzlich bei Jürgen Strauch für seine Einblicke
als Schiedsrichter!