Artikel vom 15.05.2025 06:00 Uhr
Fabio Groß verlässt die Abtswinder nach dieser Saison. Wie lange die dauert, entscheidet sich am Samstag.
Nach der 0:1-Niederlage in Weiden ist das
eingetreten, was die Abtswinder Fußballer unbedingt vermeiden wollten. Nämlich
dass sie am letzten Spieltag noch um den Klassenerhalt bangen müssen. Um aus
eigener Kraft die Bayernliga zu halten, braucht es jedoch einen Sieg im letzten
Saisonspiel. Und das bestreiten die TSV-Kickers ausgerechnet
gegen den Tabellenführer aus Eichstätt, der ebenfalls gewinnen muss.
Guter Dinge waren die Grün-Weißen am
vergangenen Samstag nach Weiden gereist. Schließlich hatten sie vor Wochenfrist
gegen den TSV Karlburg ihren ersten Sieg in diesem Kalenderjahr eingefahren und
damit den Vorsprung auf die Relegationsplätze auf fünf Zähler ausgebaut. Doch
anknüpfen konnten sie an die gute Leistung gegen das mittlerweile abgestiegene
Schlusslicht nicht. Im Gegenteil: Die Abtswinder zeigten eine erschreckend
schwache erste Halbzeit.
„Wir hatten vorher klar besprochen, was sie
auszeichnet: Sie spielen dynamisch, mit viel Power und Wucht. Wir haben dem
aber nahezu nichts entgegengesetzt“, war Thorsten Götzelmann vom Auftritt
seiner Elf enttäuscht. Mit dem 0:1-Rückstand – Igli Cami hatte nach 18 Minuten
getroffen – waren die Gäste noch gut bedient. Die Weidener waren ganz klar Herr
im eigenen Haus, und dass, obwohl sie den Klassenerhalt bereits sicher hatten.
Bis auf Jonas Enzmanns Abschluss nach gutem Konter blieben die Grün-Weißen
offensiv blass.
Trotz Niederlage mit Hoffnung ins Eichstätt-Spiel
Verbessert kamen sie dann zwar aus der Kabine,
Gefahr strahlten sie aber weiterhin kaum aus. Lediglich Felix Schmitt, der nach
einem Lehrmann-Freistoß verpasste, und Adrian Dußler, der einen Freistoß aus 18
Metern drübersetzte, bot sich die Chance zum Ausgleich. „Wir haben auf
Augenhöhe agiert, haben mitgespielt. Die Jungs haben alles reingeschmissen.
Allerdings hatten wir kaum Tormöglichkeiten“, resümierte der Übungsleiter, der
aus den zweiten 45 Minuten in der Oberpfalz dennoch Hoffnung schöpft.
Denn die hätten gezeigt, dass die Seinen gegen
spielstarke Gegner mithalten können, wenn sie sich entsprechend präsentieren.
Und das müssen sie nun ausgerechnet gegen den Tabellenführer aus Eichstätt. Der
gastiert nämlich am letzten Spieltag in der Kräuter Mix Arena und braucht
selbst zwingend einen Sieg, um aus eigener Kraft Meister zu werden. Der VfB
vergab nämlich seinerseits den ersten Matchball und verlor gegen den ASV Cham.
Damit rückten die Eltersdorfer dem Tabellenführer bis auf einen Zähler auf die
Pelle.
Thorsten Götzelmann setzt gegen Eichstätt auf die Qualität seiner Mannschaft.
Alexander Rausch
Relegationsrang droht - am letzten Spieltag
Dennoch sind die Oberbayern seit der
Winterpause das heißeste Team der Bayernliga. 28 Punkte holten die Schützlinge
von Dominik Rühl in zwölf Partien. Die Grün-Weißen im gleichen Zeitraum in zwei
Duellen weniger nur acht. Erstmals seit den ersten Saisonwochen besteht somit
am Samstag die Gefahr, dass die TSV-Kicker auf einen Relegationsrang rutschen.
Erstmals ist also richtig Druck auf dem Abtswinder Kessel.
Vor allem offensiv haperte es zuletzt. Nur
zehn Treffer – vier davon gegen Karlburg – erzielten die Götzelmann-Jungs in
diesem Kalenderjahr. Offensiv drückt also der Schuh.
Die Verletzungen Matthias
Wächters und Tizian Hümmers oder die mehrmaligen Ausfälle Felix Schmitts
schlagen deutlicher zu Buche als erhofft. Dennoch glaubt der Übungsleiter
felsenfest an ein gutes und reguläres Ende der laufenden Spielzeit: „Ich habe
vor Wochen schon gesagt, dass wir am letzten Spieltag gegen Eichstätt gewinnen,
auch wenn die Konstellation damals noch nicht absehbar war. Ich traue es der
Truppe absolut zu, wenn wir einen sehr guten Tag erwischen und unsere Leistung
auf den Platz bringen.“
„Es soll wohl so sein“
Damit dass die Eichstätter noch nicht Meister
sind und selbst noch den Dreier brauchen, hadert er indes nicht. „Beide Teams
hatten es in der Hand, ihr Ziel vorzeitig zu erreichen. Daher soll es so sein
und wir werden es annehmen“, so der Übungsleiter, der in VfB-Coach Dominik Rühl
zudem auf einen alten Bekannten trifft. Beide arbeiteten gemeinsam bei der
SpVgg Greuther Fürth im Nachwuchsbereich. Nun geht es gegeneinander um das
Erreichen der eigenen Saisonziele. Denn den Fall auf den Relegationsplatz
wollen beide verhindern – aus eigener Kraft.